„Wi vertelln von Isernhagen un nich von irgendwo“

„Holladihi, Holladiho“ heißt es im Refrain des stets gepflegten Eingangsliedes, bei dem sich die Schauspieler vorstellen. (Foto: Renate Tiffe)
 
Jede Menge Verwicklungen entzückten das Publikum in der Komödie „De Buer socht ne Frue“. (Foto: Renate Tiffe)

Theaterstück im Wöhler-Dusche-Hof: De Buer socht ne Frue

ISERNHAGEN NB (ti). Sie haben längst ihr Stammpublikum, das kein Theaterstück verpassen möchte – die plattdeutschen Laienschauspieler auf dem Wöhler-Dusche-Hof.
Mittlerweile gibt es zwei Aufführungen, am Samstag und am Sonntag, damit die Gruppen, die sich anmelden, den Isernhagenern die Plätze auf der etwa 180 Personen fassenden Diele nicht wegnehmen. So war es auch in diesmal beim Schwank „De Buer socht ne Frue“.
Unbestritten hat das Isernhagener „Speel op de Deel“ im Laufe der Jahre seinen ganz eigenen Charme entwickelt. Der lebt natürlich von der Lokalität des alten Bauernhauses und der Spielfreude der Akteure - aber auch von der konsequenten Anleihe bei der Isernhagener Vergangenheit. Die Stücke, stets selbst erarbeitet, brauchen eine lange Vorbereitungszeit, bei der die Verantwortlichen vermutlich schon eine Menge Spaß haben.
„Wi vertelln von Isernhagen un nich von irgendwo“ heißt es dann auch nach dem „Holladihi, Holladiho“ im Refrain des stets gepflegten Eingangsliedes, bei dem sich die Schauspieler vorstellen. „Das sind ja viele. Da können wir viel lachen“, raunte eine der Damen vom Burgdorfer Kreisschützenverband, der neben anderen Gruppen mit mehr als 80 Mitgliedern schon zum vierten Mal zu Gast war.
Tatsächlich sorgte auch diesmal die Situationskomik auf plattdeutsch für fast unausgesetzte, herzhafte Lacher. Es ist eine Art Wechselspiel zwischen dem Publikum und der Schauspieltruppe. „Die Zuschauer lachen und wir merken, dass wir ankommen und legen noch zu“, sagte Klaus Heuer, von der plattdeutschen Runde. Bei „De Buer socht ne Frue“ wurden die Erwartungen beiderseits bestens erfüllt.
Der Inhalt ist kurz erzählt. Der Bauer Fritz Kellermann sorgt sich um die Zukunft seines Hofes und meint, dass es für seinen schon angejahrten Sohn Heini an der Zeit ist, eine Frau zu suchen. Ein gewichtiges Wort mitzureden hat dabei die Haushälterin Durtchen, die sich dann ihrerseits Gedanken um ihre Zukunft machen muss. Alle Hebel werden in Bewegung gesetzt bei der Heiratsvermittlerin und beim „Zeitungs-August“, der ein Inserat entwerfen soll.
Auch das Kartenlesen wird in Betracht gezogen. Am Ende stellt sich heraus, dass Heini längst mit seiner Freundin Sophie „tau hope“ ist, sich nur nicht traute, es seinem Vater zu sagen. Mit Hilfe der Heiratsvermittlerin werden dann Durtchen und Fritz Kellermann ihrerseits noch ein Paar.
Paraderollen gab es für Ilse-Dorothea Dauer-Böhm, die als Haushälterin leibte und lebte, und für Anja Dusche, „de Kupplersche“, deren - lange geübte – Kickser bei ihren beflissenen Auftritten schon fast ein Selbstläufer waren. Hans Reinecke als Bauer und Werner Lößin als dessen Sohn standen die Männerrollen mit Witz durch und auch die anderen Darsteller trugen mit viel Spielfreude und der Akkordeonbegleitung von „Adele“ zum Erfolg des Nachmittags bei.
Der Eintritt zu den Theaterstücken ist frei. In der Pause wird jedoch um Spenden gebeten, die der Bauernhausverein dringend für den Erhalt des Museumshofes benötigt. - Zwei weitere Aufführungen gibt es am 6. und 7. September.