Die Vergangenheit Isernhagens lebendig werden lassen

Viel anzusehen und zu lesen gab es für interessierte Ausstellungsbesucher, die sich am vergangenen Wochenende zahlreich einfanden. (Foto: Renate Tiffe)

Ausstellung „Leben auf dem Lande“ findet große Resonanz

ISERNHAGEN (ti). Schon zur Ausstellungs-Eröffnung weckte das Thema „Leben auf dem Lande: Schätze aus dem Isernhagener Gemeindearchiv“ großes Interesse. Etwa 70 Personen hatten sich – trotz brütender Hitze - im Foyer des Isernhagenhofes eingefunden, um einer Gemeinschaftsarbeit im besten Sinne die Referenz zu erweisen und viel zu erfahren aus der Vergangenheit der Isernhagendörfer wie des Zentralortes Altwarmbüchen.
„Heimat“ heißt das Jahresmotto der Bürgerstiftung Isernhagen. Grund genug für Katharina Günther, Gründungsmitglied der Stiftung, das Thema aufzugreifen, für das schon in den Altwarmbüchener Kaminrunden der 1990-er Jahre Material zusammengetragen wurde. Dr. Christian Heppner öffnete bereitwillig das Gemeinde-Archiv und gemeinsam wurde eine Schau zusammengestellt, die jenseits einer papierenen Präsentation die Vergangenheit Isernhagens wieder lebendig werden lässt. Dass mit den Jahres-Ausstellungen des Wöhler-Dusche-Museumshofes ein weiterer Fundus zur Verfügung stand, sei nur am Rande erwähnt. Nicht ohne Stolz konnte Heppner, Stadtarchivar in Hannover, der zugleich das Isernhagener Archiv betreut, beim Rundgang während der Eröffnungsfeier auf die vielen Dokumente, Karten und Berichte aus 300 Jahren örtlicher Geschichte verweisen.
Gut gegliedert zeigt sich die Ausstellung. Zurückgehend vom demokratischen Neubeginn nach 1945 werden NS-Zeit und 2. Weltkrieg mit der Schreckensnacht des 18. Oktober 1943 ebenso in Dokumenten festgehalten wie die Weimarer Republik und der 1. Weltkrieg. Zwei Schaukästen „Große Politik I“ und „Große Politik II“ greifen zurück auf das Ende des welfischen Königreiches 1866 und das Dreikaiserjahr 1888 und führen schließlich zu den ältesten Quellen über Zehntabgaben und Streitigkeiten aus dem Amtstagebuch sowie eine Ehestiftung aus dem Jahr 1683. Dazwischen werden Sonderthemen abgehandelt wie der Feuerschutz, Gewerbe und Verkehr, Landwirtschaft und Schulen.
Eine unübersehbare Bereicherung für die Ausstellung ist die Foto-Schau, die das Historiker-Ehepaar Dr. Wolfgang und Katharina Günther zusammengestellt und mit erläuternden Texten versehen hat. Nach Art einer Slide-Show werden Isernhagener Besonderheiten wie das Hahnenschießen, der historische Bestand der Mühlen und der Ziegeleien wiedergegeben, auch schmerzliche Ereignisse aus Krieg und Zerstörung werden nicht ausgelassen. Manch einer findet sich auf den Bildern wieder oder kennt jemanden, von dem er etwas zu erzählen weiß. So wird Geschichte lebendig.
Einiges an Zeit sollte mitbringen, wer sich in die Dokumente vertiefen möchte, etwa in die Gemeindeprotokolle, bei denen auffällt, dass die Jahre 1939 bis 1946 ausgelassen wurden. Zusätzlich werden auf zwei Tischen in der Mitte alle größeren Veröffentlichungen aus den letzten Jahrzehnten angeboten sowie Handbücher für die historischen Zusammenhänge. Wer will, kann von namhaften Persönlichkeiten aus der Literatur wie Ernst Jünger, Hermann Löns oder Kurt Schwitters erfahren, was sie mit Isernhagen verband.
Am kommenden Wochenende, dem 4. und 5. August, wird die Ausstellung in der Zeit von 11.00 bis 17.00 Uhr noch einmal geöffnet sein. Der Eintritt ist frei.