Abgeordneter besucht die Tafel in Isernhagen

Gut 84 Personen können Dank des ehrenamtlichen Engagements der Helfer/innen derzeit in Altwarmbüchen von der Tafel versorgt werden. (Foto: Dana Noll)

Ein Beitrag von Dana Noll - Kritische Worte von Seiten der ehrenamtlichen Helfer/innen

ALTWARMBÜCHEN (dno). Der Landtagsabgeordnete für Burgwedel, Isernhagen und Langenhagen, Rainer Fredermann (CDU), besuchte in der vergangenen Woche die Ausgabestelle Altwarmbüchen der Langenhagener Tafel, um sich einen „Einblick zu verschaffen“.
Zum Empfang gab es von Seiten der ehrenamtlichen Helferinnen kritische Worte. „Es ist Wahlkampf“, schmunzelte Ingeborg Heike. Doch diese Bemerkung wies der CDU-Politiker gleich von sich. „Der Termin wurde schon vor vielen Monaten vereinbart“, so Fredermann.
In der Vergangenheit hatte der Landtagsabgeordnete in seinem Wahlkreis bereits die Tafel in Langenhagen besucht und tatkräftig mit angepackt. So auch bei seinem Besuch in Altwarmbüchen. Hier half er beim Abladen als auch bei der Verteilung der Tüten.
„Die verschiedenen Farben stehen für einen anderen Inhalt. So bekommen beispielsweise Moslems teilweise etwas anderes. Ansonsten ist immer viel Obst, Gemüse und Grundnahrungsmittel in den Tüten“, erklärt Frauke Brüning, „natürlich auch Süßigkeiten für die Kinder.“
Nur mit einem Berechtigungsausweis wird die Ware hier ausgegeben und gegen einen Obolus von einem Euro. „Dafür tragen wir unsere Kosten wie beispielsweise Benzin“, so Brüning.
Seit elf Jahren wird die Ausgabestelle von etwa 13 Ehrenamtlichen geführt. Sie organisieren, packen, verteilen - mit viel Tatkraft und noch mehr Herzblut! Derzeit werden hier etwa 84 Personen, darunter auch viele Familien mit Kindern, versorgt.
Doch der Unmut bei den Helferinnen wächst. „Es fehlt an Anerkennung und Interesse“, bemängeln die ehrenamtlichen Helferinnen. „In elf Jahren gab es kaum einen Besuch bei uns von Seiten der Gemeindevertretung oder der Politik“, so Ingeborg Heike. „Die Arbeit wird ein Stück weit als selbstverständlich hingenommen“, ergänzt eine Kollegin.
Die Zahl der ehrenamtlichen Helfer/innen, insbesondere seit Beginn der Flüchtlingskrise, ist enorm gestiegen. Laut Statistik, engagieren sich bundesweit etwa 14 Millionen Menschen – mehr als je zuvor!
Ohne ihr Engagement wären zahlreichen Bereiche im sportlichen, kulturellen, karitativen oder sozialen Bereich, nicht mehr aufrecht zu erhalten. Der Dank dafür, lässt sich kaum in dem Maße ausdrücken, als angebracht wäre. Dennoch, „eine gewisse Wertschätzung“, darf trotz der „Selbstverständlichkeit“ nicht verloren gehen.
„Mit meinem Besuch hier, versuche ich meine Form der Anerkennung und mein Interesse auszudrücken. Ich nehme die kritischen Worte an und ich nehme sie ernst“, so Fredermann.