Besinnliche Einstimmung auf das Weihnachtsfest

Die Opernsängerin Gertraud Wagner und ihr musikalischer Partner Marc Masconi boten ein Konzert mit kritischen und besinnlichen Tönen zur Weihnachtszeit. (Foto: Renate Tiffe)

Gertraud Wagner und Marc Masconi im Isernhagenhof

ISERNHAGEN FB (ti). Wem das Getriebe in den vorweihnachtlichen Tagen zu laut, zu hektisch, zu vordergründig ist, der konnte sich für knappe zwei Stunden im Isernhagenhof gut aufgehoben fühlen. Die Opernsängerin Gertraud Wagner und ihr musikalischer Partner Marc Masconi führten ihr Publikum mit kritischen und besinnlichen - zuweilen auch gar nicht so leisen Tönen – ein Stück näher heran an die Botschaft des christlichen Festes.
Mit dem Lied „Kalender, Kalender“ geleitete Gertraud Wagner, von Masconi auf dem Keyboard begleitet, auf das Feld, auf dem sich einerseits die Figuren der Weihnachtsgeschichte bewegten, die Hirten, die Könige, Maria mit dem Kind, das ihr andererseits aber genügend Raum ließ für ihre harsche verbale Kritik an der „Ware Weihnachten“, „Weihnachten ein Scheinnachten“? In Amerika sehe man alles unbeschwerter lenkte sie dann allerdings um zu den keineswegs stillen Liedern von Santa Claus und Rudolph, dem Rentier, bei denen Masconi („das Keyboard ersetzt ein ganzes Orchester“) richtig aufspielen konnte, auch mit einer Stimme, der Anklänge an Frank Sinatra nachgesagt werden. Ein bisschen Show war auch dabei, etwa als Gertraud Wagner das Truthahn-Rezept mit einer Flasche Whisky zum Besten gab.
Wieder zurück ging´s zur deutschen Besinnlichkeit mit einem eigenen Text der Sängerin „Mein Weihnachtswunsch kostet kein Geld“ und mit Liedern, die Gertraud Wagner mit warmem Mezzosopran interpretierte. Was nicht ausschloss, dass sie mit rollendem „R“ das eine oder andere heitere Gedicht einfügte, offenbar im Dialekt ihrer Heimat und mit schneidender Stimme. Das Lied „Weihnachten muss leise sein“ bereitete auf den Abschluss vor. Den Text von Ludwig Thoma „Die Heilige Nacht“ hatte Masconi mit einer eigenen Komposition untermalt. Zusammen mit dem Hannoverschen Musical-Chor erklang danach eindrucksvoll „Stille Nacht“ und dann doch noch das angeblich berühmteste Weihnachtslied der Welt. „White Christmas“.
Das Publikum, das dankbar Beifall gespendet hatte, mochte die beiden Musiker aber nicht ohne weiteres gehen lassen. Es ließ sich auf einen Deal ein, wie Masconi ihn forderte: „aber nur wenn Sie mitsingen“. Und so wurde noch einmal gemeinsam „Stille Nacht“ angestimmt – aber doch leise und nicht so, wie es den etwa 150 Zuhörerinnen und Zuhörern hätte entsprechen können, die sich zu dem Konzert im Isernhagenhof eingefunden hatten.