„Wir verbinden Menschen über Grenzen hinweg“

„Wir verbinden Menschen über Grenzen hinweg“ lautet die Inschrift auf der bronzenen Tafel, die Bürgermeister Axel Düker an Bernard Soul übergab. (Foto: Renate Tiffe)
 
Der Calvados aus dem Domfontais mit der unverwechselbaren Note dank des Birnenanteils, wird in Eichenfässern gelagert. (Foto: Renate Tiffe)

20 Jahre Städtepartnerschaft in Domfront-en-Poirare gefeiert

DOMFRONT/BURGWEDEL (ti). „Wir verbinden Menschen über Grenzen hinweg“. Diese Worte stehen auf der bronzenen Tafel, die Bürgermeister Axel Düker anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der deutsch-französischen Städtepartnerschaft Burgwedel – Domfront-en-Poiraie dort im Rathaus übergab.
Politische Ämter und Regierungen werden für bestimmte Zeiten gewählt, sagte er, Freundschaften aber werden aufgebaut, wachsen und bleiben. Von dem entstandenen Vertrauen, das an die Jugend im Hinblick auf Europa weiterzugeben sei, sprach sein französischer Kollege Bernard Soul.
Bereits im vergangenen Jahr war das Jubiläum in Burgwedel gefeiert worden. Jetzt wurde das Ereignis mit der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages durch die beiden Bürgermeister in Domfront bestätigt. Die Atmosphäre beim offiziellen Empfang im Hochzeitssaal des Rathauses war erwartungsvoll und überaus herzlich. Gastgeschenke wurden ausgetauscht. Großburgwedels Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller hatte die erste Kiste selbstgebrauten Bieres aus Burgwedel mitgebracht. Deutsches Bier ist sehr beliebt bei den Franzosen.
Der feierlichen Veranstaltung vorausgegangen waren neben den freundschaftlichen Kontakten kommunalpolitische Gespräche unter den Ratsleuten von beiden Seiten. Ein intensiverer Erfahrungsaustausch unter den Verwaltungen wurde verabredet, wie Düker mitteilte. Domfront hat Burgwedel sicher einiges in Bezug auf den Tourismus voraus.
Auch in der Familienpolitik sind die Franzosen weiter. Die noch junge Stadt in Niedersachsen kann dagegen u.a. mit Erfahrungen in der Flüchtlingspolitik aufwarten. Demnächst sollen in Domfront 25 Flüchtlinge unterkommen.
Nach der langen (16 Stunden), aber wenig strapaziösen Fahrt in zwei klimatisierten Bussen erlebten die etwa 70 Burgwedeler Reisenden drei ungetrübte Tage französischer Gastfreundschaft, nicht ohne ein gut vorbereitetes, pralles Besuchsprogramm.
Traditionell finden die Reisen um Himmelfahrt herum statt – Abreise am Mittwochmorgen. Und traditionell gehört der kirchliche Feiertag dem „Familien-Austausch“. Langjährige Bande werden weiter gefestigt, neue geknüpft, mangels Sprachkenntnissen oft mit viel Humor und Lachen verbunden. Das Nötigste zur Verständigung war bereits vorher während der Busfahrt eingeübt worden.
Der nächste Tag begann mit einer 200-km-weiten Reise zur Besichtigung des Tidenhubkraftwerkes von Rance an der Küste, eines technischen Wunderwerkes zur Energiegewinnung von denen es in dieser Dimension nur zwei auf der Welt gibt. Entspannung brachte das gemeinsame Picknick im schattigen Park von Dinan. Die Temperaturen waren mittlerweile auf über 30 Grad angestiegen, sodass die Stadtbesichtigung vorzugsweise vom ratternden „Zug“ aus wahrgenommen wurde.
Der Samstag hatte es dann in sich: zuerst der Besuch der Brennerei des Calvados, des berühmten Destillats mit der hübschen, noch jungen Entstehungsgeschichte. Weiter ging´s zum „Marche` Germanique“ mitten in der Altstadt, mit deutschem Bier und deutscher Bratwurst. Zur musikalischen Untermalung spielte die Blaskapelle „La Clique Domfrontaise“. Anschließend hatten noch die zehn jungen Tischtennisspieler von der Spielgemeinschaft TTC Viktoria Thönse/ TSV Kleinburgwedel ihren Auftritt in mehreren Freundschaftsspielen in gemischten Mannschaften. Eine echte sportliche Auseinandersetzung gab es diesmal nicht.
Viele Dankesworte gab es beim offiziellen Teil im Rathaus für die Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins Marie Laure Prod`homme und Andreas Listing sowie ihre Helfer, die in den Vereinen für die Organisation und die sprachliche Verständigung gesorgt hatten.
Spät am Abend beim Abschiedsfest war das Anschneiden eines backtechnischen Kunstwerkes als Dessert das letzte Highlight, das von beiden Bürgermeistern gemeinsam zelebriert wurde.
Für viele war es eine kurze Nacht und auch die eine oder andere Abschiedsträne soll geflossen sein. Zum letzten Rendez-vous hatten sich die Burgwedeler und ihre Gastfamilien am „Place Burgwedel“ nahe der Altstadt getroffen.