„Das Spezialfahrzeug für Tierrettung rostet an allen Ecken“

Zahlreiche Ehrungen und Beförderungen im Rahmen der Jahreshauptversammlung (v. l.): Thorsten Languth, Rodrigo Meinhardt, Eric Voltmer, Nico Ebeling, Oliver Marx, Sandra Scheffler, Markus Hink, Bernd Scheffler, Hans-Jürgen Prothmann, Manfred Saupe, Wolfgang Schneider, Dirk Leifers und Clive von Plehn. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Ortsbürgermeister Thomas Hahn (l.) überreichte Friedel Könecke die bronzene Ehrennadel der Gemeinde für 10 Jahre Kommandoarbeit. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Feuerwehr Isernhagen FB muss Ausrüstung neu beschaffen

ISERNHAGEN FB (bgp). Ortsbrandmeister Dirk Leifers kritisierte im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Isernhagen FB, dass nach wie vor kein adäquates Feuerwehrgerätehaus für Fahrzeuge und Ausrüstung vorhanden sei. Herbert Löffler, Vertreter des Wirtschafts-, Finanz und Feuerschutzausschusses der Gemeinde Isernhagen, bestätigte in seiner Rede den „desolaten Zustand“ des Gebäudes.
Im Jahresrückblick 2014 wurde deutlich, dass sich bei der dringend angemahnten Verbesserung zur Unterbringung der Fahrzeuge in der Farster Bauerschaft seit den Vorjahren nichts geändert hatte. Das drei Jahre alte Spezialfahrzeug für Tierrettung roste bereits „an allen Ecken“, da es keinen Unterstand dafür gäbe, so Leifers. Im Inneren des Fahrzeuges bilde sich durch die Temperaturschwankungen Feuchtigkeit, sodass die darin untergebrachte Spezialkleidung mittlerweile stark verschimmelt sei und komplett ersetzt werden müsse.
Die Ausführungen des Ortsbrandmeisters dokumentierten die Dringlichkeit des Problems. Herbert Löffler und Gemeindebrandmeister Clive von Plehn hatten immerhin ein kleines Trostpflaster im Gepäck. In Isernhagen werden wegen der kürzeren Hilfsfristen alle acht Standorte der Ortsfeuerwehren erhalten bleiben.
Für den Etat bis 2018 wurden rund 7 Mio. Euro für Fahrzeuge und Gerätehäuser bewilligt und für die ersten Planungen der vorgesehenen neuen Feuerwehrgerätehäuser in Isernhagen FB sowie KB sind für 2016 immerhin 50.000 Euro veranschlagt worden.
Noch müssen sich die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr FB in Geduld üben, denn zunächst wird der Neubau des Standortes Altwarmbüchen fertiggestellt, dem folgt HB, und erst dann werden die Ortschaften FB und KB mit neuen Gebäuden versorgt werden können.
Eine Arbeitsgruppe, die sich in der Vergangenheit mit der Konzeption des Feuerwehrbedarfsplanes befasst hatte und nach Abschluss der Arbeiten zunächst aufgelöst wurde, wird nun als ständige Einrichtung in Zusammenarbeit mit den Gemeinde- und Ortskommandos beibehalten werden.
„Die Politik sieht den Bedarf und es ist auf einem guten Weg“, bekräftigte Löffler seine Ausführungen. Beide Parteien, Verwaltung und Feuerwehren, signalisierten die Bereitschaft zur Kooperation: „Es gibt immer wieder Knackpunkte, aber der Dialog ist das wichtigste“, so Clive von Plehn.
Sorgenvoll in die Zukunft sieht Ortsbrandmeister Leifers nicht nur bezüglich der Gebäude. Die Mitgliederzahl werde sich in den nächsten Jahren nicht optimal entwickeln. Bisher konnten die Einsätze, die werktags in der Zeit von 7.00 bis 18.00 Uhr erfolgten, mit durchschnittlich acht Einsatzkräften gut abgearbeitet werden. Das könne sich bezüglich der Tagesverfügbarkeit und Ausrückzeiten bald ändern, da für die aktiven Kameradinnen und Kameraden weder bezahlbarer Wohnraum noch genügend Arbeitsplätze im näheren Umfeld vorhanden seien.
Außerdem sinke zunehmend die Bereitschaft der Arbeitgeber, das Personal für die Einsätze frei zu stellen. Die Tatsache, dass ein hoher Anteil der Aktiven aus Selbständigen besteht, bestätige diesen Trend. Wenn aus diesen Gründen immer mehr Personen abwanderten, sei das bald ein Problem. Außerdem wünsche er sich mehr Mitglieder aus den Reihen der Immobilieneigentümer, da diese auch einmal auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen sein könnten.
Die verhaltene Stimmung hellte sich jedoch auf, da zahlreiche Ehrungen und Beförderungen den Einsatzwillen und große Verbundenheit zur heimischen Feuerwehr dokumentierten.
Fünf neue Kameraden wurden in den aktiven Dienst gestellt und zum Feuerwehrmann befördert: Thorsten Languth, Rodrigo Meinhardt, Nico Ebeling, Oliver Marx und Eric Voltmer. Sandra Scheffler freute sich über die Beförderung zur Löschmeisterin.
Bernd Scheffler und Markus Hink erhielten das Niedersächsische Ehrenzeichen für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft. 40 Jahre aktive Mitgliedschaft konnten Manfred Saupe, Hans-Jürgen Prothmann und Wolfgang Schneider vorweisen und dafür das Niedersächsischen Ehrenzeichen entgegen nehmen.
25 Jahre fördernde Mitgliedschaft wurden mit einer Urkunde für Ortrud Schneider und Sieghard Bröker (abwesend) gewürdigt, Georg Lucks und Karl Heinz Wolf wurden in Abwesenheit für 40 Jahre fördernde Mitgliedschaft geehrt. Friedel Könecke erhielt die bronzene Ehrennadel der Gemeinde als Dank für 10 Jahre Kommandoarbeit.