Zahl der Straftaten steigt, Aufklärungsquote bleibt konstant

Kommissariatsleiter Günter Heller (rechts) und der Leiter des Ermittlugsdienstes Emil Bahn stellten die Kriminalstatistik für Burgwedel und Isernhagen vor. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Polizeikommissariat legt Kriminalstatistik für 2015 vor

GROSSBURGWEDEL/ISERNHAGEN (hhs). Die Zahl aller bekannt gewordenen Straftaten in der Stadt Burgwedel und in Isernhagen ist im vergangenen Jahr um 16,2% angestiegen auf insgesamt 2936 Delikte. Dabei ist die Zahl der Wohnungseinbrüche, das Sorgenkind der Beamten im Jahr 2014, leicht zurückgegangen bei gleichzeitiger Steigerung der Aufklärungsquote um 19,21 %. Die Zahl der Delikte des schweren Diebstahls aus Kraftfahrzeugen ist von 167 auf 257 in 2015 um knapp 54 % gestiegen. Noch deutlicher fällt die Steigerung bei den Betäubungsmitteldelikten aus: Waren es 2014 immerhin schon 114 Delikte, so melden die Beamten nun 221 Vorfälle in diesem Bereich, eine Steigerung um knapp 94 %.
Es habe 109 Straftaten im Kontext der Flüchtlinge gegeben, so Günter Heller, der Leiter des Polizeikommissariats Großburgwedel. Die Aufklärungsquote bei allen 2639 Delikten sei im Vergleich zum Vorjahr trotz Steigerung mit 59,18 % nahezu gleich geblieben.
Von den 109 Straftaten im Kontext mit den Flüchtlingen in Burgwedel und Isernhagen haben die Beamten des Polizeikommissariats Großburgwedel 104 Delikte aufklären können. Es handele sich bei den Delikten um sogenannte „Kleine und mittlere Straftaten“. Dabei fallen die Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung mit insgesamt vier Vorfällen kaum ins Gewicht.
13 Rohheitsdelikte wurden bearbeitet, ein Rückgang zum Vorjahr von 24 %. Die Diebstahldelikte stiegen um 52 % auf 50 Vorfälle. Hinzu kommen 25 Ladendiebstähle, eine Steigerung um 150 Prozent. Das sei nicht verwunderlich, so Emil Bahn, der Leiter des Ermittlungsdienstes im Kommissariat Großburgwedel. Die Anzahl der Flüchtlinge in den beiden Kommunen sei in der Zwischenzeit um etwa das Zweifache angestiegen.
Auch die übrigen Delikt-Bereiche kommen vor: 20 Vermögens- und Fälschungsdelikte, 14 sonstige Straftatbestände, zwei Beleidigungen auf sexueller Grundlage, acht Verstöße gegen strafrechtliche Nebengesetze, sechs Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz und zwei Rauschgiftdelikte. Die Aufklärungsquoten in den letztgenannten Bereichen sind überdurchschnittlich hoch von mindestens 60 bis hin zu mehrmals 100 %.
Man müsse vorsichtig sein bei diesem Bereich der Kriminalstatistik, den man mit Kriminalität im Kontext Flüchtlinge“ überschrieben habe, warnte Kommissariatsleiter Günter Heller. „Die polizeiliche Kriminalstatistik weist keine Definition für den Begriff „Flüchtlinge“ aus“. Aus Sicht der Beamten könnten Anhaltspunkte für eine „Flüchtlingseigenschaft“ das Fehlen einer deutschen Staatsbürgerschaft oder die Aufenthaltsanlässe Asylbewerber, Duldung, Kontingent-Bürgerkriegsflüchtlinge und auch unerlaubter Aufenthalt sein.
Leichte Verschiebungen gebe es in einigen Straftatbereichen, für die unsere deutschen Mitbürgerinnen und Mitbürger verantwortlich sind: Bei den Betäubungsmitteldelikten handele es sich weitgehend um weiche Drogen. Die Ermittlungserfolge seien auf die Möglichkeiten zurückzuführen, die sich den Beamten mit der Auswertung der Handydaten von Dealern biete.
Sorgen bereitet der Anstieg von Diebstählen aus Kraftfahrzeugen. Hier sei ein Trend zum Diebstahl fest eingebauter Navigationsgeräte, so Emil Bahn. Ärgerlich sei, dass die Diebe dabei in den Fahrzeugen immer groß Verwüstungen anrichten.
Interessant sei die Entwicklung der Wohnungseinbrüche im Zeitraum der vergangenen Jahre: In 2006 waren es 137 Delikte, 2010 der bisherige Höhepunkt mit 189 Vorfällen und jetzt für 2015 werden 102 Einbrüche gemeldet. Dabei werde in Isernhagen häufiger in Wohnungen eingebrochen als in der Stadt Burgwedel: Im vergangenen Jahr waren es 70 Einbrüche in Isernhagen und 32 in Burgwedel. Diese Verteilung auf die beiden Kommunen sei in den vergangenen Jahren weitgehend glich geblieben.