Eine schräge Hochzeit zum Neuwarmbüchener Dorffest

Ausgelassene und ungewöhnliche Hochzeitsgesellschaft: Ernie und Bert lassen sich feiern. (Foto: Svenja Steinseifer)

Dorffest Neuwarmbüchen im Zeichen der Sesamstraße

NEUWARMBÜCHEN (svs). Sie sind eines der kultigsten Pärchen Deutschlands: Ernie und Bert, wohnhaft Sesamstraße. Anlässlich des Dorffestes haben sich die beiden Kinder-Helden nun endlich getraut – mit der ganzen Kirche im Schlepptau lassen sich Ernie und Bert feiern – frisch verheiratet!
„Tiffy ist eine Figur der deutschen Sesamstraße“, verrät Ingo Gesenhues, Pressewart des FC Neuwarmbüchens „genau wie Samson.“ Deshalb fehlen die beiden auf dem Festwagen, auf dem Oscar mitsamt seiner Tonne, Elmo, Kermit und das Krümelmonster ausgelassen die Hochzeit von Ernie und Bert feiern. Am vergangenen Samstag zogen die Neuwarmbüchener Vereine im Rahmen des Dorffestes mit kunterbunten Festwagen durch das Dorf.
„Zwei bis drei Monate haben wir an dem Festwagen gebaut“, verrät Lars „Speedy“, „er ist komplett aus Holz und teilweise tapeziert.“ Dabei heraus gekommen ist eine liebevoll gestaltete, komplette und detailgetreue Kirche für die schräge Hochzeit der beiden gegensätzlichen Kult-Figuren. Und dabei hat sogar der im Fernsehen griesgrämige Oskar gute Laune.
Für echtes Sesamstraßen-Feeling dröhnen Kult-Songs wie „Mana Mana“ und „Wer Wie Was“ aus den Boxen. Blumige Zeiten sind im Wagen davor angebrochen – Flower-Power pur, das Motto der Damen des FC Neuwarmbüchen. „Make love, not war“, verkündet das Stoffbanner auf dem Festwagen. Während des Umzuges lassen die Flower-Power Mädels zwischen Wassereis und Bonbons auch ein paar Blumen regnen.
Dass der Wetterhahn der Kirche von Ernie und Bert mittlerweile auf der Strecke geblieben ist, tut der allgemein guten Stimmung keinen Abbruch. „Es ist schon toll, was die Vereine sich jedes Jahr so einfallen lassen“, freut sich ein Feuerwehrmann. Mittlerweile ist der Festumzug an der Zwischenstation des Vereins für „Fitness und Gesundheit“ angekommen, wo es garantiert nur alkoholfreie Erfrischungen gibt.
Gemeinsam mit der Tanzsparte des FC Neuwarmbüchen, dem Männergesangverein MGV „Immergrün“, der Jugendfeuerwehr, der Schallmeienkapelle FF Erxleben und dem Neuwarmbüchener Schützenverein schlängelt sich der Umzug weiter Richtung Festplatz Rothenfeld.
Auch nach der Rückkehr auf dem Festplatz sorgt das Sesamstraßen-Team für Aufsehen. „Die Köpfe sind aus Styropor und alle selbst gemacht“, sagt Gesenhues alias „Bert“. Etwa vier Wochen lang wurde an den lustigen Figuren gebastelt. „Letztes Jahr kursierten Gerüchte über die Heirat der Beiden“, verrät der Pressewart, „und jetzt outen wir uns einfach.“
Und das Motto des nächsten Jahres? „Darüber haben wir noch nicht nachgedacht“, sagt „Speedy“. Noch gut im Gedächtnis geblieben ist ihm die „Black Pearl“, die schwarze Perle des letzten Jahres. „Die zu toppen wird nicht leicht sein“, sagt er. Aber unterkriegen lassen will er sich nicht. Und wie es sich für den windigen Händler „Schlemihl“ gehört, trägt er einen ganz bestimmten Buchstaben in der Innenseite seines Mantels. Vielleicht möchte jemand ein „A“ kaufen? Mana mana.