Zauberei mit Spaß und Spiel

Nancy Zollenkamp (9) war ganz aufgeregt, als der sprechende Hut auf ihrem Kopf niedersank, um sie in „Hogwarts Zaubermarkt“ einem Haus zuzuteilen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Vorstand Andreas Fitschen betonte: „Ich freue mich auf die Begegnungen!“ (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Hunderte Besucher kamen zum Pestalozzi-Sommerfest mit „Hogwarts Zaubermarkt“

Von Bettina Garms-Polatschek

GROSSBURGWEDEL. Das traditionelle Sommerfest der Pestalozzi-Stiftung fand in diesem Jahr auf dem weitläufigen Gelände erstmals an einem anderen Platz statt. Im Schatten der Bäume zwischen Wäscherei und Jugendhilfe hatten die Helferinnen und Helfer bei sommerlicher Hitze die Stände mit Spielangeboten und Leckereien aufgebaut. Tische und Bänke füllten sich schon kurz vor der Eröffnung gegen 12.00 Uhr.
Vorstand Andreas Fitschen brachte die pädagogische und pflegerische Arbeit auf den Punkt: „Pestalozzi-Stiftung – eine Anstiftung zum Leben!“ In seiner Begrüßungsansprache wünschte er sich regen Kontakt unter den Besuchern und betonte: „Ich freue mich auf die Begegnungen“.
Derweil machten sich die großen und kleinen Gäste, die sich zu hunderten auf dem Gelände tummelten, auf den Weg, um ihre Fähigkeiten beim Drachen basteln oder Erbsen zertrümmern unter Beweis zu stellen. Geschicklichkeit war beim Fäden ziehen gefragt und verschiedene Ball- oder Wurfspiele brachten den Kindern einen kleinen süßen Gewinn in die Hosentasche. Dort verweilten die Gummibärchen jedoch nicht lange und landeten kurze Zeit später im Mund, um genüsslich verspeist zu werden.
Während der Feuerwehrmusikzug spielte, tobte auf der Rasenfläche nebenan der Kampf um die besten Fußballer. Die Kindertagesstätten aus dem Stadtgebiet hatten ihre Mannschaften zur Mini-WM aufgestellt. Die Spieler auf dem staubigen Grün bekamen kräftige Unterstützung von den Fans aus den eigenen Reihen, die sie mit Eimern und Trommelstöcken lautstark anfeuerten.
Originalität und viel Herzblut hatten die beiden Ausbildungsklassen des Pestalozzi-Seminars bewiesen. Die angehenden sozialpädagogischen Assistenten und Erzieher des Seminars hatten sich als Oberthema für das Sommerfest „Harry Potter“ ausgesucht und sich dazu eine tolle Zauberwelt für die Gäste ausgedacht.
Am Eingang zu „Hogwarts Zaubermarkt“ durchschritten die neugierigen Zauberweltbesucher am Gleis 9 ¾ das Tor zur Halle mit dem sprechenden Hut: Die neunjährige Nancy Zollenkamp nahm aufgeregt auf einem Barhocker Platz. Lisa Baltruschat vom Pestalozzi-Seminar setzte ihr den Hut aus Pappmaché vorsichtig auf den Kopf und erwartete die Ansage, in welches Haus das Kind eingeteilt werden soll. „Ravenclaw“ ertönte die dumpfe Stimme des Hutes, unter dem die Kleine erleichtert hervorkam. Schon bekam sie einen Zettel mit den unterschiedlichen Stationen in die Hand gedrückt und weiter ging es zum Zauberstab basteln, Klobrillen werfen oder Zaubertrank brauen.
Horst Gohla und Bianka Bauermeister bilden gemeinsam die fünfzig Schülerinnen und Schüler für den sozialpädagogischen und erzieherischen Bereich aus. Die Ideen und die Durchführung für Hogwarts Zaubermarkt sind Bestandteil des Lehrplans, den die Klassen unter der Anleitung der beiden Pädagogen umgesetzt haben.
Das Begrüßungsszenario für die kleinen Gäste, die angegliederten Spiele und Kostüme haben einen pädagogischen Hintergrund: „Die Schüler sollen die Kinder beobachten, ihre Stärken erkennen und sie motivieren“, sagt Gohla. Das Rollenspiel mit den Kostümen sei für die Schüler eine gute Möglichkeit, sich selbst in der Rolle zu erfahren und Schüchternheit zu überwinden, erklärt der Pädagoge, der selbst mit einem schwarzen Hut und Umhang in der Zauberwelt dabei ist.
Schnell muss er sich jedoch wieder anderen Dingen zuwenden und das Geschehen beobachten, denn in den Zauberwelten Gryffondor, Hufflepuff oder Sytherin müssen Feuerkelch-Prüfungen abgelegt oder sehr zum Ärger der maulenden Myrte Bälle mit einem gezielten Wurf im Klo aus Pappmaché versenkt werden.