FDP-Hoffest in Kirchhorst mit viel Prominenz

Ein Dankeschön von der Isernhagener Parteivorsitzenden Christiane Hinze für Isabel und Ulrich von Rautenkranz. Links Gerhard Kier, rechts Stefan Birkner. (Foto: Renate Tiffe)
 
Der FDP-Landesvorsitzende Stefan Birkner (links) nahm sich Zeit für Gespräche mit den Gästen an den Tischen. (Foto: Renate Tiffe)

Rede des Landesvorsitzenden Stefan Birkner mit Spannung erwartet

KIRCHHORST (ti). Angefangen hatte es mit einem Familienfest am Nachmittag vor der großartigen Kulisse des Hofes von Isabel und Ulrich von Rautenkranz in Kirchhorst.
Von der Hüpfburg bis zum Kaffee und Kuchen, für alles war gesorgt und – eingedenk der sommerlichen Hitze - auch für ausreichend Sitzplätze. Die Atmosphäre war offener und lebendiger als sonst, als am Abend der Teil begann, der den Regions-Hoffesten der Liberalen in Isernhagen ihren traditionell guten Ruf verschafft hat.
Zum sechsten Mal fand das Hoffest auf dem landwirtschaftlichen Anwesen in Kirchhorst statt. Viel Prominenz konnte der Regionsvorsitzende Gerhard Kier begrüßen, nicht nur von allen Parteiebenen mit Urgestein Walter Hirche an der Spitze und dem früheren Generalsekretär der Bundes-FDP Patrick Döring.
Die Finanzdezernentin der Region, Andrea Fischer, war gekommen, der neugewählte Vorsitzende der Stiftung Weltbevölkerung Knut Gerschau und die Vertreter vieler anderer gesellschaftlicher Gruppen und Verbände gaben sich ein Stelldichein in Isernhagen. Auch der Fürst zu Schaumburg-Lippe beehrte das Treffen mit seiner Anwesenheit.
Mit Spannung erwartet wurde die Rede des Landesvorsitzenden und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden im Landtag Dr. Stefan Birkner. Sein Thema „Deutschland wird vor Ort entschieden“ hatte die bevorstehende Kommunalwahl am 11. September fest im Blick.
Unter den fünf Punkten seiner Gliederung hob er der Aktualität wegen die innere Sicherheit hervor. Seiner Meinung nach bedürfe sie keiner neuen Gesetze. Es mangele jedoch an der Umsetzung, wie die Messerattacke der 15-Jährigen im hannoverschen Hauptbahnhof gezeigt habe.
Eine Lanze brach Birkner für die Landwirtschaft, die stark vom Marktgeschehen abhänge. Nicht hinzunehmen sei jedoch das Fehlen jeglicher Wertschätzung in der Politik des niedersächsischen Landwirtschaftsministers, was die Arbeit vor Ort zusätzlich erschwere.
Einen breiten Raum nahm die Flüchtlingspolitik ein, die Birkner als langfristige Herausforderung schilderte. Wenn das Thema vorübergehend nicht aktuell sei, so sei dies nur eine Atempause. Liberales Anliegen sei es, eine zielgerichtete Einwanderungspolitik vorzubereiten, für die es entsprechende Vorschläge gebe. Nach der Bewältigung der ersten Phase gehe es jetzt um die Integration, die zentral vor Ort zu leisten sei - durch die Kommunen, die Bürger und die Ehrenamtlichen.
Es sei ein großes Verdienst, den ersten Ansturm bewältigt zu haben. Der Spracherwerb und die gesellschaftliche Integration müssen aber auch finanziert werden. Dafür brauchen die Kommunen mehr Geld vom Land und vom Bund. Sonst gingen die Ausgaben zu Lasten anderer Aufgaben der Städte und Gemeinden, wie zum Beispiel der Bildung, deren Träger sie sind.
Anregen wollte Birkner mit seinen Ausführungen zu weiteren Diskussionen unter den Gästen des Treffens, zu denen sich auch Bürgermeister Arpad Bogya gesellt hatte. Den Ruf einer großen, überparteilichen Veranstaltung, die das FDP-Hoffest zu Zeiten von Heinz Grethe einmal innehatte, hat es noch nicht ganz wieder erlangt.