Ein Gemeinschaftsprojekt ist zu Ende

Der in die Jahre gekommene „Lohner Treff“ kurz vor dem Abriss. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Der kleine Flachbau auf dem Eckgrundstück des ehemaligen „Lohner Treff“ wurde mittlerweile abgerissen. Das besondere Gemeinschaftsprojekt aus den Achtzigerjahren gehört damit endgültig der Vergangenheit an. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Begegnungsstätte "Lohner Treff" in der Gartenstadt wurde nach 35 Jahren abgerissen

ISERNHAGEN (bgp). Die Begegnungsstätte „Lohner Treff“ diente in der Gartenstadt Lohne über dreißig Jahre als Treffpunkt für Gruppen, Wahllokal und vieles mehr. Nach vielen Jahren erfolgreicher Nutzung war das Gebäude sanierungsbedürftig geworden. Zuletzt waren die Nutzerzahlen merklich zurückgegangen und neue Ideen für eine Fortführung des einstmals erfolgreichen Konzeptes brachten nicht den gewünschten Erfolg. Mittlerweile wurde das Grundstück an eine Privatperson verkauft, vergangene Woche fiel der kleine Flachbau des „Lohner Treffs“ dem Abrissbagger zum Opfer. Somit gehört das Gemeinschaftsprojekt, welches mit großem bürgerschaftlichen Engagement realisiert wurde, der Vergangenheit an.
Wolfgang Krentscher, der damals die Initiative zum Bau der Begegnungsstätte maßgeblich angestoßen hatte, äußerte sich bestürzt über den Verkauf des Grundstückes und das Aus des „Lohner Treffs“. Er und mit ihm viele Bürger hätten sich mehr Engagement seitens des Ortsrates und der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gewünscht, um den Treffpunkt weiter zu führen.

„Das ganze Dorf war beteiligt“

Anfang der Achtzigerjahre sei die Idee entstanden, einen „Pavillon“ als Treffpunkt in der Gartenstadt Lohne zu errichten. Entsprechende Kontakte hätten dazu geführt, dass die Arbeiterwohlfahrt als Träger das Eckgrundstück erworben habe, mit dem Zweck, dort eine Begegnungsstätte zu errichten. Grundstock des Baus bildeten gebrauchte Container einer Bank, die diese für ihre Bauvorhaben nicht mehr benötigte. Als die Container auf dem vorgesehenen Grundstück gestanden hätten, sei der Satz gefallen: „Das schaffen wir nie!“. Dem habe eine beispiellose Welle von Hilfs- und Spendenbereitschaft gegenüber gestanden, erinnert sich Krentscher wehmütig: „Das ganze Dorf war beteiligt.“
Die Familien hätten damals noch ihre eigenen Baustellen gehabt und seien trotzdem bereit gewesen, auch bei der Begegnungsstätte mit Hand anzulegen. Einige Handwerksunternehmen hätten außerdem die Stromleitungen und Installationen fachgerecht gelegt und gespendet. „So haben wir das dann durchgezogen. Ich bin heute noch stolz darauf“, fasste der Mann der ersten Stunde zusammen. Umso mehr traf es ihn, als der Verkauf des Grundstückes und der Abriss erfolgten. Seiner Ansicht nach wird es niemals wieder etwas Vergleichbares für die Gartenstadt Lohne geben. „Da wird nie wieder etwas passieren“, stellte er resigniert fest.

Ein Ausgleich ist nicht in Sicht

Die FDP Isernhagen hatte nach dem Verkauf des Grundstückes eine Anfrage an die AWO gestellt, mit der Bitte 75.000 Euro in den Bau einer Begegnungsstätte in HB zu investieren, damit das Geld in der Gemeinde Isernhagen bleiben und ein Ausgleich für den nicht unerheblichen Einsatz der engagierten Bürger erfolgen möge. Da die Freiwillige Feuerwehr Isernhagen HB Ende des nächsten Jahres in ihren Neubau am Haselhöfer Vorfeld umziehen wird, werde das alte Feuerwehrgerätehaus frei. Schon länger bestehe der Wunsch, dieses zu einem Dorfgemeinschaftshaus umzubauen. Gerade in HB gäbe es viele Neubürger durch die Baugebiete und Menschen, die dort eine Zuflucht vor Not und Krieg gefunden hätten. Die Umgestaltung zu einem Treffpunkt sei eine Möglichkeit, für Isernhagen eine Strukturverbesserung der sozialen Arbeit vor Ort zu schaffen.
Die Fraktionsvorsitzende der FDP, Christiane Hinze, hat inzwischen eine Mitteilung der AWO erhalten, dass das erwirtschaftete Geld für den Lohner Treff nicht in Isernhagen weiter verwendet werde. Sie bedauert dieses sehr: „Schade! Das motiviert die Menschen nicht gerade, sich ehrenamtlich zu engagieren.“