Wie die CDU Wettmar die Wahlniederlage aufarbeitet

Ein Handschlag von Michael Kranz für den bisher kommissarischen Vorsitzenden Klaus Sommer. (Foto: Renate Tiffe)

Kranz wieder erster Vorsitzender – Erklärung zum Verbrauchermarkt

WETTMAR (ti). Es war sozusagen ein doppelter Wahlverlust, mit dem die CDU Wettmar jetzt fertig werden muss. Zuerst war ihr Vorsitzender, Ortsbürgermeister Michael Kranz von der eigenen Partei aus dem Rennen um die Bürgermeisterwahl herauskatapultiert worden. Dann verlor die CDU Burgwedel nach 40 Jahren das Bürgermeisteramt - Zeit also, für eine Aufarbeitung.
In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung verteidigte der kommissarische Parteivorsitzende Klaus Sommer die Verweigerungshaltung der Wettmarer bei der Bürgermeisterwahl. Er wollte aber die Schuld nicht allein auf seinem Ortsverband sitzen lassen. Auch in anderen Ortsteilen sei es nicht für gut befunden worden, Björn Hoppenstedt zur Wahl antreten zu lassen. Es hatte in Wettmar starke Diskussionen gegeben und die Drohung von Parteiaustritten.
Entschieden gegen die vom Parteivorstand beschlossene Vorgehensweise wandte sich Jürgen Frey, seit 35 Jahren Parteimitglied. Er sei gegen die Entscheidung gewesen und habe die Aussagen zugunsten des damaligen SPD-Kandidaten für sehr bedenklich gehalten. Über allem stehe schließlich als Partei die CDU.
Sommer blieb bei seinem Standpunkt, weil Frey die Meinung von ganz wenigen Parteimitgliedern vertrete, wie er sagte. Er kündigte an, dass es beim nächsten Wahlkampf „wieder anders“ gehe. Dann verlangte er die Wahl eines neuen ersten Vorsitzenden. Michael Kranz wurde erneut vorgeschlagen und einstimmig wieder gewählt. Die anwesenden zwölf der insgesamt 34 Wettmarer Parteimitglieder hatten sich dafür ausgesprochen.
Kranz hielt sich nicht lange mit Dankesbekundungen auf. Er habe sich die Wiederwahl reichlich überlegt und werde mit Elan wieder an die Arbeit gehen, eröffnete er den Parteimitgliedern und Gästen. Sprach´s, verkündete die nächsten Termine und verlas eine Erklärung für die Öffentlichkeit zu den jüngsten Vorgängen um den Wettmarer Verbrauchermarkt. Verfasst hatte er die Schrift als Ortsbürgermeister - der zu jener Zeit im Urlaub war - zusammen mit seinem Amtsvorgänger, dem Landtagsabgeordneten Rainer Fredermann und dem Wettmarer SPD-Vorsitzenden Siegfried Schramke.
Darin wurden die Dinge angesprochen, mit denen die Marktgegner über die kommunale Ebene hinaus Aufsehen erregt hatten. Die weitaus meisten Einwohner wollten den Markt, wurde signalisiert, und die Baugenehmigung „gehe jetzt klar“. Zugleich stehe es der CDU als größter - und christlicher - Partei in Wettmar jetzt gut an, den Gegnern die Hand zu reichen.
Anschließend erläuterte der Vorsitzende des Burgwedeler Stadtverbandes, Rainer Fredermann, das weitere politische Vorgehen der CDU. „Wir wollen nach vorn gucken“, rief er die Parteimitglieder auf. Die Auseinandersetzungen in der Partei sollten nicht in persönlichen Konflikten ausarten. Die unterschiedlichen Meinungen sind intern eingeholt worden. Das Ergebnis werde vom Vorstand ausgewertet, den Mitgliedern der CDU Burgwedel vorgestellt und auch öffentlich gemacht.
Jetzt gehe es darum, die Wahlen am 25. Mai zu bestehen, betonte er. Ein neues EU-Parlament wird gewählt und der nächste Präsident der Regionsversammlung. Fredermanns Blick richtete sich auch auf die Kommunalwahlen in zwei Jahren.