Den eigenen Hausschlüssel solange wie möglich behalten

v.l. Hausärztin Dr. Renate Vogelgesang, Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes Ute Rodehorst und Seniorenbeauftragter der Gemeinde Isernhagen Ralf Henneberg informieren über selbstbestimmtes Leben im Alter. (Foto: Dana Noll)

Angebote zum „Leben im Alter“ im Rathaus in Altwarmbüchen vorgestellt

ALTWARMBÜCHEN (dno). Zu einer Informationsveranstaltung hatte die Gemeinde Isernhagen mit dem Seniorenbeauftragten Ralf Henneberg in den Ratssaal eingeladen. Etwa 80 Senioren interessierten sich für Angebote und Möglichkeiten, ihren Lebensabend in den eigenen vier Wänden zu verbringen. Zur 4. Kooperations- Veranstaltung kamen Hausärztin und Palliativmedizinerin Dr. Renate Vogelgesang, der ambulante Hospizdienst, Wohnraumberaterin Ulrike Buchwald sowie die Diakonie Burgwedel.
Nur eine kleine Prozentzahl der älteren Menschen ist auf Pflegeheime angewiesen. Alternative Wohnformen, Hospiz- und Pflegedienste sowie ehrenamtliche Helfer unterstützen die Senioren und ermöglichen damit, ihren Ruhestand in den eigenen vier Wänden zu verleben.
„Mit kleinen Hilfsmitteln, lassen sich die eigene Wohnung oder das Haus bereits „seniorentauglich“ machen“, so Ulrike Buchwald von der Wohnraumberatung der Region Hannover. In ihrem Vortrag zeigte sie Möglichkeiten, wie Stolperfallen und Hindernisse vermieden und Treppenräume an die Lebenssituation angepasst werden können. Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, die ein weitestgehend selbstbestimmtes und eigenständiges Leben gewährleisten. Eine Wohnraumberatung vor Ort zeigt gezielt Möglichkeiten und berät die Senioren auch bei Fragen zur Finanzierung.
Besonders Aktivitäten des alltäglichen Bedarfes, die heute noch selbstverständlich erscheinen, stellen für den älteren Menschen ein erhöhtes Unfallrisiko dar. Handläufe, Haltegriffe- und bügel, Klingeltonverstärker, Markierungen mit Kontraststreifen, elektrische Tür- und Fensteröffner oder Sensoren sind nur einige Beispiele, die häufig mit nur geringem Aufwand eingebaut werden können und das Leben im eigenen Haus vereinfachen. Denn gerade beim Bedienen, Hören und Sehen treten die ersten Beschwerden auf.
„Der Wunsch „Leben zu Hause bis zuletzt“ besteht bei uns allen“, so Dr. Renate Vogelgesang. Doch Krankheiten wie zum Beispiel Demenz, der Verlust des Partners und auch die familiären Bedingungen lassen dies häufig nicht zu. Daher ist es wichtig, ein „gutes Netzwerk zu haben“. Kurzzeitpflege, gewisse „Auszeiten“ und das realistische Einschätzen des Pflegenden sind wichtig, damit sich die Angehörigen nicht an ihre Grenzen bringen.
Pflegedienstleiterin Bettina Wohlbier hat dies schon häufig erlebt. Daher weist sie auf vielfältige Möglichkeiten hin, wie die Diakoniestation unterstützen kann. Dabei geschieht der Einstieg häufig über den „hauswirtschaftlichen Bereich“, das bedeutet alltägliche Dinge wie einkaufen oder kochen fallen zunehmend schwerer – hier kann ein Pflegedienst helfen.
Ute Rodehorst vom Ambulanten Hospizdienst legt mit ihren 41 ehrenamtlichen Helfern viel Wert darauf „Nicht dem Leben, mehr Tage zu geben, sondern, den Tagen mehr Leben!“ Seit März 2006 begleiten und unterstützen sie ältere Menschen in ihrem Alltag. „Wir sind kein Pflegedienst! Wir ergänzen die anderen therapeutischen und medizinischen Angebote“, so Rodehorst.
Druckfrisch ist die 3. Auflage der Seniorenbroschüre „Älter werden in Isernhagen“ erschienen. Im Rathaus, in den Begegnungsstätten und auch in den Apotheken liegt diese kostenfrei aus. Hier finden sich zahlreiche Informationen und Ansprechpartner. Auch an rechtliche Themen wie eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht muss gedacht werden. Nicht zu vergessen die Kontovollmacht, damit Probleme mit den Kreditinstituten vermieden werden.