Bürgerpreis der Gemeinde ging an die Bürgerstiftung

Besonders geehrt am Ehrenamtstag (v.l.): der Initiator und Gründer der Bürgerstiftung Klaus Mukrasch, Michael Koch und Marita Mensching, Stefan Rautenkranz vom Kunstverein Burgwedel/Isernhagen mit Bürgermeister Arpad Bogya. (Foto: Renate Tiffe)

Isernhagen feierte den „Tag des Ehrenamtes“ im Isernhagenhof

ISERNHAGEN FB (ti). Alle zwei Jahre wird in Isernhagen der „Tag des Ehrenamtes“ begangen – eine besondere Würdigung für all diejenigen, die durch ihre ehreamtliche Tätigkeit zum Wohle der Gemeinde beitragen. Verliehen wird zu diesem Anlass der Bürgerpreis, der mit 2000 Euro dotiert ist. Diesjähriger Preisträger ist die Bürgerstiftung. Mit einer Urkunde zum 25-jährigen Jubiläum ausgezeichnet wurde darüber hinaus der Kunstverein Burgwedel und Isernhagen.
Etwa 300 Gäste waren der Einladung von Bürgermeister Arpad Bogya zur Feier gefolgt, an der auch zahlreiche Vertreter aus Rat und Verwaltung teilnahmen. Für den festlichen Rahmen und das Programm im Isernhagenhof hatten wie immer die Hauptamtlichen der Verwaltung gesorgt. Ein schöner „Fall der Verschränkung“, lobte Bogya. Immer wichtiger sei es, die herausragende Stellung der Ehrenamtlichen zu betonen. Der Staat zeige seine Wertschätzung, indem er erst im März dieses Jahres neue rechtliche Regelungen geschaffen habe. Die Gemeinde verleihe die sogenannte Ehrenamtskarte, um das Amt attraktiver zu machen. „Wir arbeiten gemeinsam für Isernhagen“, so der Bürgermeister.
Das war allerdings der Punkt, an dem er sich, seine persönliche Betroffenheit nicht verhehlend, zu einer Klarstellung veranlasst sah. Das Problem hatte in den letzten Tagen viele Isernhagener bewegt. In einem Zeitungsbericht war die Lage einer dreizehnköpfigen Familie aus Syrien geschildert worden, die sich in der Gemeinde nur unzulänglich aufgenommen fühlte.
Die Wohnung war da und ein „deutlich vierstelliger Betrag“ sei für den Lebensunterhalt und den Haushalt zur Verfügung gestellt worden. Über das, was fehlte, hat sich die Familie gegenüber der Gemeinde nicht geäußert. Bogya richtete einen Appell an Haupt- wie Ehrenamtliche an einem Strang zu ziehen, wenn es im nächsten halben Jahr darum gehe, 50 weitere Personen in Isernhagen aufzunehmen. Alle Wohnungen seien zurzeit belegt.
Den Aufruf griff der Vorsitzende der Bürgerstiftung, Michael Koch, spontan in seiner Dankesrede auf. „Wir wollen hier und heute mit dem gewonnenen Preis ein Projekt starten, mit dem Flüchtlingen und Bedürftigen sofort geholfen werden kann“, rief er aus. Alle seien gefordert und gefragt, mit Geldspenden dazu beizutragen. Es sei im Geiste der Bürgerstiftung, in einer Gemeinde, der es gut geht, weiter daran zu arbeiten, dass es auch denjenigen besser geht, die Hilfe brauchen.
Zuvor hatte der Bürgermeister die Entwicklung und das große Engagement der Bürgerstiftung für die Gemeinde herausgestellt, was sich am besten in dem Satz widerspiegelte: Isernhagens Bürger haben die Stiftung angenommen.
Zum Programm gehörte auch die Auszeichnung für den Kunstverein Burgwedel-Isernhagen, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen mit vielen Veranstaltungen und einer aufsehenerregenden Ausstellung gefeiert hatte. Bogya zog eine Parallele zum Förderverein Isernhagenhof, der sich zu gleicher Zeit entwickelt habe. Beide Vereine verfügen heute über etwa 100 Mitglieder. Stefan Rautenkranz nahm die Urkunde entgegen. Er ist der Vorsitzende des Kunstvereins und Inhaber des Cafés am Isernhagenhof, in dem viele der Veranstaltungen stattfinden.
Eine besondere Atmosphäre zeichnet den „Tag des Ehrenamtes“ stets aus, der seit 1991 begangen wird. Diesmal bewirkten die aufwendige Dekoration, der Bauchredner Didibel und ein junges Orchester der Musikschule mit einem irischen Volkslied und Klezmer-Musik eine gewisse Leichtigkeit, die den ernsthaften Problemen keinen Abbruch tat. Sie beflügelte die anschließenden Gespräche untereinander im Foyer. Für den frugalen Imbiss hatte die Catering-Gruppe der Heinrich-Heller-Schule gesorgt.