Das Moorfest im Altwarmbüchener Zentrum lockte zahlreiche Besucher an

Die Fahrradversteigerung der Gemeinde Isernhagen war ein Publikumsmagnet und trug maßgeblich zur Belustigung der Besucher bei. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Die Rolling Chairs aus Isernhagen ließen die Besucher einmal ausprobieren, wie viel sportliches Geschick es erfordert, Basketball in einem Rollstuhl zu spielen. Werner Hinz (r.) als leidenschaftlicher Basketballspieler und erster Vorsitzender des Vereins erklärte, wie es geht. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Vereine und Institutionen präsentierten sich mit vielfältigem Programm

ALTWARMBÜCHEN (bgp). Eine bunte Mischung aus Information und Unterhaltung mit kulinarischen Genüssen präsentierten der Ortsrat, Isernhagener Vereine und Geschäfte am Samstag auf dem beliebten Moorfest. Mehrere Hundert Besucher machten sich trotz des wechselhaften Wetters in Zentrum auf, um mit anderen Bürgern zu feiern.
Während zu Beginn des Festes noch böiger Wind und immer wieder Regenschauer herrschten, klarte gegen 15.00 Uhr zur Fahrradversteigerung der Gemeinde Isernhagen der Himmel kurzzeitig auf und bescherte der Aktion neben Sonnenschein vor allem großen Zulauf. Viele Gäste ersteigerten günstig ein gebrauchtes Fahrrad, das als Fundsache aus dem Gemeindebestand angeboten wurde. Manche schauten auch nur zu und amüsierten sich über das dynamische Geschehen, mit dem ein Fahrrad nach dem anderen an den Mann oder die Frau gebracht wurde.
Mit viel Engagement hatten die Organisatoren wieder ein Programm zusammengestellt, das sich sehen lassen konnte. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer hatten ihre Freizeit investiert, Stände aufgebaut und am Festtag betreut. Ortsbürgermeisterin Marlies Helfers war begeistert von der Resonanz: „Der Marktplatz ist gut bestückt, wir hätten gar nicht mehr Stände annehmen können“. Besonders erfreut zeigte sie sich über den Informationsstand des Bauernhausmuseums Wöhler-Dusche-Hof, das zum ersten Mal beim Moorfest vertreten war und auf reges Interesse stieß.
Die Juniorfirma Yserenhaghe, deren Name sich aus der Schreibweise des Heimatortes um 1322 im Pfandregister der Stadt Hannover ableitet, möchte im Sinne des Gemeinwohls Unternehmertum ausprobieren. Viktor Bauf hatte die Idee zur Firmengründung, sieht sich selbst jedoch lediglich als „Helfer“, der die zurzeit sieben Mädchen und Jungen im Alter von fünf bis zwölf Jahren bei ihren Aktivitäten unterstützt, um Geld für die Juniorfirma zu verdienen.
Die Ideen dazu sollten sie jedoch weitgehend selbst entwickeln und umsetzen, die Kinder seien aber auch offen für Anregungen von außen. So werde Yserenhaghe in der Post Altwarmbüchen Karten auslegen, auf denen die Bürger ihre Ideen notieren und die Karten in einen aufgestellten Papp-Briefkasten werfen könnten, sagte Bauf.
Später wolle man die Anregungen auf den Karten mit in die Überlegungen zu neuen Aktionen einbeziehen. Das Moorfest bot dazu eine gute Gelegenheit, die erst seit einigen Monaten bestehende Juniorfirma in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Den Besuchern war es recht, denn neben einem interessanten Erbsenspiel, das große Geschicklichkeit erforderte, zauberten die Jungunternehmer mit einem Crêpe-Eisen hauchdünne Köstlichkeiten, die reißenden Absatz fanden.
Feuchtfröhlich ging es im Pool des Altwarmbüchener Tauchclubs zu, in dem sich vor allem der Nachwuchs über Grundlagen des Tauchsports informierte. Dem standen die Basketballsportler vom Rollstuhlsportverein Rolling Chairs Isernhagen in nichts nach, denn ihr Angebot, den Korb vom Rollstuhl aus zu treffen, wurde sehr gut angenommen. Aktiv Unterstützt wurden sie dabei von Werner Hinz, langjähriger Rollstuhlsportler und 1. Vorsitzender des Vereins. Frank Pieper, zuständig für das Marketing der Rolling Chairs, berichtete begeistert von den schnellen dynamischen Spielen der Rollstuhl-Basketballer, die mittlerweile vom Sportpublikum mit großem Interesse verfolgt werden: „Da kracht es manchmal ganz schön, wenn die Sportler während des Spiels mit den Rollstühlen zusammentreffen“.
In diesem Jahr geht die Mannschaft in den offiziellen Ligabetrieb und möchte möglichst bald in die höheren Ligen aufsteigen. Dennoch zählten vor allem Teamgeist, Spaß und die Mischung in der Mannschaft. Die Rolling Chairs informieren auch in Schulen erfolgreich über ihren Sport und die Mobilität mit dem Rollstuhl. Schülerinnen und Schüler könnten sich aktiv an den Projekten beteiligen und erführen vor allem, dass Rollstuhlfahrer ganz normale Menschen seien, so Pieper.
Dies sei gerade im Hinblick auf die Inklusionsbestrebungen in den Schulen sehr wichtig. Dabei hat er auch die Integration von Flüchtlingen im Auge, denn er habe festgestellt, dass unter den Schülern durch die Aktionen der Rolling Chairs allgemein die Toleranz gegenüber Menschen wachse, die anders seien. Pieper erhofft sich dadurch zukünftig auch ein offeneres Klima gegenüber den ausländischen Mitschülerinnen und Mitschülern der Kinder.