„Der Isernhagenhof ist das Denkmal für Dich“

 
Redekes Abschied vom Amt des Ortsbürgermeisters im Kreise von mehr als 60 Weggefährten. (Foto: Renate Tiffe)

Friedrich Redeke hörte als Ortsbürgermeister in Isernhagen FB auf

ISERNHAGEN (ti). Der Wechsel im Amt vollzog sich nach außen unauffällig, wie es die gesamte Amtsführung von Friedrich Redeke (CDU) im Ortsrat von Isernhagen FB war. Keine offizielle Amtsübergabe, nicht einmal ein öffentlicher Handschlag. In der Ortsratssitzung wurde der Tagesordnungspunkt „Neuwahl des Ortsbürgermeisters" abgehandelt. Am Ende war Thomas Hahn (SPD) der neue Amtsträger. „So machen wir das in Isernhagen“.
Ohne ein Wort des Dankes des langjährigen Weggefährten im Ortsrat Wolfgang Dorn (SPD) ging es trotzdem nicht ab. „Es ist unglaublich, was Du in den vergangenen 23 Jahren für FB und die Gemeinde geleistet hast“, begann Dorn, auf dem Höhepunkt der Isernhagenhof-Krise ein erbitterter Gegner von Redekes Argumenten.
Jetzt nach dem großen Aufräumen und nachdem sich die Wogen geglättet haben, konnte er anerkennen, dass Redeke wesentlich dazu beigetragen hat, dass in Isernhagen ein „Kulturzentrum von überregionaler Bedeutung“ entstehen konnte. „Der Isernhagenhof ist das Denkmal für Dich“, fasste Dorn schlicht zusammen.
Aber die Kulturstätte ist längst nicht alles auf der Haben-Seite des Ortsteils FB. Vor mehr als 20 Jahren soll gespottet worden sein, dass die Krähen, die von KB kamen, sich beim Überfliegen auf den Rücken drehten, damit sie das Elend in FB nicht zu sehen bekamen.
Redeke hat dafür gesorgt, dass die frühere Schule der Ortsmittelpunkt für die Vereine und die Feuerwehr bleiben konnte, als in den 1990er Jahren viele Asylbewerber unterzubringen waren. Stattdessen wurden die beiden Asylhäuser am Lohner Weg gebaut, mittlerweile, nachdem der Bedarf nicht mehr bestand, bestens umgenutzt als religiöses Gemeindezentrum und als Haus für die Schützen in FB mit ihrer jetzt äußerst erfolgreichen Vereinsarbeit. - Ende der 1990er Jahre war das Einkaufszentrum nach Burgwedel auf den Weg gebracht worden, das der Brand von 2011 teilweise vernichtet hat. Die Barriere, die das Landesraumordnungsprogramm für den Wiederaufbau darstellt, wird vermutlich irgendwann umgangen werden können. Der Ortsrat arbeitet daran, allen voran weiter Friedrich Redeke. der nun als stellvertretender Ortsbürgermeister agieren wird - wie man ihn kennt, nicht weniger kämpferisch für seinen Ort.
Dass er nicht mehr die Nummer eins ist, hat einerseits mit dem Wahlausgang von 2011 zu tun, als die CDU einen Sitz im Ortsrat an die „Grünen“ verlor. Der Wechsel war mit Beginn der Wahlperiode abgesprochen worden, zumal die Zusammenarbeit – nach außen nicht immer erkennbar – von jeher vorzüglich geklappt haben soll. Andererseits meinte der mit 20 Jahren dienstälteste Ortsbürgermeister in Isernhagen, jetzt 61 Jahre alt und bereits durch einen gesundheitlichen Einschlag zum Nachdenken bewogen, dass es Zeit für ihn sei, kürzer zu treten.
Das Mandat im Gemeinderat hat Redeke bereits im März 2013 aufgegeben, möglicherweise nicht gerade zum Bedauern mancher Ratsmitglieder, auch aus der eigenen Fraktion, denen er es mit seinen eigenständigen Ideen und der Art sie durchzusetzen nicht immer leicht gemacht hat. Ein widerständiger Mensch!
Das alles war vergessen, als sich direkt nach der Ortsratsitzung auf Redekes Einladung hin im Restaurant „Heinrichs“ mehr als 60 Weggefährten aus den vergangenen Jahren trafen, Kommunalpolitiker, Parteifreunde aus FB und KB, Vorsitzende aus Vereinen und Verbänden, der Pastor. So ganz sang- und klanglos wollte er als Ortsbürgermeister nicht gehen, meinte er. Zu denen, die seine Arbeit würdigten, zählte auch der Bürgermeister Arpad Bogya. Sie seien nicht die intimsten Freunde gewesen, er empfinde aber Respekt darüber, was Redeke „als Urgestein der Isernhagener Kommunalpolitik“ an den Tag gelegt habe.