Wieder „Volles Haus“ für den Oratorienchor Burgwedel

Zugunsten der Seniorenhilfe hatte der Oratorienchor Burgwedel zum Konzert eingeladen. Die Besucher erlebten einen einzigartigen A Capella-Abend. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Lieder aus 500 Jahren europäischer Musikgeschichte

GROSSBURGWEDEL (hhs). Der Oratorienchor Burgwedel hatte am vergangenen Sonntag zu einem Benefizkonzert zugunsten der Seniorenhilfe Burgwedel e.V. in den Amtshof eingeladen.
Das musikalische Motto dieses Konzerts lautete „Chormusik von der Renaissance bis zur Modernen mit geistlichen wie auch weltlichen Texten“. Das entsprach ganz den Erwartungen der Burgwedeler an diesem Abend, denn von den knapp 190 Sitzplätzen im Amtshof blieb keiner unbesetzt.
Walter Bensmann, der Vereinsvorsitzende des Oratorienchors Burgwedel, begrüßte die zahlreichen Konzertbesucher und erläuterte zunächst, dass der Chor in den Sommerferien seinen Mitbegründer und langjährigen Vorsitzenden Eckart Steinmetz verloren habe. Steinmetz habe in den 39 Jahren Mitgliedschaft alle Funktionen im Chor ausgefüllt.
Der Oratorienchor widme diesen musikalischen Abend dem Verstorbenen, dessen Foto neben den Sängerinnen und Sängern stand. „Wir wollen Eckart Steinmetz mit den Liedern gedenken, die er häufig mit uns gemeinsam gesungen und geliebt hat“, endete Walter Bensmann seine ergreifende Rede.
Bürgermeister Axel Düker fungierte als Schirmherr dieses Konzerts. Er freue sich über das große Engagement des Oratorienchors, der sich weit über den Bereich Burgwedel hinaus einen Namen ersungen habe und er freue sich über den angekündigten Querschnitt aus 500 Jahren europäischer Musikgeschichte.
Schließlich ergriff Prof. Dr. Fischer vom Förderverein Seniorenhilfe Burgwedel das Wort: Der Förderverein unterstütze die Seniorenbegegnungsstätte und die Senioren in der Stadt. „Wir fördern die Arbeit der Stadt Burgwedel für ältere Mitbürger, wir helfen einzelnen Senioren in finanziellen Notlagen und ermöglichen die Teilnahme an Veranstaltungen in der Seniorenbegegnungsstätte“, fasste er die Aktivitäten zusammen. Helfen könne dabei jeder, entweder durch Mitgliedschaft oder durch Spenden.
Dann trat Chorleiter Martin Helge Lüssenhop vor seine Sängerinnen und Sänger und es begann ein unvergesslicher Abend, der A Capella durch fünf Jahrhunderte bot. Es begann mit einem Madrigal aus dem 16. Jahrhundert, gefolgt von einem der ersten weltlichen Chorlieder überhaupt „Viele verachten die edele Musik“. Chorleiter Lüssenhop hatte das Programm in mehrere Blöcke aufgeteilt, zwischen denen er Erläuterungen zu den Liedern bot.
Es fanden sich bekannte Lieder im Programm, „Vater unser“, die Motette von Heinrich Schütz, „Cantate Domino“, eine Motette von Hans-Leo Hassler und „Gott fährt auf mit Jauchzen“, ein Auszug aus einem Oratorium von Carl Philipp Emanuel Bach. Bei diesen drei sehr unterschiedlichen Stücken ließ der Oratorienchor seine Fähigkeiten aufblitzen: Vom einfühlsamen „Vater unser“ über den kraftvollen Lobgesang des Herrn zur überschwänglichen Freude über die Himmelfahrt des Herrn. Das war mehr als beeindruckend.
Es folgt eine Mischung aus geistlichen Liedern und weltlichen, wobei insbesondere die letzten ins 20. Jahrhundert führten. Perfekt gesungen auch die bekannte Choralmotette von Hugo Distler „Lobe den Herren“ und der Choral „Wer nur den lieben Gott lässt walten“, von Johann Sebastian Bach. Auch Romantisches fand sich, Lieder mit Texten von Eichendorff und Felix Mendelssohn.
Eines wurde an diesem Abend allerdings auch deutlich. Die 32 Sängerinnen und zwölf Sänger des Oratorienchors Burgwedel hatten überhaupt keine Mühe, die akustischen Grenzen des Amtshofs aufzuzeigen. Bei einigen Liedern hätte man sich gewünscht, nun in St. Paulus oder in St. Petri diesen ganz besonderen musikalischen Genuss miterleben zu dürfen.