Wo steht die Turnerschaft Großburgwedel heute?

Sie standen Rede und Antwort (v.r.): Uli Appel, Moderator Andreas Strauch, Ulli Friedrich und Udo Vogeler. (Foto: Renate Tiffe)

Ein großer Verein in sozialer Verantwortung

GROSSBURGWEDEL (ti). Am 14. März findet die Jahreshauptversammlung bei der Turnerschaft Großburgwedel (TSG) statt. Ein Jahr ist seit dem aufsehenerregenden Wechsel an der Spitze vergangen.
Nach 25 Jahren, in denen Carola Hoppenstedt den Verein geführt hatte, war Uli Appel als erster Vorsitzender gewählt worden. In der Reihe „Burgwedeler Gespräche“ der SPD war dies vor einiger Zeit der Anlass die Frage zu stellen: Wo steht die TSG heute – angesichts auch der großen sozialen Herausforderungen, wie sie der demographische Wandel und der Flüchtlingszustrom, aber ebenso die Mitarbeit der Ehrenamtlichen und die Einrichtung der Ganztagsschulen mit sich bringen.
Etwa 2800 Mitglieder zählt die TSG mit ihren 30 Abteilungen jetzt, ein Verein der Superlative in der Region, wie der Moderator der Gesprächsrunde, Andreas Strauch, zu Anfang herausstellte - vergleichbar in etwa mit einem mittelständischen Unternehmen. Keine leichte Aufgabe für die Vereinsführung. Außer den vier hauptamtlichen Kräften in der Geschäftsführung sind es mehr als 200 Personen in Funktionen wie Übungsleiter u.a. denen sie gerecht werden muss.
Zum Gespräch hatte Uli Appel seinen Stellvertreter Ulli Friedrich und den Schatzmeister Dr. Udo Vogeler mitgebracht.
Verwaltungsthemen standen zunächst im Vordergrund. „Wir brauchen exaktere Daten über die Mitgliederstruktur für unsere Entscheidungen“, so Friedrich, dies auch im Hinblick auf das Auslaufen der bisher genutzten Programme. Der Verein sei sehr breit aufgestellt. Die dezentrale Organisation, d.h. dass es jede Menge Freiheit für die Abteilungen gebe, funktioniere gut. Aber letzten Endes müsse der Vorstand für alles den Kopf hinhalten.
Das Augenmerk liege auf dem Gesamtverein, betonte Appel. Starke Abteilungen müssten ebenso gut eingebunden werden wie schwächere. Die Damengymnastik liege ihm ebenso am Herzen wie die erfolgreichen Turnerinnen. Nur so könne eine Schieflage des Vereins verhindert werden.
Sorgen mache ihm viel mehr, dass durch die Ganztagsschulen für die Kinder und Jugendlichen auch der Nachmittag besetzt ist. Für den Sport bleibe da kaum Zeit übrig. Das mache es schwer, besondere Talente herauszufinden und zu fördern, was ebenso Aufgabe eines so großen Vereins wäre.
Und letzten Endes gehe es bei der TSG nicht nur um den Sport sondern auch um die Traditionspflege in dem mehr als 100-jährigen Großburgwedeler Verein.
In dem Gepräch stellte Strauch auch die Frage nach der Gemeinsamkeit und ob bei den neuen Rahmenbedingungen nicht auch ein neuer Geist spürbar sei. Die Antwort verhinderte er selbst, indem er auf die neuen Fahrradkurse für Flüchtlinge hinwies, die in der TSG wirklich nicht neu sind. Damit wurde wiederum das Gespräch auf die Flüchtlingssituation gelenkt, die schon vorher immer wieder viel Raum in der Runde eingenommen hatte.
Die Wünsche an die Politiker, die dem SPD-Vorsitzenden Joachim Roediger wichtig erschienen, fielen dagegem moderat aus. Appel, der im Hauptberuf Leiter des Jugendzentrums in Großburgwedel ist, kennt sich gut aus in den finanziellen Möglichkeiten der Stadt. Er sei froh, wenn die Leistungen der Stadt weiter so liefen wie bisher, sagte er.
Die Sportstiftung sei eine gute Idee für den Ausgleich. Im übrigen bestimme die Politik die Rahmenbedingungen. Karin Beckmann, für die SPD Mitglied im Stadtrat, brachte den Sportentwicklungsplan auf den Tisch. Einerseits sollten Investitionen jetzt aktiver angegangen werden, andererseits müsse mit einem Zeitraum von zehn Jahren gerechnet werden.