Bogya: Keine Abstriche bei der Isernhagener Feuerwehr

Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing und Gemeindebrandmeister Clive von Plehn freuen sich über die besondere Ehrung für Philipp Suppan (rechts). (Foto: Renate Tiffe)
 
Gemeindebrandmeister Clive von Plehn, hier mit Oliver Behnsen, setzte zum Dank an die Gemeinde während der Dienstversammlung einen der knapp ein Kilo schweren Helme auf. (Foto: Renate Tiffe)

Auf der Dienstversammlung wurde Klartext geredet

ISERNHAGEN HB (ti). Außer den Jahreshauptversammlungen in den Ortsteilen wird in Isernhagen noch alljährlich eine Dienstversammlung der Gemeindefeuerwehr durchgeführt, bei der alle Funktionsträger aus den einzelnen Wehren zusammentreffen.
Das bedeutet, dass die Probleme klar angesprochen werden, die die Feuerwehr insgesamt betreffen - und von denen es nicht zu wenige gibt, die in nächster Zeit verstärkt angegriffen werden müssen. Verbindlich im Ton, aber unmissverständlich in der Aussage benannte Gemeindebrandmeister Clive von Plehn die Umstände, die den Feuerwehren vor allem zu schaffen machen.
Als Achillesferse bezeichnete er die sogenannte Tagesverfügbarkeit, d. h., dass bei Einsätzen unter der Woche nicht mehr genügend Kräfte zur Verfügung stehen, weil die meisten Feuerwehrleute auswärts arbeiten. Die Gemeindeverwaltung kann einen gewissen Ausgleich schaffen. Aber der reicht nicht aus. Hier stößt der ehrenamtliche Einsatz offenbar mit der Zeit an Grenzen.
Ein anderes Kapitel betrifft die Ausbildung des Personals für die vielfältigen Aufgaben. Zwar ist die Isernhagener Feuerwehr in der Lage, bei der Aus- und Fortbildung selbst eine Menge zu leisten, wie Oliver Behnsen als Gemeindeausbildungsleiter an vielen Beispielen aufführte, aber die Lehrgangssituation auf der Regions- und vor allem auf der Landesebene reicht bei weitem nicht mehr aus, ist eher als katastrophal zu bezeichnen.
Von 99 Lehrgangs- und Fortbildungsplätzen, die Isernhagen für 2016 bei der niedersächsischen Ausbildungszentrale anmeldete, hat sie nur 28 zugeteilt bekommen. Schon für das Jahr 2015 konnte die zugesagte Bedarfsdeckung von 50 % nur zu 27 % erfüllt werden. In Burgdorf wurden von 102 angeforderten Plätzen nur 46 bedient.
Hohe Ausgaben wird die Fahrzeugbeschaffung in diesem Jahr verlangen. Durch den Neubau in Altwarmbüchen ist ein Stau entstanden, der dort die Anschaffung gleich mehrerer neuer Fahrzeuge erforderlich macht. Auch in NB, Kirchhorst und Stelle liegen Neubeschaffungen an. Ebenso muss bei der Drehleiter, Baujahr 1990, an Ersatz gedacht werden.
Bürgermeister Arpad Bogya zeigte Verständnis für die Sorgen der Verantwortlichen bei der Feuerwehr. Offenbar noch unter dem Eindruck der Verhandlungen für den Nachtragshaushalt der Gemeinde stehend, zählte er detailliert die Kosten auf, die der Gemeinde durch die Aufnahme der Flüchtlinge entstehen.
1,5 Millionen Euro seien es allein bei den Personalkosten, von denen nur 105.000 durch die Region ersetzt werden. „Wir haben ein großes Rad zu drehen, um allen gerecht zu werden“, sagte er. Aber die Feuerwehr solle darunter nicht leiden. Alles bleibe wie bisher.
Zu einer Feuerwehrversammlung gehören auch Beförderungen und Ehrungen. Oliver Behnsen wurde zum Hauptbrandmeister befördert und Christian Reinhard erhielt die Abzeichen als Oberlöschmeister.
Eine besondere Ehrung wurde Philipp Suppan für seine außerordentlichen Verdienste um die Isernhagener Feuerwehren zuteil. Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing überreichte dem stellvertretenden Altwarmbüchener Ortsbrandmeister, der zugleich Pressesprecher der Wehren ist, das Deutsche Feuerwehrabzeichen in Bronze. Mensing würdigte Suppans technisches Verständnis und dessen menschlich verbindende Art und zählte die vielen Funktionen auf, in denen er tätig war oder ist, was sich u. a. auch bei der Planung des Altwarmbüchener Feuerwehrhauses gezeigt habe.

Neue Helme für die Feuerwehr

Neue Helme für die Aktiven der Isernhagener Feuerwehren. Gemeindebrandmeister Clive von Plehn setzte zum Dank an die Gemeinde während der Dienstversammlung
in der Gaststätte Voltmers Hof einen der knapp ein Kilo schweren Helme auf.
55.000 Euro hat sich die Gemeinde die Anschaffung der insgesamt 277 Helme kosten lassen.
Die Investition war notwendig geworden, weil die alten Helme nicht mehr den heutigen Sicherheitsanforderungen entsprachen. Die moderne Form, vorn mit dem Isernhagener Wappen, kann an jede Kopfform angepasst werden. Zusätzliche Ausrüstungen wie Gehörschutz und Forstvisiere müssen nicht mehr umständlich montiert werden.