Eine unterhaltsame Reise in den Bücherfrühling

Kenntnisreich und unterhaltsam: Margarete von Schwarzkopf stellte die Neuerscheinungen des Buchmarktes vor. (Foto: Renate Tiffe)

Margarete von Schwarzkopf stellt Neuerscheinungen der Verlage vor

ISERNHAGEN FB (ti). Ihr Name ist Programm. Er bürgt für eine ebenso kompetente wie unterhaltsame Führung durch die jahreszeitlich aktuellen Neuerscheinungen des Büchermarktes. Wo sie auftritt hat Margarete von Schwarzkopf dementsprechend ihr zahlreiches und treues Publikum. So wie jetzt im Kulturkaffee Rautenkranz in Isernhagen FB. Viele der Besucherinnen machten eifrig Notizen auf den bereitliegenden Bücherlisten.
Sie ist keine Frau, die etwas von sich hermacht. Beinahe unauffällig schlängelt sie sich entlang der dicht besetzten Tischreihen im Café. Aber dann erscheint Margarete von Schwarzkopf am Rednerpult und es beginnt eine spannende und Orientierung gebende Reise durch die Welt des Buches, kenntnisreich und auf ihre unverwechselbare Art vorgetragen. 20 Titel hat sie diesmal auf ihrer Liste.
Für die literarisch Interessierten hat sie zuerst zwei Neuerscheinungens parat, die Aufsehen auf dem Büchermarkt erregten: „Ein sterbender Mann“, vermutlich das letzte Buch des 88-jährigen Martin Walser, ein Buch vom Ringen um den Sinn des Lebens. „Traurig, schön, emotional“, wertet die Expertin, „nicht das stärkste Buch“ und „man muss Walser mögen“. Geradezu als Sensation wird derzeit „Der Überläufer“ von Siegfried Lenz gehandelt. Lenz starb vor 1 ½ Jahren und hat ein Werk hinterlassen, das er mit 26 Jahren schrieb und von dem niemand etwas wusste. „Eine unglaublich spannende Geschichte“ mit autobiographischen Zügen, die damals – 1951 – nicht in die Zeit passte, so Margarete von Schwarzkopf. Ein „Abschiedsgeschenk“ des großen Schriftstellers.,
Eine bunte Reihe von Unterhaltungsliteratur schließt sich an. Jeder Titel wird mit den handelnden Personen inhaltlich geschildert, mit Angaben über die Autorin/den Autor. Die Neugier wird geweckt und eine abschließende Beurteilung ist sicher: „Die Fotografin“, ein großes Buch - „Das Mädchen mit dem Fingerhut“, eine traurige Parabel auf die Heimatlosigkeit. Letztere ist dann auch das Thema für eine Reihe von fünf Büchern mit sehr unterschiedlichen Figuren und Inhalten. Ein „herrlicher Schmöker“ ist „Das Seehaus“ von Karen Morton und historische Bezüge haben die Titel „Die geheime Liebe der Charlotte Bronte“ von Jolen Janzig und „Die Rose der Welt“ von Peter Prange.
Und dann fröhnt die Journalistin und Autorin, die Margarete von Schwarzkopf auch ist, ihrer Leidenschaft für Krimis: Karen Perry „Was wir getan haben“ - unbedingt lesen, Camilla Läckberg, die vielgelesene Schwedin, verbindet in der „Schneelöwin“ zwei Geschichten zu einer. Wer ist der Täter?
Am Ende steht eine Hommage an Janosch, die „wunderbare Geschichte über einen wunderbaren Zeichner und Schriftsteller“. „Wer fast nichts braucht, hat alles“, ist der Titel einer Biographie, geschrieben von der polnischen Journalistin Angela Bajorek. „Ein hoffnungsvolles, tröstlichen Buch“ über einen Menschen, der immer bescheiden lebte - obwohl er es mit Sicherheit zu einem beachtlichen Reichtum gebracht hat. Ein Abend für begeisterte Leserinnen und – wenige – Leser.