„Wunde Punkte in Burgwedel“

Pastorin Bodil Reller sprach den Segen für die Andachtsteilnehmer. (Foto: B. Garms-Polatschek)
 
Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Fuhrberg untermalte die Lieder der Passionsandacht musikalisch. (Foto: B. Garms-Polatschek)

Drei Passionsandachten aus drei Gemeinden

FUHRBERG (bgp). Die drei evangelischen Kirchengemeinden in Burgwedel begannen am Montagabend die Karwoche mit einer Passionsandacht im Feuerwehrgerätehaus Fuhrberg. Unter dem Motto „Not ist vielfältig“ fand dort der Auftakt zu insgesamt drei Abendandachten „an wunden Punkten“ in der Region Burgwedel statt. Die Andachtsorte wurden von den Ausrichtenden bewusst gewählt, weil dort „Leidensgeschichten konkret werden“.
Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Fuhrberg spielte zum Eingang der Andacht das Lied „Bleibet hier“, welches Bezug zur biblischen Passionsgeschichte nach Matthäus nahm, die von Bettina Kamieth verlesen wurde. Jesus erbat im Garten Gethsemane den Beistand seiner Jünger, die jedoch in seinen bangen Stunden in den Schlaf fielen. Sein Flehen um Beistand stand beispielhaft für die Situation aller Menschen, da jeder einmal mit Not und Sterben konfrontiert wird und am Ende selbst davon betroffen ist. Weitaus häufiger trifft dieses jedoch auf Menschen zu, die durch Feuerwehr- oder Rettungsdienst auf Einsatzorte treffen, die von ihnen den Umgang mit grausamen Szenarien erfordern. Hier setzt der Zyklus der Passionsandachten an, die das Leiden und einfühlsamen Beistand thematisieren, um in der Karwoche das Bewusstsein dafür zu schärfen.
In einer kurzen Ansprache von Ortsbrandmeister Marc Otte wurde deutlich, dass die Ehrenamtlichen der Feuerwehr nach Einsätzen mit besonderer Schwere auch seelischen Beistand benötigen. Marc Otte schilderte einen Einsatz, zu dem die Wehr vor einigen Jahren gerufen wurde. Ein vermeintlich harmloser Böschungsbrand entpuppte sich am Einsatzort überraschend als schwerer Verkehrsunfall mit zwei getöteten Motorradfahrern. Auf die Frage einer Besucherin, wie die Einsatzkräfte solche Geschehnisse verarbeiteten, erklärte Marc Otte: „Hilfe wird groß geschrieben bei der Feuerwehr und diese wird oft in Anspruch genommen.“ So gebe es für die Feuerwehrleute auch im Ort Unterstützung durch Pastor Rainer Henne. Der Fuhrberger Pastor verfügt über Erfahrung auf diesem Gebiet, da er nach seiner Amtseinführung neben der Gemeindearbeit in Fuhrberg auch die Krankenhausseelsorge im Regionsklinikum Großburgwedel übernommen hat.
Pastorin Reni Kruckemeyer-Zettel unterstrich mit ihrer Kurzpredigt die Worte des Ortsbrandmeisters und betonte, dass es gut tue, wenn jemand einfach da sei. „Das Leben ist nicht immer perfekt und es wird auch nicht immer alles gut“, führte sie den Andachtsteilnehmern vor Augen und schlug den Bogen zur Gemeinschaft vor dem Hintergrund des Osterfestes: „Es ist Trost, dass wir auch in schweren Zeiten verbunden sind.“ Bodil Reller, Pastorin aus Großburgwedel, schloss die Andacht mit dem Vaterunser und der Segnung der Besucherinnen und Besucher.
Die Andachtsreihe in der Karwoche wurde am Dienstagabend im Krankenhaus Großburgwedel zum Thema „In der Schwäche des Lebens“ mit dem leitenden Oberarzt Dr. Martin Kreipe und Krankenhausseelsorger Pastor Rainer Henne fortgeführt. Die Passionsandacht am Mittwochabend stand im Zeichen des Themas „Am Ende sein“. Im Thönser Haus der Trauer erzählte Bestatter Heinz-Theo Rockahr von seiner Arbeit, begleitet durch eine Ansprache von Pastor Jens Blume.