Gastronomisches Erfolgsrezept: Guter Geschmack überzeugt

Eine festlich gedeckte Tafel ist die Voraussetzung für ein gelungenes Festmenü. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Mit Qualitätsprodukten aus dem Burgdorfer Land

Internationale Vielfalt und einheimisch Bewährtes, das sind die zwei wesentlichen Kennzeichen der hiesigen gastronomischen Szene. Die gewählte Reihenfolge keine Rangfolge, zwei gleichberechtigt neben einander stehende Bereiche, die ungeahnte Vielfalt bieten und geschmackliche Erlebnisse der besonderen Art. Übelkrähen krächzen immer wieder, wir Deutschen seien weitgehend Integrationsunwillig, aber im Bereich der Gastronomie ist das grundverkehrt. Man muss heute niemanden mehr lange bereden, bei einem Italiener die Pasta, beim Spanier die Paella oder beim Indonesier Nasi Goreng auszuprobieren. Den Weg zu dieser deutschen Offenheit in Sachen ausländische Küche haben einige unserer Nachbarländer geebnet: Belgien mit den „Pommes“, Italien mit „Pizza e Pasta“ und die Franzosen Ende der Sechziger mit „Soupe à l`oignon“, Zwiebelsuppe. Das Erfolgsrezept war ganz einfach: Mit gutem Geschmack überzeugen! Damit war die Neugier der Deutschen geweckt, alle Nachfolgenden, Jugoslawen, Griechen, Türken, Asiaten hatten es in der Folge leicht.
Und die Rahmenbedingungen im Altkreis Burgdorf sind außergewöhnlich gut: Er ist in seiner Gesamtheit eine geradezu von Gott gesegnete Landschaft: Beste Böden im Großen Freien, die sichere Ernten versprechen, eher leichtere Erde um Burgdorf, was der Produktion von Spargel und Kartoffeln zu Gute kommt, große geschlossene Wälder mit gutem Wildbestand, intakte Landwirtschaft auch in den Bereichen Burgwedel, Isernhagen und Wedemark. In diesem Gebiet, dem eigentlichen Tor zur Südheide fehlt es an nichts, wenn es um die Verpflegung der Einwohnerinnen und Einwohner geht.
Und jetzt ist Erntezeit, die Köche der Hotels und Restaurants können aus dem Vollen schöpfen, alles in bester Qualität, und das macht Lust auf den Besuch der Gourmet-Tempel, und es macht ebenfalls Lust, sich an den eigenen Herd zu stellen, Neues auszuprobieren oder einmal wieder Bewährtes selbst auf den Tisch zu bringen. Niedersachsen und auch der Altkreis Burgdorf hat in dieser Beziehung wirklich eine Menge zu bieten. Jeder Gastronom, der „was auf sich hält“, kauft in seiner Region ein. Und die Herkunft der Produkte aus dem Burgdorfer Land hat sich zu einem Qualitätsmerkmal entwickelt, das kaum zu toppen ist.
Und hier ist auch fast alles zu haben: Schaf, Schwein, Rind, Wild, Geflügel jeder Art, und Fisch. Gemüse, Kartoffeln, Milchprodukte, Getreideprodukte und letztlich auch Obst haben sich einen sehr guten Namen auf dem Markt erobert. Das wissen auch Hotels und Restaurants, sie machen sich die Angebote vor der Haustür zu Nutze, mit Erfolg, denn ihre Gäste schätzen es, wenn die Produkte aus der eigenen Region kommen.
Das ist aber nur eine Ursache für den hohen Qualitätsstandard der hiesigen deutschen Küche. Den Zweiten muss man wohl in einer Rückbesinnung auf hiesige Küchentraditionen suchen im Verein
mit dem festen Willen, diese Traditionen durch Modernisierung zukunftsfähig zu erhalten. Kein Koch kann mehrere Millimeter Fett auf der Soße zum Gänsebraten heute noch damit begründen, das Fett sei der wichtige Geschmacksträger. Auch weich gekochtes Gemüse lässt man nicht mehr durchgehen, ebenso sind die „Maria Hilfs“ verpönt, diese kleinen, meistens gelben Streudosen, die alles mit dem gleichen Grundgeschmack versehen, was in ihren Streubereich kommt. Fertiggewürze sind in der guten Küche nicht zu finden. Der Eigengeschmack der Produkte soll nicht zerstört werden und steht deswegen im Vordergrund.
Jetzt steht wieder die Adventszeit vor der Tür, und zu keiner anderen Zeit im Jahr sind die Essgewohnheiten, nicht nur in Norddeutschland, so traditionell. Schlachteplatte und Grünkohl sind der Renner schon vor dem Fest, Weihnachtsgans und Fisch liegen dann zu den Feiertagen mit weitem Abstand an der Spitze. Dazu kommen die familiär geprägten Gewohnheiten: „Zu Heiligabend gibt es bei uns immer Forelle“, das hört man häufig, wobei die „Forelle“ durchaus austauschbar ist.
Internationale Küche, das heißt auch, man muss die Forelle nicht immer „blau“ oder „Müllerin“ essen, man kann sie auch beim Türken probieren, in der gusseisernen Pfanne mit Tomatenscheiben gebacken. Und die Entenbrust mit Rotkohl oder Orangenscheiben muss es auch nicht immer sein, da gibt es im Altkreis bei den ansässigen Chinesen bis zu 20 Variationen auf der Speisekarte. Man sollte das einfach mal wieder ausprobieren und die eigene Zunge entscheiden lassen. Hans Hermann Schröder
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