„Wir lassen keine Schwachstellen“

Die Stadt Burgwedel ist neues Mitglied im Netzwerk „Zuhause sicher“ (v. l.): Michael Fritsch, Axel Düker, Roger Möhle und Günter Heller. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Karin Düker probierte nach Anleitung des Experten, wie leicht sich ein Fenster mit einfachem Werkzeug öffnen lässt. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Netzwerk „Zuhause Sicher“ berät über Einbruchschutz und wirksame Wohnraumsicherung

GROSSBURGWEDEL (bgp). Der bundesweite Trend mit hohen Fallzahlen im Bereich der Wohnungseinbrüche spiegelt sich auch in Isernhagen und Burgwedel wider.
Seit etwa zehn Jahren ereigneten sich im Durchschnitt einhundertzwanzig Wohnungseinbrüche pro Jahr, berichtet der Leiter des Polizeikommissariates Großburgwedel, Günter Heller.
Um diesen Delikten etwas entgegenzustellen, gründete sich im Jahr 2010 das Netzwerk „Zuhause sicher“ durch die Polizei Hannover im Verbund mit der Schutzgemeinschaft Hannover, in der rund vierzig Innungsbetriebe des Glaser- und Tischlerhandwerks, Elektro- und Metallbaubetriebe sowie Fachbetriebe für Überwachungs- und Videotechnik vereint sind.
Auf Beschluss des Verwaltungsausschusses im November 2017 ist die Stadt Burgwedel nun Mitglied im Netzwerk „Zuhause sicher“ geworden. Zusammen mit der Region und der Landeshauptstadt Hannover sind mittlerweile neun Kommunen in dem Sicherheitsnetzwerk Mitglied. „Wir wollen das Netzwerk mit Leben füllen“, erklärte Bürgermeister Axel Düker den Schritt der Stadt, sich vor Ort an der Präventionsarbeit zu beteiligen.
Zum Auftakt gab es am Dienstagnachmittag bereits einen Informationsstand der Polizei im Foyer des Rathauses Burgwedel. Polizeihauptkommissar Uwe Bollbach, Beauftragter für Kriminalprävention, demonstrierte eindrucksvoll, wie leicht ein Fenster mit einem Schraubendreher zu öffnen ist. Das sorgte für Staunen und Erschrecken, denn selbst älteren Bürgerinnen und Bürgern gelang es mühelos, mit dem richtigen Dreh das Fenster zu öffnen.
Bollbach ist einer der zuständigen Fachleute der Polizei, die über Verhaltensregeln sowie Sicherungsmaßnahmen informieren und auch die Möglichkeit bieten, sich in den eigenen vier Wänden neutralen Rat für ihr sicheres Zuhause einzuholen. So bekommen die Bürgerinnen und Bürger eine auf ihren Wohnraum zugeschnittene Begutachtung, die ihnen Schwachstellen wie Fenster und Türen, Dach- oder Kellerluken aufzeigt.
Im Anschluss werden mögliche Nachrüstungen an sensiblen Bereichen erläutert oder bei Neubauten diese gleich im Vorfeld vermieden. Selbst Gewerbeobjekte nehmen die Experten auf Wunsch unter die Lupe und beraten umfassend zum Thema Sicherheit. „Wir lassen keine Schwachstellen!“ betonte Kriminalhauptkommissar Michael Fritsch von der Zentralstelle Technische Prävention der Polizeidirektion Hannover.
Die Wohn- und Gewerbeobjekte können sogar vom Netzwerk zertifiziert werden, wenn die entsprechenden Sicherheitsstandards erfüllt sind und diese noch einmal überprüft worden sind. Erst dann bekommen die Bewohner eine Plakette sowie Aufkleber mit dem Emblem des Netzwerkes „Zuhause sicher“, die außen sichtbar angebracht werden sollten. Im Idealfall hält das die Einbrecher schon von dem Versuch ab, in das Objekt einzudringen, da dieses wegen der guten Absicherung viel zu lange dauern würde.
Die im Netzwerk vertretenen Unternehmen der Schutzgemeinschaft Hannover sind Fachbetriebe, die qualifiziert und zertifiziert sind, um entsprechende Maßnahmen handwerklich und sicherheitstechnisch umzusetzen. Auch andere Handwerksbetriebe können die Arbeiten übernehmen, müssen sich aber in der Auswahl des Materials und der Installation an die dafür festgeschriebenen Sicherheitsstandards des Deutschen Institutes für Normung (DIN) halten.
Michael Fritsch und Roger Möhle von der Schutzgemeinschaft betonen ebenso wie Günter Heller und Axel Düker die Dringlichkeit des Themas. Die Vertreter der Polizei erleben häufig im Dienstalltag, wie dramatisch die Folgen eines Einbruchs sein können. Diese seien nicht nur materieller Art, führt Heller aus: „Das Eindringen in die Privatsphäre macht den Einbruchsopfern häufig am meisten zu schaffen“. In schlimmen Fällen wirkten große Ängste nach und die Opfer zögen sogar in eine andere Wohnung, beschreibt er die psychischen Auswirkungen.
Eine umfassende Veranstaltung des Netzwerkes „Zuhause sicher“ ist für den 13. März um 18.30 Uhr im Amtshof Großburgwedel geplant. Die Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich dort über Sicherheitsthemen und Verhaltensmaßnahmen zu informieren.