Altdörfer feierten ihr 34. gemeinsames Schützenfest

Für ihr engagiertes Ehrenamt erhielt Gerda Gehrmann die Ehrennadel in Gold von Werner Bösche. (Foto: Svenja Steinseifer)
 
Volkskinderkönigin Leandra Walter mit den zweit- und drittplatzierten Alexandra und Sophia Brümann. (Foto: Svenja Steinseifer)

Schützenvereine beklagen das Fehlen junger Mitglieder

ISERNHAGEN (svs). 1,4 Millionen Mitglieder zählen die Schützenvereine bundesweit und trotzdem rief Heinrich Stucke, 1. Vorsitzender der federführenden Schützengesellschaft Isernhagen KB, das Jahr 2012 als „Jahr der Mitgliederwerbung“ aus. Denn Mitglieder werden weniger.
Als grauen Hintergrund am sonst sonnigen Horizont bezeichnet Heinrich Stucke während der Proklamation am vergangenen Montag des gemeinsamen Schützenfestes der Isernhagener Altdörfer HB, KB, NB und FB das Phänomen. „Netzwerke wie Facebook isolieren die Jugendlichen“, sagt der 1. Vorsitzende der Schützengesellschaft KB, „und machen uns einsam.“
Nicht ohne Grund spricht Stucke das Thema vor dem Festessen an. Für ihn liegt der Hauptgrund für das Ausbleiben der Nachwuchsschützen gegenüber den Vorjahren vor allem in den virtuellen Netzwerken, Computer, Nintendo & Co. „Facebook ist eben nicht das reale Leben und ein Verein hat mehr zu bieten als jeder PC!“ Für den Gemeindebürgermeister Arpad Bogya wird der menschliche Faktor der entscheidende Punkt in den kommenden Jahren sein. „Die menschliche Seite wird im Wettbewerb entscheidend sein“, betont er, „und das funktioniert in Isernhagen seit Jahren!“
Nicht nur virtuelle Netzwerke, sondern auch die Demografie macht er für den Kampf um Mitglieder verantwortlich. „Wir werden allgemein einfach weniger.“ Durch die Lichtpunktgewehre konnten die Schützen allerdings laut Stucke ein Plus verzeichnen. Dennoch: „Wir brauchen die Einsicht und das Verständnis der Gesellschaft“, betont er, „das Misstrauen gegenüber den Schützen wächst!“
Sichtlich stolz hingegen zeigte sich Leandra Walter bei der anschließenden Siegerehrung. Mit einem 31er Teiler gewann sie den Titel der Volkskinderkönigin. Den zweiten und dritten Platz belegten die Schwestern Alexandra und Sophia Brümann mit einem 48er und einem 49er Teiler. Das „Ratsschießen“ konnte Christiane Hintze mit einem Teiler von 31 für sich entscheiden. Den Bürgerpokal der Gemeinde Isernhagen gewann Detlef Pausch mit einem 15,8er Teiler.
Den Jugendwanderpokal „Festwirtpokal“ ging an die Mannschaft Isernhagen FB 1 mit Chiara Rauschning, Fabia Ottermann und Lena Hotopp mit 593 Ring. Beste Einzelschützin: Bianca Klages von der Schützengesellschaft Isernhagen HB mit 199 Ring.
Der Jugendwanderpokal der Firma Könnecke & Sohn gewann die Mannschaft Isernhagen HB 1 mit Rabea Jäger, Bianca Klages und Heinrich Schaser mit 589 Ring. Als beste Einzelschützin auch in diesem Wettbewerb erwies Bianca Klages mit 198 Ring. Der Jugendwanderpokal der Vorsitzenden wanderte in die Hände der Mannschaft Isernhagen FB 1 mit Lena Hotopp, Simon Brähler und Fabia Ottermann mit 590 Ring. Beste Einzelschützin: Fabia Ottermann mit 198 Ring und einem 21,7 Teiler.
Mit dem Lichtpunktgewehr errang die Mannschaft Isernhagen NB 1 den Jugendwanderpokal der Ortsbürgermeister mit Sebastian Mühlnikel, Marlene Pieper und Ricarda Matz mit 591 Ring. Den ersten Platz in diesem Wettbewerb teilten sich Henry Redeke und Marlene Pieper mit je 198 Ring. Der Festwirtpokal der Erwachsenen ging an die Mannschaft Isernhagen FB 1 mit Sebastian Bauer, Björn Schlie, Ute Bergen und Ursula Baumann mit 787 Ring.
Ebenfalls geehrt wurden die Gemeindekönige Sebastian Mühlnikel als Gemeindeschülerkönig (Schützenverein Isernhagen NB), Alina Vendel als Gemeindejugendkönig (Schützenverein Isernhagen NB), Sebastian Maschke als Gemeindejuniorenkönig (Schützengesellschaft Isernhagen KB), Maren Becker als Gemeindekönigin (Schützenverein Neuwarmbüchen) und Heino Lampe als Gemeindekönig (Schützenverein Isernhagen FB).
Mit zwei Gemeinsamkeiten leiteten Heinrich Stucke und Bürgermeister Arpad Bogya den Festausklang ein. Marschiert und gefeiert wurde in diesem Jahr wegen der Hitze ohne Jacke. „Immerhin haben wir einen 3,5 Kilometer Marsch hinter uns“, sagt Stucke. Genau so wenig wie den Schützenausmarsch unterschätzt er das Phänomen des Mitgliederschwundes. „Das reale Leben sind die Menschen, die in unserer Nachbarschaft wohnen, nicht Facebook“, betont Stucke und blickt gemeinsam mit Arpad Bogya dennoch positiv in die Zukunft. „Die Schützen brauchen sich keine Sorgen machen“, so der Bürgermeister.