A Glezele Vayn: Jiddisches, Alpenländisches und BalkanPop

"A Glezele Vayn" kommt am Ostersamstag ins KulturKaffee Rautenkranz. (Foto: A-Glezele Vayn.)

95. NachtKaffee mit Flöten, Tröten und Maultrommeln

ISERNHAGEN F.B. (r/hhs). Musikalischer Entdeckergeist, schräger Humor und unverwüstliche Spielfreude vereinen sich mit ungarischer Schärfe, jiddischer Melancholie und allgäuer Bergkäs. Die Musik stammt aus den Ländern des Balkans, den jiddischen Schtetln Osteuropas und den Alpen. 
Eine vergnügliche Mischung aus Tradition und Eigenwille macht den besonderen Reiz von A Glezele Vayn aus. Es werden nicht nur Töne verzaubert, sondern auch Zuhörer. 
Das außergewöhnliche Konzert findet am Ostersamstag, den 4. April um 20.00 Uhr im KulturKaffee Rautenkranz statt.
“Die Band wechselte munter von einer Volksmusik-Region zur nächsten und passend dazu die jeweilige Kopfbedeckung. Die Stimmung des Konzerts führte achterbahnmäßig durch eher melancholisch gefärbte Passagen des jiddischen Schtetl, dann wieder in die Allgäuer Bergwelt mit rotzfrech vorgetragenen Mundartgedichten.Volksmusik vom Allgäu bis zum schwarzen Meer – A Glezele Vayn überraschten mit unkonventionellen Musikideen“, formulierte das Oberbayrische Volksblatt sein Urteil.
Achim Rinderle
spielt Klarinette, Bassklarinette, Flöten, Tröten, Maultrommeln, Luftballon und fungiert als Pausenclown. Er stammt aus dem Allgäu, mochte als Kind die Klarinette gar nicht so gerne und wollte auch nicht in die Jugendblaskapelle. Dafür hat er gerne Theater gespielt und viel Musik gemacht: am Computer, auf Parties, mit dem Saxophon, auf den Schenkeln.
An der Uni Hildesheim hat er dann bei Andreas Burkhard Jazzsaxophon gelernt und ein Diplom bekommen. Ernstzunehmende Erfolge mit der Musik-Comedy Truppe “!mahw” führten ihn kreuz und quer durch Europa. Dann kam der Balkanblues und die Klarinette schlug zurück. Seitdem widmet er den Großteil seiner Zeit dem “Glezele Vayn” und wurde auf diese Art zu einem durchaus virtuosen Klarinettisten, der sich selbst irgendwo zwischen den anatolischen Bergspitzen und dem Shtetl im Odessa der 20er Jahre einordnet.
Szilvia Csaranko
bringt das Akkordeon zum Klingen: Die gebürtige Ungarin stammt aus einer Musikerfamilie und hat eine hervorragende klassische Ausbildung auf dem Klavier genossen. Dafür genießt sie jetzt die Freiheit der Improvisation, wobei sie in vielen musikalischen Welten präsent ist: Jazz, Salsa, Folk – und manchmal setzt sie sich auch ans Klavier und begleitet jemanden ins Glück.
Sie schreibt Arrangements und hat die beste Spürnase für die Knaller unter den traditionellen Folksongs. Alle zwei Jahre schafft sie ein neues altes Akkordeon an, das dann noch herzzerreißender klingt als der Vorgänger. Und sie spielt stets im Stehen.
Jacobus Thiele
Poyk ist mit Darbuka, Kleinpercussion und Gitarre für die Percussion zuständig und erweist sich als Vizepausenclown. Jacobus wuchs in einem kleinen aber feinen niedersächsischen Dörfchen nahe des Elms auf und entdeckte schon früh die Lust am Trommeln, oder am „Krachmachen“, wie es seine Eltern formulierten. Nach dem anfänglichen Versuch ihn zum Klavierspielen zu bringen, bekam er dann ab dem 11. Lebensjahr endlich ein Schlagzeug sowie Unterricht auf demselben.
Jacobus studiert Worldpercussion in Rotterdam, ist ein viel beschäftigter Schlagzeuger und Perkussionist in den unterschiedlichsten stilistischen Bereichen und hat neben “A Glezele Vayn” noch zahlreiche weitere Projekte, wie zum Beispiel Jazz, Salsa, DnB und Theatermusik.
Johannes Keller
steht am Kontrabass. Fast wäre er Seemann geworden, er wurde in Rostock geboren und machte am dortigen Konservatorium mit acht Jahren seine ersten Streichversuche auf dem Cello. Als Teenager hängte er sich dann einen E-Bass um und kam nie wieder von seiner Leidenschaft für tiefe Töne los. Daraufhin heuerte er bei diversen Formationen an und kam so in Berührung mit ehrlicher Rockmusik, Hip Hop und Techno. Schließlich überkam ihn die Lust nach Größerem und er wandte sich Berlin und dem Kontrabass zu.
In der Hauptstadt segelte er unter der Flagge des Jazz und ging schließlich in Hannover vor Anker, wo er Jazzbass bei Detlev Beier studierte. Von seinem breiten Repertoire an Skalen und Harmonien darf er beim Glezele Vayn über 90% nicht benutzen, hat aber nach eigenen Aussagen trotzdem viel Spaß beim Musizieren mit der Mannschaft.
Der Eintritt beträgt 18,00 Euro. Einlass ist ab 18.30 Uhr mit der Möglichkeit, sich kulinarisch auf den Abend einzustimmen. Veranstalter ist das KulturKaffee Rautenkranz, Hauptstr. 68, 30916 Isernhagen. Voranmeldungen und Reservierungen erbeten unter 05139/978 90 50/0172/434 10 92 oder unter info@rautenkranz-kultur.de