Eröffnung der Jahresausstellung auf dem Wöhler-Dusche-Hof

Zahlreiche Besucher kamen zur Eröffnung der neuen Jahresausstellung des Bauernhausmuseums. (Foto: Renate Tiffe)
 
Auch der Hohenhorster Treckerclub präsentierte sich auf dem Wöhler-Dusche-Hof. (Foto: Renate Tiffe)

Großes Interesse am Thema „Als die Technik auf die Höfe kam“

ISERNHAGEN NB (ti). Am bundesweiten Museumstag trat das Nordhannoversche Bauernhaus-Museum Wöhler-Dusche-Hof mit seiner Jahresausstellung „Als die Technik auf die Höfe kam“ hervor.
Gewählt wurde diesmal ein Thema, das zu den ureigensten eines solchen Museums gehört, wie die vielen Sammlungen von landwirtschaftlichen Geräten auf regionaler Ebene zeigen. Dennoch: es ist die spezifische Herangehensweise des Isernhagener Museumsvereins, die diese Ausstellung so sehenswert macht.
Zusammengetragen sind nicht nur landwirtschaftliche Gerätschaften von Leihgebern und Spendern, auch Pflüge und Schlepper wurden aufgefahren. Und alles wird in den großen Zusammenhang gestellt, der die Entwicklung der Landwirtschaft seit dem frühen 20. Jahrhundert aufzeigt und zugleich den gesamtgesellschaftlichen Wandel, der mit ihm daher ging.
In ihrer Eröffnungsrede stellte die Vorsitzende des Museumsvereins Dr. Inge Hanslik, die Technisierung als einen Prozess dar, der über Jahrzehnte, Jahrhunderte ging, und der zum Ziel hatte, Mensch und Tier von der schweren körperlichen Arbeit zu entlasten.
Als zu groß, zu schwer, zu teuer erwies sich die Dampfmaschine. Zur Schlüsselinnovation wurde der Schlepper in Verbindung mit den Ackergeräten. Parallel lief die Entwicklung bei den Dreschmaschinen, zu deren Bedienung anfangs bis zu 14 Personen nötig waren. Als Auswirkungen wurde die Spezialisierung der landwirtschaftlichen Betriebe auf spezielle Produkte möglich, ebenso der Einmann-Betrieb, traditionelle saisonale Höhepunkte wie das Erntefest verloren an Bedeutung. Bei den Einwohnern Isernhagens (alle Ortsteile) sank der Anteil der bäuerlichen Bevölkerung von 1950 bis 1970 von 21,3 auf 3,3 Prozent.
Bei der Ausstellung ausgelassen wurde der Anteil der Chemie am Fortschritt in der Landwirtschaft und die Entwicklung bis heute, wo vielfach von der industriellen Landwirtschaft gesprochen wird. „Wir können nur einen bescheidenen Ausschnitt leisten“, schränkte Inge Hanslik bescheiden ein.
Es lohnt sich, sich damit zu beschäftigen. Aufgeteilt wurde die Ausstellung in Bereiche drinnen und draußen. Natürlich durfte der Hohenhorster Treckerclub mit einigen Paradestücken aus den Jahren 1939 bis 1954 nicht fehlen.
Für die Besucher präsentierte sich der Wöhler-Dusche-Hof insgesamt zu Beginn dieser Saison gut situiert. Grundüberholt worden ist der Garten, bei dem allerdings das leidige Buchsbaum-Problem zu schaffen macht. Vielfältig ist das Programm bis zum letzten Öffnungstag am 4. Oktober. Als nächstes findet am 17. Juni nachmittags das plattdeutsche Theaterstück „Wat´n niemodischen Kram“ statt für das schon fleißig geübt wird.
Allmählich nicht auszuschließen sind aber dunklere Wolken am Horizont. Die Zahl der Helfer, die meist schon bei den Anfängen vor mehr als 25 Jahren dabei waren, nimmt aus Altersgründen ab. An Nachwuchs zeigt sich wenig bis gar nichts. Für die Gartenarbeiten musste die Gemeinde zeitweise schon die beiden jungen Kräfte aus dem Freiwilligen Ökologischen Jahr mit einsetzen. Die Frage wird langsam drängend: was wird aus dem höchst anerkannten Bauernhaus-Museum, wenn im Jahr 2020 der Pachtvertrag ausläuft? Gebäude und Umfeld sind Denkmal- und Naturgeschützt. Was hatten die Grußworte der Ortsbürgermeisterin von NB, Renate Matz-Schröder, zu bedeuten, die herausstellte, dass der Museumshof eine Einrichtung ganz Isernhagens ist? Der Wöhler-Dusche-Hof muss in der Gemeinde bleiben, betonte sie.