„Darf es etwas Besonderes sein?“

Michael Springer gibt auch im Internet unter www.facebook.com/derholzmichel einige Kostproben seiner Ideen. (Foto: Svenja Steinseifer)

Wettmarer Zimmerei „Der Holzmichel“

WETTMAR (svs). Von der Idee über die Zeichnung bis zum Dachstuhl oder Carport. Für Zimmermeister Michael Springer zählt die persönliche Note. „Wir bauen nichts von der Stange“, betont der Handwerker. Mit seinem Betrieb richtet er sich an Individualisten, die auf Qualität bauen.
„Viele halten einen eh für einen Dachdecker“, weiß Michael Springer, der unter anderem Gauben und Dachstühle baut, aber nicht Tischler gelernt hat. Seit vier Jahren existiert die GmbH „Der Holzmichel“ und Michael Springer behauptet sich mit Individualität und Qualität auf einem umkämpften, preisbestimmten Markt. „Das Baugewerbe hat sich verändert“, erzählt Springer, „den klassischen Jägerzaun möchte niemand mehr haben“, und Neubauten werden rar.
Große Bauträger unterbieten durch Serienproduktion den Preis von kleineren Betrieben wie dem von Michael Springer, der sich mit anderen Gewerken um den „kleinen Rest streiten muss“, den der Markt noch übrig lässt. In seiner 300 Quadratmeter großen Engenser Werkstatt entwirft Springer am liebsten „runde Sachen“. Türme, Bogendächer oder Walmdächer – Dächer ohne Giebel mit vier Dachflächen, individuelle Werkstücke, die zu Springers Favoriten gehören. „Eine breite Produktpalette und optisch ansprechend – diesen Anspruch stellt der Handwerker an sich selbst und sein Team dass neben ihm noch aus einem Lehrling und einem Gesellen besteht.
Dass Springer am liebsten an eigenen Projekten arbeitet, zeichnete sich vor allem in Springers Gesellenzeit ab. Weg vom Standard – das gab den Ausschlag für die Selbständigkeit. „Jedes Haus sieht eben anders aus“, betont Springer. Deshalb fängt die Entstehung der Produkte auf dem Bildschirm mit einer 3D-Zeichnung an. Bevor es in der 300 Quadratmeter großen Werkstatt in Engensen ans Holz geht, lässt der Zimmermeister die Statik überprüfen. „Der Zimmerer ist für das Grobe zuständig, der Tischler für das Feine und der Statiker dafür, dass nicht alles zusammenfällt“, erklärt Springer den Unterschied zwischen den Gewerken.
Denn als „Der Holzmichel“ baut er aus Holz fast alles – außer Möbel. Und weil Holz eben modern geworden ist, stellt Michael Springer seine Entwürfe und Aufbauten im virtuellen Netzwerk „Facebook“ vor. Einen Carport, halb freitragend zählt er selbst zu den ausgefallensten Projekten, die er bislang gebaut habe. Und neue kreative Herausforderungen reizen ihn. „Ein Standard Baumarkt-Ding kann jeder bauen“, sagt er, „darf es etwas Besonderes sein?“
„Wir bauen alles vom Zaun bis zum Fachwerkhaus“, verspricht Springer, der sich weniger als „Technischer Zeichner“, sondern vielmehr als „Praktiker“ sieht. Seine Projekte begleitet er von der Zeichnung bis zur Fertigstellung. Dass im Handwerk der Preis weiter in den Vordergrund rückt, mache es kleinen Handwerksbetrieben, die nicht für einen dominierenden Bauträger arbeiten, zunehmend schwerer. „Alles geht über den Preis“, weiß Springer, „aber wer billig kauft, kauft zweimal“, sagt er. Für seine Objekte geht Michael Springer von einer Lebenserwartung von bis zu 50 Jahren aus.