„Die Deutsche Einheit war ein ganz großes Erlebnis"

Julia Klöckner (Mitte) würdigte das politische Engagement von Werner Weiß (l.) und überreichte die Ehrennadel der CDU für 70 Jahre Parteizugehörigkeit. Ehefrau Helga Weiß (r.) begleitete ihn stets auf seinem Weg. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Julia Klöckner ehrte Werner Weiß für 70 Jahre CDU-Mitgliedschaft

ISERNHAGEN/ALTWARMBÜCHEN (bgp). Die stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU, Julia Klöckner, ehrte Werner Weiß aus Kirchhorst öffentlich für 70 Jahre CDU-Mitgliedschaft auf dem Rathausplatz in Altwarmbüchen.
Die Vita des CDU-Urgesteins beeindruckte die Gäste des Abends, denn diese liest sich wie ein Stück Zeitgeschichte der Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands.
Sichtlich bewegt nahm Werner Weiß am Montagabend die Ehrung für seine langjährige Parteizugehörigkeit durch Julia Klöckner entgegen, die neben einer Ehrennadel ein Geschenk der Bundesvorsitzenden Angela Merkel mitgebracht hatte. Stete Wegbegleiterin des politisch engagierten Ehemannes war und ist bis heute Helga Weiß, die auf der Bühne einen Blumenstrauß von Helmut Lübeck, Mitglied des Vorstandes der CDU Isernhagen, überreicht bekam.
Werner Weiß wurde 1928 in Rodewisch im Vogtland geboren, am 1. Juli 1946 trat er der dortigen JU und der CDU bei, bereits 1947 wurde er in den Vorstand gewählt. Im Oktober 1953 musste Weiß mit Ehefrau Helga die Heimat im Osten aus politischen Gründen verlassen.
Sie machten sich nach der Unterbringung in Oberbayern und Berlin auf den Weg nach Hannover, wo später die beiden Kinder aufwuchsen. Dort nahm Weiß sofort Kontakt mit der CDU Döhren auf und fand in dem damaligen Kassierer Bernhard Klinnert einen Freund und Weggefährten, der ihm bis heute erhalten geblieben ist.
Werner Weiß engagierte sich von 1964 bis 1968 ehrenamtlich im Rat der Landeshauptstadt Hannover und war über viele Jahre bis 1990 Mitglied des Niedersächsischen Landtages.
Schwerpunkt seiner Arbeit war die Innere Sicherheit, in seiner Tätigkeit als Polizeisprecher für die CDU setzte er sich besonders für die Reiterstaffel ein. 1988 führte sein Weg nach Kirchhorst und somit in die Gemeinde Isernhagen, wo er von 1991 bis 1994 im Gemeinderat als Vorsitzender des Personalausschusses tätig war. Seine Position als Mandatsträger musste er 1994 aus gesundheitlichen Grünen aufgeben.
Vor allem die Tätigkeit im Vorstand der Exil-CDU von 1950 an, war bis zu deren Auflösung 1991 vom Wunsch nach der Wiedervereinigung Deutschlands getragen. "Ich habe damals nicht gedacht, dass ich das mal erleben werde, aber wir haben gesagt, der Tag wird kommen, an dem die Einheit eintritt", freute sich Weiß an seinem Ehrentag in Altwarmbüchen, dass der bedeutsame politische Traum wahr wurde.
Sein zweites politisches Steckenpferd ist bis heute die innere Sicherheit geblieben, für die er überzeugt eintritt: „Nur wenn die innere Sicherheit gewährleistet ist, ist auch die Freiheit der Bürger gesichert".