Die Entwicklung der einzelnen Mobilität in Isernhagen

Wie immer hatte sich ein zahlreiches Publikum zur Saisoneröffnung im Wöhler-Dusche-Hof eingefunden. (Foto: Renate Tiffe)
 
Blumen für die Vorsitzende des nordhannoverschen Bauernhausvereins, Dr. Inge Hanslik. (Foto: Renate Tiffe)

Ausstellung „Von hier nach da“ im Wöhler-Dusche-Hof

ISERNHAGEN NB (ti). Mobilität ist ein allgegenwärtiges Thema, das unter den verschiedensten Aspekten beleuchtet werden kann. Die Ausstellung, mit welcher der Museumshof in Isernhagen seine diesjährige Saison eröffnete, greift einen Teilbereich heraus – die Fortbewegungsmittel, mit denen in der Vergangenheit Mobilität stattfinden konnte: zu Fuß, mit Pferd und Kutsche, per Fahrrad, mit der „Benzin-Kutsche“, sprich PKW und LKW und mit der „Elektrischen“, der Straßenbahn, die von 1901 bis in die 1950-er Jahre Isernhagen mit Hannover verband.
Bewegung ist auch in die Ausstellung selbst gekommen. Aufgezeigt werden nicht nur die historischen Zusammenhänge, untermalt durch Gegenstände, die zusammengetragen worden sind. „Schätze“, u.a. aus den Beständen Isernhagener Familien, wie sie die Vorsitzende des Nordhannoverschen Bauernhaus-Vereins, Dr. Inge Hanslik, bei der Eröffnung nannte. Anhand von Mobiles, großen, farbigen Würfeln, die von der Decke hängen (und bei Bedarf höher gestellt werden) können sich die Besucher auf anregende Weise thematisch leichter orientieren.
Inge Hanslik, die die Schau inhaltlich erarbeitete und auch die Texte schrieb, sprach zu den einzelnen Phasen des mobilen Fortschritts in Isernhagen. Sie betonte, dass Mobilität nicht nur physisch zu verstehen ist, eben „von hier nach da“, sondern auch der Entfaltung der Persönlichkeit dient, seiner Teilnahme an der Gesellschaft, der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung insgesamt.
Waren es zuerst die Dienstmädchen, die Wandergesellen und Wanderhändler, die sich zu Fuß aufmachten, konnte das Reisen mit Pferd und Kutsche schon ein Fortschritt betrachtet werden, allerdings eher für die Besserbetuchten. Ein Jagdwagen von 1905 ist, wohlverwahrt unter einem Zelt, draußen auf der Wiese zu bewundern. Für die breite Bevölkerung war dagegen der „Drahtesel“, das Aufkommen des niedrigen Sicherheits-Zweirades um 1900 geradezu ein Meilenstein für die Fortbewegung. Lasten konnten transportiert werden - großvolumige Körbe und Aufhängungen für die Milchkannen sind zu sehen, ebenso wie ein „Halbrenner“ von 1910. Auch Frauen konnten sich mit dem Fahrrad freier bewegen. Etwa ab 1930 sorgten dann Autos und Lastkraftwagen für schnelleres Tempo und größere Transporte. Die zunächst geplante Kleinbahnverbindung von Hannover aus wurde 1901 durch die „Elektrische“ ersetzt, die Straßenbahnlinie 17, die bis nach Großburgwedel fuhr.
„Nicht gerade bequem“, bemerkte der Bürgermeister, der bei der Eröffnung sozusagen in der ersten Reihe auf einer Straßenbahnbank Platz genommen hatte. Arpad Bogya hob hervor, dass die Mobilität für Isernhagen ein immer aktuelles Thema sei und erinnerte an die Verkehrsprobleme, Stichworte Schwerlastverkehr, ÖPNV und Umgehungsstraße. Er würdigte die Arbeit des Museumsvereins.
Der Wöhler-Dusche-Hof sei ein Juwel, das erhalten bleiben müsse. Bogya verband damit die Ankündigung auf eine weitere Unterstützung, was sowohl von der Vereinsvorsitzenden als auch der Ortsbürgermeisterin von NB, Renate Matz-Schröder, mit Begeisterung aufgegriffen wurde. Es ging um die 22.000 Euro, welche die Gemeinde jährlich als Zuschuss gewährt. Demnächst läuft der Vertrag der Gemeinde mit dem Verein aus. Wie Bogya im Nachhinein erläuterte, ist eine Ratsvorlage in Vorbereitung, mit der sich die Politik befassen muss.