Bürgerstiftung: Altes erhalten und Neues gestalten

Der Vorstand der Bürgerstiftung Isernhagen: (v.l.) Andreas Kellner, Ute Schaumann (stellvertretende Vorsitzende), Vorsitzender Dr. Joachim Wegener und Matthias Müller. (Foto: Renate Tiffe)

Sport und Senioren sollen stärker in den Blickpunkt rücken

ISERNHAGEN (ti). 360.000 Euro hat die Bürgerstiftung Isernhagen in den 17 Jahren ihres Bestehens für gemeinnützige Zwecke ausgegeben. Das soziale Engagement, das über die kommunalen Leistungen weit hinauszugehen vermag, fördert das Gemeinwohl und trägt zur Attraktivität der Gemeinde bei.
Auch nach dem Vorstandswechsel im Juni 2014 konnte die erfolgreiche Arbeit fortgesetzt werden. Dass dies so bleibt, dafür sind unlängst bei der Jahresversammlung entsprechende Weichen gestellt worden. 93 Stifter zählt die Bürgerstiftung zurzeit.
Die desaströse Lage auf dem Kapitalmarkt, die kaum noch Zinserträge bringt, zwingt die Stiftung, ihre Einnahmen in der Hauptsache aus einer ansehnlichen Zahl von Projekten zu beziehen. Der Adventsloskalender, das Golfturnier und der Schlemmerabend zählen zu den einträglichsten. Mehr Erfolg wäre dem Projekt „20 x 200“ zu wünschen, dessen Ziel es ist, regelmäßige Spender zu finden, die laufend die Arbeit der Stiftung unterstützen. Von den angestrebten 200 Geldgebern haben sich bis jetzt erst elf bereitgefunden.
Neue Vorhaben sind in diesem Jahr konkret in der Planung. Darunter werden die „Hofsymphoniker“ mit einem ersten Konzert im Herbst ein „richtig großes Ereignis“ sein, wie der Vorsitzende der Bürgerstiftung, Dr. Joachim Wegener, voraussagte. In dem Orchester sollen junge musikalische Talente mit Profimusikern zusammenkommen. Ein weiteres „Ertragsobjekt“ soll die Oldtimer-Rallye werden, die am Entdeckertag der Region durchgeführt wird.
Getrennt hat sich die Bürgerstiftung vom Flüchtlings-Helfernetzwerk, das sie ursprünglich einmal ins Leben gerufen hatte. Es könne sich mittlerweile selbst „operativ gut bewegen“, wie Wegener sagte. Unterstützung in Einzelfällen ist weiter zugesagt. Ein anderes Projekt, der Pausenapfel für die Grundschüler konnte aufgegeben werden, weil jetzt das Land die Kosten übernommen hat
Über die vielen Projekte und Fördermaßnahmen hinaus will der 2015 neu gewählte Stiftungsrat in Zukunft die Schwerpunkte etwas anders ausrichten. Aufgeteilt in die Bereiche Jugend, Senioren, Kultur, Sport, Soziales, Heimatpflege und Natur und Umwelt, soll demnächst dem Sport und den Senioren mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Im Bereich Sport läuft derzeit gar nichts. Hier muss noch eine geeignete Vertretung gefunden werden.
Für die Aufgabe mit den Senioren, die bislang nur 4 Prozent beanspruchte, hat sich mit Christiane Hinze eine renommierte Kommunalpolitikerin auf der Stifterversammlung vorgestellt.
Zentrale Themen für die Bürgerstiftung sind und bleiben Bildung und Jugend, die etwa 41 Prozent des Engagements ausmachen. „Bürger stiften Bildung“ ist das Motto für die Arbeit 2016. Neben dem eingeführten Bodo-Herwig Stipendium, das auf einer eigenen Stiftung beruht, läuft bereits die Ausschreibung für das erste Raseneisensteinstipendium. Damit möchte die Stiftung weiter ihr hohes Interesse an den Isernhagener Schulen unterstreichen. Die erstmalige Verleihung soll Mitte des Jahres erfolgen.