Ein weiterer Stein zu Neuwarmbüchens Ortsgeschichte

Feierlicher Moment: Helmut Bode (links) und Horst Holderith enthüllten den Gedenkstein für das alte „Spritzenhaus“. (Foto: Renate Tiffe)
 
Tag der offenen Tür am Feuerwehrhaus an der Fasrster Straße. (Foto: Renate Tiffe)

Erinnerung an das alte Spritzenhaus der Freiwilligen Feuerwehr

NEUWARMBÜCHEN (ti). Ältere, alteingesessene Neuwarmbüchener wissen es noch: Spritzenhaus - so hieß in früheren Zeiten das Feuerwehrhaus.
In Neuwarmbüchen wurde es im Jahr 1972 abgerissen, weil die durch den Ort führende Kreisstraße verbreitert werden musste. An der Stelle, wo es einmal gestanden hat, erinnert jetzt ein Gedenkstein an das Bauwerk mit dem hohen Schlauchturm.
Im Jahr 2013 war mit dem Projekt „Historisches Neuwarmbüchen“ begonnen worden, das dazu führen sollte, das Geschichtsbewußtsein im Dorf zu wecken und zu erhalten. Viel alte Bausubstanz ist in den letzten Jahrzehnten verlorengegangen. Steine mit den entsprechenden Inschriften sollen an herausragende Bauwerke erinnern, vor allem an die großen, alten Höfe, die Urhöfe, die früher einmal das Dorfbild prägten.
14 solcher Gedenksteine sind bislang schon gesetzt worden. Als bei der Feuerwehr der Gedanke aufkam, das frühere Spritzenhaus einzubeziehen, kam die Umsetzung überraschend schnell. Horst Holderith, der Neuwarmbüchener Wehr enststammend, jetzt Leiter für den Brandabschnitt V der Region, und Helmut Bode Ehrenbrandmeister des Isernhagener Ortsteils nahmen die Sache in die Hand, und spendeten den Stein. Jetzt wurde er in Anwesenheit des Ortsrates und des Feuerwehrkommandos, sowie einiger offizieller Gäste und Dorfbewohner feierlich enhüllt. Auf einem Ständer daneben zeigte ein Foto aus dem Jahr 1923 das damalige Spritzenhaus mit der Feuerwehrmannschaft.
Ortsbrandmeister Frank Zeyn würdigte das schnelle Vorgehen der beiden Männer und die Feuerwehr dankte mit einem kräftigen, drei-fachen „Gut Wehr“. Ortsbürgermeisterin Maren Becker (CDU) freute sich, dass auf diese Weise das historische Projekt weitergeführt wird. Neuwarmbüchen habe in der Vergangenheit großen Zuzug gehabt, sagte sie. Und mancher frage sich, „wo wohne ich hier eigentlich?“
Genau das war 2012 für den Ortsratsherrn Klaus Jäger (SPD) der Anlass gewesen, das steinerne Projekt ins Leben zu rufen. Ein Stück Dorfgeschichte sollte bewahrt werden. Mit den alten Häusern verschwinden auch schriftliche Unterlagen, wußte er aus Erfahrung. Um wenigstens das zu retten, was bei älteren Leuten an Wissen über die früheren Zusammenhänge noch vorhanden ist, wurde vom Ortsrat ein Arbeitskreis gebildet, dem jetzt Helmut Bode vorsteht.
Dass schon 15 Steine stehen, ist ein Erfolg für das Dorf. Zwar habe in letzter Zeit das Engagement etwas nachgelassen, aber es gebe noch bis zu zehn Höfe, die beschrieben werden könnten, meinte Jäger, der das Vorhaben weiter unterstützt.
Allein mit der Vergangenheit mochte die Feuerwehr sich nicht begnügen. Sie wollte auch zeigen, „was wir haben und was wir machen“, wie Frank Zeyn sagte. Eingeladen wurde zu einer Art „Tag der offenen Tür“ am Feuerwehrhaus an der Farster Straße. 32 Aktive zählt die Neuwarmbüchener Wehr zur Zeit und sieht sich mit vielen jungen Leuten gut aufgestellt. „Auf 'ne Wurst“ war das Motto für den Feuerwehrnachwuchs, der am Bratwurstgrill bereitstand. Der allerjüngste Nachwuchs inspizierte unterdessen schon einmal das große Feuerwehrauto von oben.