„Wir wünschen uns für 2015 Klasse trotz Masse“

Niklas Dahmen, eines der beeindruckenden jungen Talente der Musikschule Isernhagen & Burgwedel, am Flügel begleitet von Claudia Rinaldi-Mykytka.

Beeindruckende Musiktalente im Fokus des Neujahrskonzertes

ISERNHAGEN (bs). Rauschender Applaus und faszinierende Stille im Wechsel: Das diesjährige Neujahrskonzert der Musikschule Burgwedel & Isernhagen stellte unter Beweis, dass musikalische Frühförderung wirklich beeindruckende Talente hervorbringen kann.
Den Auftakt gestalteten die Geschwister Matthis (13 Jahre) und Imke (11 Jahre) Vosberg, die am Samstag auch beim größten deutschen Musikwettbewerb „Jugend musiziert“ antreten werden. Gefolgt von Niklas Dahmen (13 Jahre) an der Klarinette, am Klavier begleitet von Claudia Rinaldi-Mykytka und Maarten-Sander Kamp (13 Jahre) am Tenorsaxophon.
Die Aufgabe, möglichst viele Kinder durch die musikalische Breitenarbeit zu erreichen, sei das Fundament ihrer Arbeit und deren Bedeutung sei kaum zu ermessen, betonten die Musikschulleiter Andreas Fingberg-Strothmann und Nicola Bodenstein-Polito. Die vielen wunderbaren Momente, wenn die Kinder und Jugendlichen völlig in ihrer Musik aufgehen, der Stolz der Angehörigen, wenn der Nachwuchs auf der Bühne zeigt, wie wichtig ihm oder ihr das Musikmachen ist.
„Doch wir wollen auch, dass motivierte und begabte Schülerinnen und Schüler bei uns eine Ausbildung erhalten können, die ihrem Potential gerecht wird und sie, wenn sie es möchten, auf eine musikorientierte Ausbildung vorbereiten“, erläuterte Fingberg-Strothmann. Begabte gebe es in Isernhagen und Burgwedel nicht wenige, so der Musikschulleiter. Dass dies keine leere Floskel war, stellten im weiteren Verlauf des Konzertes die zwölfjährige Hanna Wendt, Sarah Schröder, Lara Brinkmann, Jeremias Heimbach und Alexander Veth eindrucksvoll unter Beweis.
„Wir wünschen uns für das neue Jahr „Klasse“ trotz „Masse“, warb die Musikschulleitung um finanzielle Unterstützung. Es könne nicht sein, dass ein begabtes Kind am Fortschritt auf dem Instrument gehindert wird, weil es wegen des Rotstiftes der Musikschule oder seiner Familie nur 20 Minuten Unterricht pro Woche bekommen könne.
Erstmals seien in diesem Jahr drei Kurse in Gehörbildung und Musiktherapie mit insgesamt 17 Schülerinnen und Schülern im Alter von neun bis 20 Jahren gestartet, verdeutlichte Fingberg-Strothmann die große Anzahl musikalischer Talente der Musikschule. Doch neben der sogenannten SVA gebe es auch in anderen Fachbereichen Bestrebungen, pädagogische Konzepte mit Blick auf Begabtenförderung zu entwickeln, wie beispielsweise das Moldau-Projekt in Sinfonieorchester-Besetzung von der Musikschullehrkraft Bettina Kober.
Ein Leben ohne Musik? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer kleinen Talkrunde mit Schülerinnen und Schülern der Musikschule. „Selbst wenn ich einmal als hartgesottene Bankerin arbeiten sollte – ein Leben ohne meine Musik ist für mich nicht mehr vorstellbar“, erklärte Sarah Schröder und erntete zustimmendes Nicken aus der gesamten Runde der Nachwuchstalente.