Wettmarer Schützen feierten ausgelassen ihre Majestäten

Die letzte Scheibe gebührte dem neuen Volkskönig Heiner Lange, ortsbekannt als langjähriger Ortsbrandmeister von Wettmar. (Foto: Renate Tiffe)
 
Besondere Ehre: Scheibennannageln bei der Stadtkönigin Melissa Schluckebier-Risse. (Foto: Renate Tiffe)

Drei Tage ganz im Zeichen des Volks- und Schützenfestes

WETTMAR (ti). Mag es auch sonst noch so demokratisch zugehen. Bei den Schützen werden die besten in ihrem alljährlichen Schießwettbewerb noch immer „König“ bzw „Königin“ genannt und entsprechend mit „Majestät“ tituliert.
Die Damen tragen zwar keine Krone aber immerhin ein schmückendes Diadem. Proklamiert werden die Majestäten am Freitagabend beim Kommers, dem Beginn der drei Tage, die mit Vergnügungen auf dem Festplatz und in der Halle und mit den Umzügen im Dorf ganz im Zeichen des Schützenfestes stehen. In Wettmar wird zugleich das Volksfest gefeiert.
Wie in den meisten Vereinen wird auch bei „Gut Ziel“ Wettmar großer Wert auf die Jugendarbeit gelegt. Die Schützen sind stolz auf ihren Nachwuchs und feiern ihre Kinder-, Jugend- und Juniorenkönige beim Kommers als erste. Es sind in diesem Jahr Luca Leo Longerich, Sandra Krüger und Simon Bäßmann. Spannend wie für die Erwachsenen ist auch für sie das Scheiben-Annageln beim Samstagumzug.
Neuer Schützenkönig wurde diesmal Sascha Glombik. Der Kleinburgwedeler war gerade im Schützenhaus anwesend als es um das Königsschießen ging und wurde sozusagen mit „gekapert“. Seine Scheibe wurde zunächst am Schützenhaus angebracht. Natürlich in der stillen Hoffnung, dass es später beim Ortswechsel noch einen Umtrunk geben wird.
Viel Ehrgeiz hatte Natascha Krüger beim Schießen an den Tag gelegt, um die Würde der Damenkönigin zu erlangen. Die Jüngste in der Wettmarer Schützenfamilie wollte es unbedingt ihrer Großmutter gleichtun, die vor genau 60 Jahren als erste Frau den Sieg davon getragen hatte - sehr zum Ärger einiger Herren, die sich schwer taten, „einem Rock hinterherzulaufen“.
Immerhin führte das Ereignis zur Gründung einer eigenen Damenabteilung, die just in diesem Jahr ihr 60-jähriges Jubiläum beging. Noch eine junge Dame zog in diesem Jahr die Aufmerksamkeit auf sich. Melissa Schluckebier-Risse ist Stadtjugendkönigin geworden und wurde beim Kommers eigens von Bürgermeister Axel Düker geehrt.
Nach zwei durchtanzten Nächten im Zelt hieß es dann für die Schützen am Sonntagmittag Antreten zum Festumzug. Begleitet von drei Musikkapellen ging es traditionell zunächst zum Platzkonzert vor dem Seniorenheim am Immenweg. Die letzte Scheibe gebührte dem Volkskönig und der hieß in diesem Jahr Heiner Lange, ortsbekannt als langjähriger Ortsbrandmeister von Wettmar.
Eine hervorragende Gelegenheit für die Jugendfeuerwehr, auf ihre Feier zum 40-jährigen Bestehen am 20. August hinzuweisen – mit einem unüberhörbaren dreifachen „Gut Wehr“ beim Kommers und einer Flamme auf der Schützenscheibe. „Majestäten vorgetreten“ forderte Ortsbürgermeister Michael Kranz zum letzten Königstanz unter den Fahnen der beteiligten Vereine auf, bevor der Festumzug sich wieder formierte.
Versteht sich, dass die Feuerwehr diesmal im Umzug besonders stark vertreten war, wohingegen andere der zahlreichen Wettmarer Vereine eher durch Abwesenheit glänzten. Allerdings hatten die Fußballer schon am Samstagumzug teilgenommen, weil sonntags für sie Spiele anlagen.
Einen besonderen König hat der Verein noch am 1. Juli zu feiern. Dann wird dem Vereinsvorsitzenden Andreas Genske die Landeskette im hannoverschen Rathaus umgehängt. Er hatte sich beim Niedersächsischen Schützensportbund als Sieger qualifiziert.