„Wir brauchen Mentoren zum Deutsch lernen für Migrantenkinder“

V.l.: Otto Krull, Sozialarbeiter, Julian Seidel, Koordinator der Lese-Mentoren an der Oberschule, Helmuth Vicum, Lesementor, Renate Koch, Direktorin Oberschule, Ute Oehl, Fachbereichsleiterin Deutsch, Andreas Seifert, Lese-Mentor Koordinator für Burgwedel, und Friedrich Dörr, Lesementor.

Info-Veranstaltung 16. Juli um 18.00 Uhr in der Oberschule

BURGWEDEL (hhs). „Sie sprechen überwiegend arabisch oder kurdisch, einige auch polnisch, afghanisch oder serbisch. Wir wollen in enger Zusammenarbeit mit den Schulen und den verantwortlichen Lehrkräften dieser Kinder das Mentor-Angebot erweitern und suchen dafür Ehrenamtliche, die sich dieser Herausforderung stellen wollen: Deutsch sprechen und später vielleicht auch schreiben lernen mit Migranten-Kindern“, brachte Andreas Seifert, der Mentor-Koordinator für Burgwedel sein Anliegen auf den Punkt.
Seifert und zwei seiner Mentorenkollegen hatten am Mittwoch in der Oberschule zu einen Gespräch über die Lösung dieses Problems eingeladen. Mit dabei die beiden Mentoren Helmuth Vicum und Friedrich Dörr, Otto Krull, der verantwortliche Sozialarbeiter in der Stadt Burgwedel, Renate Koch, Direktorin der Oberschule, und ihre Kollegen Ute Oehl, Fachbereichsleiterin Sprachen, und Julian Seidel, Koordinator für die Lesementoren an der Oberschule.
Der Handlungsbedarf ist deutlich, denn Seifert hat in Zusammenarbeit mit den Schulen eindrucksvolle Zahlen ermittelt: In Großburgwedel, Fuhrberg und Wettmar haben die Grundschulen 34 Schülerinnen und Schüler genannt, die dringend zusätzliche individuelle Hilfe beim Erlernen der deutschen Sprache benötigen. Dieser Bedarf habe sich angesichts der hohen Flüchtlingszahlen ergeben. Es gibt in der Stadt Burgwedel nur eine Sprachlernklasse an der Oberschule, die aber keine Grundschulkinder betreue. Diese Klasse decke auch bei weitem nicht den Bedarf, den die Oberschule selbst habe.
Die Eingangsfragen, die über allem stehen, lauten: Wie kann man für diese Kinder etwas tun? Von wem kann man in dieser Beziehung was lernen? Wie soll ich etwas mit einem Kind machen, wenn es noch nicht mal die Buchstaben kennt? Es wird daran deutlich, dass niemand der Beteiligten ein Patentrezept hat, das einigen Erfolg verspricht. „Deutsch lernt man am besten auf dem Schulhof“, sagt Seifert, der über große Erfahrungen als Lesementor verfügt. Auch der Mannschaftssport biete gute Möglichkeiten für die Kinder. Und Julian Seidel hat positive Erfahrungen im Werkunterricht gemacht. „Wenn die Kinder gemeinsam arbeiten, dann reden die auch miteinander“, sagt er und zeigt damit eine große Chance auf.
„Hier kann man eigentlich nichts falsch machen“, ermunterte Helmuth Vicum potentielle Bewerber für den Einsatz als „Sprechmentoren“. Das Projekt soll im September beginnen. „Die Mentorinnen und Mentoren aber suchen wir aber ab sofort“, so Andreas Seifert. Interessenten für die Tätigkeit als Mentor können bei Andreas Seifert unter 05139/896382 weitere Informationen erhalten. Für alle Interessenten bieten die Initiatoren eine Informationsveranstaltung am Donnerstag, den 16. Juli um 18.00 Uhr im Raum 050 in der Oberschule Burgwedel an.