Erlebnisreicher Nachmittag zum Jubiläum der Ortswehr

Mit Sekt wird der von den NBer Landwirten gestiftete Findling getauft. (Foto: Svenja Steinseifer)
 
Peter versucht sich beim Konservendosen-Crocket: kniffeliger als es aussieht. (Foto: Svenja Steinseifer)

Spaß für die Kleinen und Informationen für die Großen

ISERNHAGEN N.B. (svs). Es ging rund am Samstag auf dem Hof der Buhrschen Stiftung in Isernhagen N.B., und zwar in der doppelten Bedeutung des Wortes: „Rund um die Feuerwehr“ mit einer Menge Infos vornehmlich für die Erwachsenen zum einen, zum anderen mit Spaß und pfiffigen Geschicklichkeitsspielen für die jüngeren Besucher, mit denen die Freiwillige Feuerwehr Isernhagen N.B. ihr 125-jähriges Bestehen dort feierte. Nützliche Informationen für den Ernstfall und Spaß beim Abräumen der Punkte beim Konservendosen-Crocket, könnte man die beiden Schwerpunkte des Jubiläums bezeichnen.
„Wenn man die alten Protokolle liest, steht man schon sehr ehrfürchtig da“, sagt Ortsbrandmeister Tankmar Eisfeld. Dabei schaut er mit Bewunderung ein gewichtiges Geschenk für 125 Jahre Tradition: Vor dem Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr NB steht jetzt ein Findling, ein Geschenk der NBer Landwirte. Eine Anerkennung für 125 Jahre Dienst im Brand- und Katastrophenschutz.
„Die Verbundenheit mit dem Dorf macht die Feuerwehr aus“, sagte Ehrenbrandmeister Fritz-Gerald Thies. Dafür steht seit Samstag der Findling, den Thies am Tag „Rund um die Feuerwehr“ offiziell enthüllt hat. Dienst in der Feuerwehr häufig eine Familientradition, sagt er. Tankmar Eisfeld zeigt sich von der Anerkennung der Landwirte gerührt, während Thies das weiße Tuch vom Stein zog und damit die Inschrift frei gab. „Das ist ein bleibendes Dokument unser Wertschätzung im Dorf mit hohem Stellenwert für mich und meine Kameraden“, sagt Eisfeld. Wer einmal einen Bauernhof hat brennen sehen, weiß, was die Landwirte mit ihrem Geburtstagsgeschenk ausdrücken wollten.
Genau wie der Findling zeugen auch das alte Löschfahrzeug Marke Mercedes Benz sowie noch ältere Protokolle und Dienst-Reglements von einer langen Tradition. Wo „Mundvorräthe an den Hauptmann zu verweisen sind“ und nicht zum Dienst gehöriges „Sprechen untersagt ist“, da spürt Tankmar Eisfeld große Ehrfurcht. „Schreien, Singen, Lärmen etc“, waren unbedingt verboten, so stehe es in einem alten Reglement der Feuerwehr der Niedernhägener Bauernschaft. Heute wie damals lebe „Feuerwehr“ von Kameradschaft, sozialem Engagement und dem Willen, zu einem Team zu gehören, sagte er.
Um zu informieren und zu sensibilisieren, präsentierte sich die Wehr am vergangenen Samstag mit Fuhrpark und einer Menge an Verhaltensregeln für den Ernstfall. Während die „Kleinen“ eine Testfahrt mit dem Feuerwehrauto machen durften, gab es für die „Großen“ Information rund um die Wehr und nützliche Tipps für den Brandschutz zu Hause. „Wir möchten die Leute dafür sensibilisieren und aufklären“, sagt Eisfeld. „Denn im Ernstfall bleiben durchschnittlich gerade mal vier Minuten Zeit, sich zu retten“. Aufklärung – ein guter und richtiger Weg für Tankmar Eisfeld.
Würstchen und Geschicklichkeitsspielen auf dem Hof der Buhrschen Stiftung begeisterten die eher jüngeren Besucher des Feuerwehrgeburtstags. Einen Tennisball mit einem Crocketschläger durch eine Röhre schlagen, um dann in einer Konservendose einzulochen, das klingt kompliziert und ist es auch. „Die Spiele sehen einfacher aus, als sie sind“, weiß Claudia Frohne, Jugendwartin der Wehr. Zielspritzen mit einem Feuerwehrschlauch und einlochen mit dem richtigen Schwung, eine Herausforderung, der sich die Kinder scharenweise stellten.
Neben Geschicklichkeit und Spaß geht es der Jugendwartin bei ihrer Arbeit vor allem um den Teamgeist des Nachwuchses. „Das ist das A und O“, sagt Frohne. Es gehe heute nicht mehr ohne eine Jugendwehr. Die Kinder müssten früh an das Feuerwehrwesen herangeführt. Die Konkurrenz aller Vereine um die Gunst der Kinder und Jugendlichen sei groß. Und Nachwuchs könne die Jugendfeuerwehr Isernhagen N.B.sehr gut gebrauchen, sagt die Jugendwartin.
Peter und Jan zeigen unterdessen Engagement bei der modernen Dosen-Crocket-Variante. „Wirklich gar nicht so einfach“, gibt Jan zu und landet prompt einen Treffer – Zwanzig Punkte.