„Zeit schenken“ sorgt für Kontakt der Generationen

Sie machen sich mit dem Projekt „Zeit schenken“ für einen intensiven Kontakt der Generationen stark: Frauenbeauftragte Ilinda Bendler (Mitte) und Irmgard Kilian (rechts) mit interessierten Familien aus dem Stadtgebiet. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Paten-Großeltern und soziale Enkel können zusammenfinden

BURGWEDEL (bgp). Die Gleichstellungsbeauftragte Ilinda Bendler macht sich gemeinsam mit Familienhebamme Irmgard Kilian stark für generationsübergreifende Kontakte in der Stadt Burgwedel.
Paten-Großeltern und soziale Enkel können im Projekt „Zeit schenken“ zusammenfinden und eine dauerhafte Beziehung aufbauen. Viele Großeltern kennen das Problem: Kinder und Enkel leben weit entfernt vom eigenen Wohnort, verstreut in Deutschland oder auf dem ganzen Globus. Der alltägliche Umgang mit den Enkelkindern entfällt weitgehend auf Grund der Entfernung. Andere haben weder Kinder noch Großkinder, würden aber gerne ein Kind gelegentlich betreuen.
Wer gerne Kontakt zu Familien mit kleineren Kindern haben möchte, hat in Burgwedel nun die Gelegenheit, über das Projekt „Zeit schenken“ ein „soziales Enkelkind“ zu finden. Die Beziehung, die sich im Laufe der Zeit aufbaut, ist in der Regel ein Gewinn für beide Seiten. Die Paten-Großeltern erhalten neue Impulse und erfahren mit der selbstgewählten Aufgabe Freude und Einblicke in die moderne kindliche Welt.
Kinder entwickeln Toleranz und Verständnis im Umgang mit der Großelterngeneration, die noch viele schöne Spiele und neue Ideen ohne digitale Medien auf Lager hat. Der Besuch eines Spielplatzes oder einfach Zeit füreinander zu haben, sei auch im Sinne des afrikanischen Sprichwortes: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen oder ein Kind stark zu machen“, sind sich Bendler und Kilian einig.
Auf der anderen Seite gibt es viele Familien, die keine Angehörigen in der Nähe haben oder diese nicht mehr leben. Trotzdem wünschen sie sich Großeltern vor Ort und hoffen auf Personen, die gerne mit ihren Kindern etwas unternehmen oder sie gelegentlich betreuen. „Es haben sich schon viele Familien mit Kindern gemeldet, die gerne Kontakt zu Paten-Großeltern aufnehmen würden“, berichtete Ilinda Bendler bei der Vorstellung des Projektes am vergangenen Freitag im Amtshof. Einige Mütter waren mit ihren Kindern gekommen, um sich über das Projekt zu informieren.
Unter ihnen eine alleinerziehende dreifache Mutter, welche vor acht Monaten verwitwet ist. Sie würde sich sehr freuen, für ihren jüngsten dreijährigen Sohn einen Paten-Großvater zu finden. Seit dem Tod ihres Ehemannes sei der kleine Junge überwiegend in der Obhut von Frauen, der eigene Großvater wohnt weiter entfernt, erläuterte sie ihre Situation.
Wer sich für eine Großeltern-Patenschaft interessiert oder solche für seine Kinder sucht, kann sich an die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Burgwedel, Ilinda Bendler, wenden (Telefon: 0 51 39/89 73 107, E-Mail: I.Bendler@Burgwedel.de). Ein Kennenlern-Treffen wird in einigen Wochen organisiert und vorher angekündigt.