Endlich: Gemeindebücherei zieht ins Zentrum

Am 22. Juni wurde der NP-Markt im Zentrum Altwarmbüchens geschlossen - ein hervorragender künftiger Standort für die Gemeindebücherei. (Foto: Renate Tiffe)

NP-Markt geschlossen – Großer Standortvorteil

ALTWARMBÜCHEN (ti). In seltener Einmütigkeit haben der Schul- und Kulturausschuss des Rates – und der Ortsrat von Altwarmbüchen dazu - die Verlegung der Gemeindebücherei in den Bereich vor dem Rathaus beschlossen. Noch schöner: alle Fraktionen versuchten den Eindruck zu erwecken, als ob der Umzug ins Zentrum Altwarmbüchens jeweils ihre ureigenste Angelegenheit gewesen wäre. Dabei hatte schon der Landesrechnungshof Anfang 2014 eine Ausweitung der Öffnungszeiten angeregt, um der kulturellen Bedeutung der Bücherei gerecht zu werden, die übrigens in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiern kann.
Der Weg für die Verlegung des Standortes ist freigeworden, nachdem der Vertrag des Edeka-Discounters NP Ende Juni auslief und nicht mehr verlängert wurde. Als Grund gab das Unternehmen die „verschärfte Wettbewerbssituation“ an, mit der zu rechnen ist, nachdem sich ein Vollsortimenter (von Rewe) für die Ortsmitte angekündigt hatte. Die Mitarbeiter sollten in andere Filialen vermittelt werden. Seit dem 22. Juni ist der NP-Markt geschlossen.
Der Standortwechsel dürfte nicht nur von großem Vorteil für die Gemeindebücherei sein. Gleichzeitig ist auch durch den wachsenden Publikumsverkehr die dringend benötigte Belebung des Ortszentrums zu erwarten.
Seit dem Jahr 2005 fristet die Bücherei in der Nähe des Schulzentrums am Ortsrand von Altwarmbüchen mehr oder weniger eine Art Aschenbrödel-Dasein. Abgesehen von den baulichen Unzulänglichen in der umgebauten Scheune und den mangelnden Verkehrsverbindungen außerhalb der Schulzeiten reichen auch der Platz und die personelle Ausstattung nicht aus. Die Öffnungszeiten sind an vier Wochentagen auf insgesamt zwölf Stunden begrenzt.
Dennoch ist es der Büchereileitung gelungen, eine gewisse Attraktivität zu erlangen. Neben der Ausleihe von Büchern, Zeitschriften und Hörbüchern wurden zu Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene eingeladen, die jährlich von ca. 1.500 Besucherinnen und Besuchern wahrgenommen wurden.
Dieser Trend soll sich verstärken, indem die Bücherei sich mit der Zeit zu einer Art neuem Kommunikationszentrum entwickelt. Die Bedingungen dafür sind an dem vorgesehenen Standort gegeben und die Gemeinde ist offenbar bereit, auch das nötige Geld aufzubringen. Entsprechende Berechnungen liegen bereits vor.
Statt der bisher 240 Quadratmeter werden es künftig 340 sein, die für das Medienangebot zur Verfügung stehen. Für dessen Bestandsausweitung sollen 5.000 Euro eingeplant werden. Aufgestockt werden sollen auch die Öffnungszeiten auf zwanzig Wochenstunden. Verbunden damit sein wird eine Steigerung der Personalkosten auf knapp 30.000 Euro im Jahr.
Die Immobilie am Helleweg 4, so die derzeitige Adresse, wird für die Gemeinde weiter eine öffentliche Anlaufstelle bleiben. Dorthin soll das historische Archiv verlegt werden. Dessen Mietvertrag in der Ortsmitte von Altwarmbüchen läuft im Juni 2016 aus. Da die Nutzer im wesentlichen die Schüler der weiterführenden Schulen sind, dürfte die Nähe zum Schulzentrum eine hervorragende, wenn auch sicher eine recht kostenaufwendige Lösung sein.