Die UN-Kinderrechte wurden künstlerisch beeindruckend umgesetzt

Lilly (3. v. l.) erklärte die Bildgestaltung zum Thema „Recht auf Gleichbehandlung“. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Schülersprecherin Patrizia Hinsemann (2. v. l.) durchschnitt das Band zur Ausstellungseröffnung, unterstützt von Dr. Renate Vogelgesang (l.). (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Bewegende Bilder sind bis Mitte März vor dem Ratssaal ausgestellt

ALTWARMBÜCHEN (bgp). Vierzig Kinder haben sich im Rahmen eines Projektes vom Jugendtreff Kirchhorst in Kooperation mit der Grundschule Kirchhorst intensiv mit dem Thema „Kinderrechte“ befasst und dieses künstlerisch umgesetzt. Die entstandenen Bilder sind nun in einer Ausstellung im Rathaus Isernhagen zu sehen.
Große Aufregung herrschte im Ratssaal am vergangenen Montag. Nachwuchskünstler aus zwei Kirchhorster Grundschulklassen des vierten Jahrgangs erwarteten gespannt die Eröffnung ihrer Ausstellung zu den Kinderrechten der Vereinten Nationen. Auf dem Flur im ersten Stock des Rathauses würdigte Dr. Renate Vogelgesang, erste Stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Isernhagen, die Tiefgründigkeit der entstandenen Bilder. Schülersprecherin Patrizia Hinsemann drückte ihre Freude über das gelungene Projekt aus und durchschnitt ganz professionell das Band zur offziellen Freigabe.
Drei Zweierteams kommentierten die Beweggründe zu den vorgestellten Bildern: „Was sind Kinderrechte und was braucht dieses Kind, um glücklich zu sein?“. Das „Recht auf Gleichbehandlung“ sehen sie als positiven Weg, Kinder in ihrer Vielfalt anzunehmen. „Alle Kinder sind verschieden, und das ist gut so!“, formulierte Lilly in ihrer Ansprache und warb ausdrücklich für die Gleichbehandlung aller Kinder, egal ob sie im Rollstuhl säßen, eine Brille trügen, dick oder dünn seien. Wichtig sei, dass sie Hilfe und Unterstützung bekämen. Bilder von schießenden Panzern und Flugzeugen, die Bomben abwerfen, berühren ebenso wie der kleine Fensterausschnitt mit Schulkindern, die sich vor dem Bombardement unter ihren Tischen verstecken. „Recht auf Frieden“, „Schutz vor Krieg“ oder „Wir müssen vor dem Krieg fliehen“ sind nur einige der zahlreichen ernsten Titel, mit denen die jungen Künstler ihre Werke überschrieben haben.
Es mag Zufall sein, doch Zeitpunkt und Ort der Ausstellungseröffnung sind gut gewählt. Einen Tag vor Einrichtung der Stabsstelle für Flüchtlingsfragen im Ratssaal illustrieren die Bilder eindrücklich vor dessen Türen, welche Voraussetzungen nicht nur für Kinder, sondern für alle Menschen wichtig sind. Die Grundschüler aus Kirchhorst haben damit den Bezug zu den Ursachen der Flucht von Millionen Menschen hergestellt.
Bemerkenswert ist die Ausstellung schon allein deshalb, weil die Viertklässler die missliche Lage vieler Kinder mit ihren Bildern präzise erfasst haben, ohne selbst Entbehrungen in so massiver Form erlebt zu haben. Die Grundschulkinder in Kirchhorst haben bisher noch keine Mitschülerinnen und Mitschüler aus den Krisengebieten der Welt, die Krieg und Flucht selbst erlebt haben; dennoch wird an den Bildern sichtbar, wie sehr sie mit ihnen fühlen. Sie leiteten aus der bestehenden Situation im In- und Ausland künstlerisch ab, wie die Ereignisse auf sie wirken. Die bunten Farben der bisweilen erschreckenden Bilder können über den Ernst der Lage nicht hinwegtäuschen, Mahnung und Aufforderung zum friedensbringenden Handeln der Erwachsenen sind sie allemal. Dann würden die dargestellten Rechte auf „Zuhause und Familie, Gesundheit, Schule, Spiel und Freizeit“ für alle Kinder Wirklichkeit werden, der Traum „Krieg muss Frieden werden“ ein Stück näher rücken.