Wie geht es weiter am Würmsee – bleiben oder gehen?

Morgenidylle am Würmsee – wie geht es weiter in der Wochenendsiedlung? (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Die Lage um Wochenend- oder Wohnsiedlung ist nach wie vor ungeklärt

KLEINBURGWEDEL (bgp). Der Ortsrat Kleinburgwedel verabschiedete am vergangenen Donnerstag eine Petition des Rates der Stadt, um von der Region Hannover die Genehmigung für das Dauerwohnrecht der Bewohner am Würmsee zu erhalten.
Die aktuelle Situation ist für die Bewohner seit längerem unbefriedigend, da der Status der Gebäude und des Wohnrechtes in der Würmsee-Siedlung noch nicht abschließend geklärt ist. Bisher gilt die Siedlung als Wochenendgebiet, eine Prüfung im Jahr 2012 durch die Region Hannover hat jedoch ergeben, dass die Gebäude nicht in jedem Fall die rechtlichen Vorgaben für ein Wochenendhaus erfüllen. Manche Bürgerinnen und Bürger nutzen die Siedlung zum Teil jahrzehntelang als Dauerwohnsitz. Um Klarheit zu schaffen, hatte Ortsbürgermeister Jürgen Schodder seinen Antrag auf der Ortsratssitzung vorgebracht.
Demnach soll den Anwohnern der Würmsee-Siedlung in Kleinburgwedel ein Dauerwohnrecht in den von ihnen bewohnten Liegenschaften eingeräumt werden, sofern sie vor dem 31.12.2012 volljährig waren und dort mit ihrem ersten Wohnsitz gemeldet waren. Heinz Visel von den Grünen stimmte gegen die Petition zum Dauerwohnrecht, da es sich nach seiner Ansicht lediglich um eine Duldung handele, nicht jedoch um eine Legalisierung. Durch die unsichere Rechtslage würden sich wohl ältere Bewohner zum Bleiben entschließen, aber nur noch das Nötigste instandhalten. Er gab zu bedenken, dass jüngere Anwohner sicher die Siedlung verlassen möchten, es aber nicht könnten, da sie bereits Eigen- oder Fremdkapital in die Gebäude investiert hätten. Auf Grund der unsicheren Situation würden sie dann zu weiteren Instandsetzungsmaßnahmen nicht mehr bereit sein. Demnach sei es auch nicht möglich, die Gebäude zu einem angemessenen Preis zu verkaufen, so dass früher oder später das gesamte Gebiet verfallen werde. Visel hielt den Zeitpunkt der Petition für verfrüht, solange nicht klar sei, ob der Bebauungsplan ein Dauerwohnen auf legaler Basis möglich mache oder nicht. Die Petition schließe derzeit ein legales Dauerwohnen aus.
Bauamtsleiter Niclas Gutzler von der Stadt Burgwedel erläuterte das Änderungsverfahren des Bebauungsplanes und betonte, dass die Siedlung nicht ohne weiteres in ein allgemeines Wohngebiet umgewidmet werden könne, da erhebliche rechtliche Gründe dagegen sprächen. Man habe bereits eine großzügigere Auslegung des Baurechts erwirken können, demnach wurde die Begrenzung der Dachneigung verändert und die erlaubte Grundfläche der Häuser von 60 auf 90 Quadratmeter erhöht, um möglichst viele Häuser innerhalb der baulichen Vorgaben zu halten. Er hielt das vorgesehene Konzept einer Wochenendsiedlung mit dem „Auswohnrecht“ für eine verträgliche Lösung, schloss jedoch „schmerzhafte Rückbauverfügungen“ nicht aus. Jürgen Schodder warb um Zustimmung für die Resolution, um sie möglichst bald dem Rat der Stadt Burgwedel zur Entscheidung vorzulegen. Ein Teilnehmer betonte ausdrücklich, dass es noch viele Fragen aus der Anwohnerschaft der Würmsee-Siedlung gäbe, sie sich aber alle bewusst seien, dass „man im Moment zum Warten verdammt“ sei. Dennoch wolle man sich nicht entmutigen lassen und weiter für die Würmsee-Siedlung kämpfen.