Bau der Kinderkrippe geht voran

Bürgermeister Arpad Bogya (r.) und Projektleiter Malte Coburg sind zuversichtlich, dass der Holzrahmenbau für die Kinderkrippe am Helleweg voraussichtlich im August fertig sein wird. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Neubau am Helleweg in Altwarmbüchen wird voraussichtlich im August fertig sein

ALTWARMBÜCHEN (bgp). Die Bauarbeiten für das Krippengebäude auf dem Gelände des AWO-Kindergartens am Helleweg gehen zügig voran.
Bodenplatte und Wände sind bereits fertiggestellt, das Dach ist in Arbeit und wird nach Abschluss der Zimmerarbeiten komplett abgedichtet. Architekt Malte Coburg ist optimistisch, dass der Bau für zwei Krippengruppen in etwa vier Monaten fertig sein wird. Erste Zusagen für die Betreuungsplätze in der entstehenden Kindertagesstätte sind bereits von der Gemeinde verschickt worden.
Die Gemeinde investiert rund 900.000 Euro in den Neubau, nachdem die ursprünglich veranschlagte Summe von 755.000 Euro wegen der hohen Nachfrage im Bausektor nicht ausreichte. Die Ausschreibungsergebnisse seien durch die gute Konjunkturlage überdurchschnittlich hoch ausgefallen, sodass zusätzliche Mittel in Höhe von 135.000 Euro für den Haushalt 2017 nachgemeldet worden seien, teilte Gemeindesprecherin Svenja Theunert mit.
„Wir freuen uns, dass es so viele junge Kinder gibt“, gab sich Bürgermeister Arpad Bogya positiv gestimmt über die massive Verjüngung in der Gemeinde. Dennoch komme man fast nicht hinterher, die Betreuungswünsche der Eltern umzusetzen, schränkte er ein.
Um die baulichen Rahmenbedingungen für eine zeitgemäße Betreuungsinfrastruktur möglichst schnell zu schaffen, griff Projektleiter Malte Coburg vom Architektur- und Ingenieurbüro ART-plan in die „Trickkiste“ und entwickelte ein Standardgebäude in Holzrahmenbauart, welches den Erfordernissen der Energieeinsparverordnung entspricht.
Neben bauwirtschaftlichen Gründen spielten die hohe Energieffizienz und das gesunde Aufenthaltsklima eine wichtige Rolle bei der Wahl der Bauweise. „Die ältesten Häuser der Welt sind Holzhäuser“, warb Coburg für die Qualität des Holzbaus. Das Krippengebäude biete eine hohe Dichte und heize sich im Sommer nicht so stark durch die Sonneneinstrahlung auf, da die weiten Dachüberstände genügend Verschattung böten.
An nassen Tagen sei dort auch genügend Raum als Trockenzone im Außenbereich. Im Innenbereich werden laut Coburg nur OSB-Platten, Gipskarton, Linoleum und Dispersions-Farben verwendet. Die Eingänge und die Gruppenräume sind gespiegelt gegenüber angelegt worden, damit das Personal die Kinder stets gut im Blick behalten kann. Das Gebäude ist mit zwei Gruppenräumen für je 15 Kinder ausgestattet und verfügt neben Schlaf-, Abstell- und Waschräumen sowie Toiletten auch über eine Küche und einen Personalraum.
Der Entwurf des Holzbaus am Helleweg hat Modellcharakter und wird in gleicher Weise für den Neubau auf dem Gelände der Kita in Isernhagen NB sowie für eine zweite Kita im Altwarmbüchener Neubaugebiet Wietzeaue verwendet werden. Der zweite Bauabschnitt in der Wietzeaue ist jedoch noch nicht überplant, daher musste die Gemeinde auf eine Baugenehmigung ohne Bebauungsplan hinwirken.
Arpad Bogya ist zuversichtlich, dass die Genehmigung demnächst erfolgen wird, rechnet aber mit der Einschränkung, dass die Gemeinde den Bebauungsplan für den zweiten Bauabschnitt in fünf Jahren fertig haben muss. Das bedeute jedoch nicht, dass die Wohngrundstücke dann auch vermarktet werden würden, führte Bogya aus.
Rat und Verwaltung hatten sich erst kürzlich darauf geeinigt, vorerst keine größeren Baugebiete in Angriff zu nehmen, da auf Grund der zu erwartenden steigenden Kinderzahlen weitere Betreuungskapazitäten nötig wären. Dennoch soll der Bau der Kita für eine Kindergarten- und eine Krippengruppe im zweiten Abschnitt möglichst schnell erfolgen, auch wenn die freien Flächen in deren Umfeld vorerst nicht baulich genutzt werden.