Landschlachterei Gramann & Ahrberg übernimmt Fortmüller

Die traditionsreiche Schlachterei Fortmüller wird von der Landschlachterei Gramann & Ahrberg übernommen (v.l.): Schlachtermeister Hans Fortmüller mit Willi Gramann und Bastian Gramann. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Schlachterei Fortmüller schließt Silvester - Gramann öffnet am 5. Januar

GROSSBURGWEDEL (hhs). Anfang September wurde bekannt, dass die traditionsreiche Fleischerei Fortmüller in Großburgwedel zum Jahresende ihren Betrieb aufgeben wird. Eine traurige Nachricht für alle Liebhaber von bester traditioneller Handwerksarbeit im Fleischerhandwerk in Burgwedel.
Damals sagte Firmeninhaber und Chef Fleischermeister Hans Fortmüller, es habe sich trotz intensiver Bemühungen niemand gefunden, der seinen alteingesessenen Betrieb übernehmen wolle. Nun ist glücklicherweise doch ein Nachfolger gefunden, zudem ein ganz besonders erfolgreicher auf dem heiß umkämpften Markt der Fleischerbranche in der Region Hannover: Es ist die „Landschlachterei Gramann & Ahrberg“ mit Sitz in Pattensen, die auf eine unglaublich erfolgreiche Entwicklung in den vergangenen Jahren verweisen kann.
In der vergangenen Woche haben Hans Fortmüller, Willi Gramann und dessen Sohn Bastian das Vorhaben in einem Vertrag festgeschrieben. Die Fleischerei Fortmüller beendet ihre Arbeit am 31. Dezember diesen Jahres.
Die Landschlachterei Gramann & Ahrberg öffnet am Dienstag, 5. Januar ihre Türen mit Waren aus eigener Produktion. Zunächst werde sich für die Kunden kaum etwas ändern, erläuterte Firmenchef Willi Gramann den Ablauf. Das Ladengeschäft und auch die Öffnungszeiten werden bis in den Spätsommer kommenden Jahres nicht verändert.
Gramann und Ahrberg, das ist eine bemerkenswerte Geschichte zweier Traditionsunternehmen im hannoverschen Fleischerhandwerk. 1953 hatten Fleischermeister Willi Gramann senior und seine Frau Annemarie die Fleischerei gleichen Namens im Hemminger Ortsteil Hiddestorf gegründet und sie arbeiteten dann in bester Handwerkstradition. Sohn Willi junior erlernte ebenfalls das Fleischerhandwerk, er hatte mit 22 Jahren „seinen Meister gemacht“, als er 1979 die Fleischerei übernahm.
„Ich wollte damals unbedingt etwas bewegen“, erinnerte er sich im Gespräch mit den Burgwedeler Nachrichten. Sein ehrgeiziges Ziel sei es gewesen, mit Qualitätsprodukten aus eigener handwerklicher Schlachtung einen Markt zu erobern. Er schaffte sich einen Verkaufswagen an und bot seine Fleisch- und Wurstwaren auf den Wochenmärkte in der Region an. 1989 kaufte er eine alteingesessene Fleischerei in Pattensen, eröffnete dort seine erste Filiale, der im Laufe der Jahre noch einige mehr folgen sollten.
Den entscheidenden Schritt vollzog Willi Gramann 2001: In diesem Jahr übernahm er das Ahrberg-Betriebszentrum in Pattensen sowie noch existierende Ahrberg-Fachgeschäfte und sämtliche Rechte, die mit diesem Traditionsunternehmen verbunden waren. Seit der Übernahme befinden alle Rechte und Rezepte, die mit dem Namen Ahrberg verbunden waren, in Gramanns Besitz. Auch heute noch werden unter dem Namen „Ahrberg“ in allen Filialen der Gramann Landschlachterei in alter Tradition edle Spezialitäten verkauft.
Das Geschäftsprinzip von Fritz Ahrberg ist auch für Firmenchef Willi Gramann die wichtigste Leitlinie: Eigene handwerkliche Produktion als Garantie für eine gute Qualität der Wurst- und Fleischprodukte des Unternehmens. Mittlerweile tragen über 20 Filialen und fünf Verkaufswagen in der Region Hannover den Namen Gramann & Ahrberg. Das Unternehmen beschäftigt etwa 240 Mitarbeiter. 2015 sind Florian und Bastian Gramann, die beide Fleischermeister und Betriebswirte sind, in die Geschäftsführung eingetreten.
Die oben formulierten Grundsätze decken sich mit denen, die er immer als Leitlinie seiner Arbeit in den Mittelpunkt gestellt habe, freute sich Fleischermeister Hans Fortmüller. Er sei sehr froh, dass die Landschlachterei Gramann & Ahrberg alle Fortmüller-Mitarbeiter übernommen habe. Darüber hinaus kaufe auch Gramann seine Schweine und Rinder ausschließlich von Landwirten in der Region Hannover.