Der Wöhler-Dusche-Hof – eine gute Adresse abseits des Trubels

Klönen am Spinnrad: Erika Conrad (rechts) beherrscht noch immer das Handwerk der Wollbearbeitung und des Spinnens. (Foto: Renate Tiffe)

Viele Besucher in Isernhagens Bauernhaus-Museum

ISERNHAGEN NB (ti). Es war viel los an diesem Sonntag, an dem der Großraum-Entdeckertag und das Burgwedeler Stadtfest zusammenfielen. Dennoch: das Isernhagener Bauernhaus-Museum verlor auch an einem solchen Tag nicht seine Anziehungskraft. Viele Besucher, vor allem Familien mit Kindern, fanden sich bei schönem Spätsommerwetter auf dem Wöhler-Dusche-Hof ein, um Altes neu zu „entdecken“.
Stündlich gab es Führungen, bei denen die Örtlichkeiten und die Details der Bauweise des mehr als 400 Jahre alten, sorgfältig restaurierten Gehöfts erklärt wurden. Dessen einmalige Lage von Hannover aus am Ortseingang zu den Isernhagen-Dörfern ist an sich schon sehenswert. Wer wollte, konnte sich im sogenannten Kammerfach, der Stube an der Ostseite des Hauses, anhand einer Dia-Schau noch zusätzlich in einem Rückblick über die 25 Jahre des Bestehens des Museumshofes über die Sanierung und Restaurierung informieren.
Aber auch sonst gab es vieles auf der Museumsanlage zu erleben. Gemächlich zogen zwei Trecker des Hohenhorster Treckerclubs ihre Bahnen auf dem Wiesengelände zwischen Bauernhaus und Backhaus – zur Freude der Kinder, die mitfahren und ab und an einmal die Hupe betätigen durften. Versteht sich, dass das Backhaus in Betrieb war und für den bekannten Zuckerkuchen und die wohlschmeckenden Ein-Pfund-Brote sorgte. Wegen des Wetters, und weil überall etwas los war, sei es nicht ganz leicht gewesen, den Bedarf an diesem Tag richtig zu kalkulieren, meinte Klaus Heuer vom Vorstand des Vereins Nordhannoversches Bauernhaus-Museum. Am Ende waren der Verkauf und der Spendenertrag aber doch ansehnlich.
Immer wieder wecken frühere Tätigkeiten auf dem Bauernhof das Interesse vor allem auch der jungen Besucher. Erika Conrad am Spinnrad hatte nebenbei viele Fragen zu beantworten. Vieles aus der Lebensgeschichte der 96-jährigen Isernhagenerin kam dabei zur Sprache, beispielsweise wie sie im Krieg ihre Kinder mit Selbstgestricktem versorgte, „die Wolle von Milchschafen muss es sein“. „Spinnen beruhigt auch“, sinnierte sie. Zeitweise leisteten ihr Anneliese Giesecke und Hildegard Kickhäfer Gesellschaft, die ihren Strickstrumpf dabei hatte.
Draußen am Brunnen erklärte Uta Hinz den Jungen Ole und Jannis, wie mit einer langen Schnur dessen Tiefe auszuloten ist. Die sechs Meter wurden hinterher mit dem Zollstock penibel ausgemessen. Wie das Wasser mit der großen Wippe aus dem Brunnen zu schöpfen ist, wussten die Jungen schon.
Beim Bau des alten Bauernhauses spielte die Verarbeitung von Holz eine große Rolle. An der Ostseite des Museums war draußen das Modell eines Fachwerk-Hauses zu sehen, an dem die Technik des Ineinanderfügens der Hölzer und der Gebrauch von Holznägeln demonstriert werden können. „Wir sind sehr froh, jetzt das Modell zu haben“ sagte die Vorsitzende des Museumsvereins Dr. Inge Hanslik „Und wir freuen uns über die Unterstützung eines hiesigen Handwerksbetriebes, der das Modell erstellte.