Appell an Hundehalter: Hunde gehören nicht auf den Friedhof

Nur eins von vielen Protestschildern gegen Hundehaufen vor dem Gemeindebüro St. Marien. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Bitte an die Mitbürger um Beachtung der Friedhofssatzung

ISERNHAGEN KB (hhs). Der Friedhof der St.-Marien-Kirchengemeinde in Isernhagen KB ist eigentlich ein Prachtstück. Die gepflegte Anlage zeigt einen Querschnitt über gut einhundert Jahre Friedhofskultur in Deutschland. Die Angehörigen der hier bestatteten Mitbürgerinnen und Mitbürger geben sich alle Jahre wieder große Mühe bei der Pflege der Gräber ihrer dahin gegangenen Lieben.
Sie bepflanzen die Gräber im Frühjahr farbenfroh als Zeichen der Wiederauferstehung allen Lebens, im Herbst sind es die Symbole der Vergänglichkeit, die als Grabschmuck verwendet werden. Es lohnt sich wirklich, mit offenen Augen diesen Friedhof zu besuchen und mit Ruhe anzuschauen. Doch beim Betrachten der Ikonographie der Grabsteine und der Bepflanzungen sollte man immer mindestens ein Auge auf den Boden richten: Hier auf dem Friedhof und in den angrenzenden Wohngebieten eskaliert gegenwärtig eine Unsitte: Viele Hundehalter nutzen die Zuwegungen und den Friedhof selbst zum Gassigehen mit ihren Vierbeinern.
Die Tretminen sind da und offenbar gibt es auf dem Friedhof und im nahen Umfeld keinerlei Schuldbewusstsein bei einigen Hundehaltern. Als die Burgwedeler Nachrichten zum Fototermin eintrafen, befanden sich in den Beeten von Pfarramt und Gemeindehaus mehrere Tafeln, die Gudrun Löhdefing und ihre Kolleginnen und Kollegen vom Kirchenvorstand dort hineingestellt hatten. Immer unten am Stiel befand sich ein Hundehaufen, direkt in Friedhofsnähe. Auch auf dem Friedhof selbst findet sich einiges an Hundedreck. „Wir versuchen immer, alles weg zu räumen“, sagte Gudrun Löhdefink im Gespräch mit dieser Zeitung. „Aber es kann nicht sein, dass das Friedhofspersonal den Dreck entsorgen muss, den andere Leute mit ihren Tieren verursacht haben“.
Recht hat sie, Friedhöfe sind Orte der Ruhe, der Trauerbewältigung und des Gedenkens an Verstorbene, aber keinesfalls Auslaufflächen für Hunde und ihre Halter, die zu faul sind, ihren Tieren in der Gemarkung zur Erleichterung zu verhelfen. Oder sich schlicht und einfach zu fein sind, eine Kunststofftüte mit auf die Hundetour zu nehmen.
Für Friedhöfe gibt es Satzungen, die das Verhalten auf diesem Gelände regeln. „Die Satzung für unseren Friedhof ist für jeden einsehbar. Am Eingang vom Martin-Luther-Weg zum Friedhof ist sie auf einer Tafel abgedruckt“, sagt Gudrun Löhdefink. Und das, was dort zu lesen ist, ist eindeutig. Die Damen und Herren des Kirchenvorstands sind keinesfalls „Hundehasser“, das sollte jedem klar sein. Sie haben verständlicher Weise nur keine Lust mehr, immer wieder Hundekot beseitigen zu müssen, manchmal nur wenige Minuten vor einer Beisetzung direkt am offenen Grab, wie Gudrun Löhdefing berichtet. Eins sollte jedem auch klar sein, der mit seinem Vierbeiner den Friedhof begeht: Jeder Hundehalter, der mit seinem Tier den Friedhof aufsucht, möchte offensichtlich nicht, dass sein Liebling die Wurst auf seinem eigenem Grundstück absetzt. Insofern geschieht die Hinnahme des Missgeschicks auf dem Friedhof mit Vorsatz.
Darüber hinaus weist der Kirchenvorstand der St. Marien-Kirchengemeinde darauf hin, dass Kinder sich nicht ohne Aufsicht auf dem Friedhof aufhalten dürfen. Ein Friedhof wird im Vorfeld von Beisetzungen von Baggern und speziellen Fahrzeugen befahren. Steinmetze haben Schwerlasten zu bewegen, davon gehen Gefahren aus. Wie Kinder solche Gefahren einschätzen können, sollten Eltern nicht dem Zufall überlassen. „Wir wurden von einigen Firmen darauf aufmerksam gemacht, dass es Zwischenfälle gab, die mit etwas weniger Glück zu schweren Unfällen hätten führen können“, so Frau Löhdefink. Der Weg quer über den Friedhof sei der kürzeste vom Neubaugebiet zum Kindergarten, sagt sie. Verständlicher Weise werde er von vielen deswegen genutzt. Sie bittet alle Eltern, auf ihre Kinder einzuwirken und zu einem angemessenen Verhalten zu ermuntern. „Das Befahren und Überqueren des Friedhofes mit Fahrrädern ist in der Friedhofsordnung klar und deutlich untersagt. Das Holztor vom Martin-Luther-Weg zum Friedhof ist sehr beschädigt. Es wurde beobachtet, dass ein Kind mit dem Fahrrad gegen den nur angelehnten Türflügel gefahren ist, um so, ohne abzusteigen, seinen Weg fortsetzen zu können. Solche Verhaltensweisen führen unausweichlich zum Nachdenken über Veränderungen, die die Zuwegungen zum Friedhof einschränken“, sagt sie.