Wettmarer Ortsrat per Fahrrad unterwegs

Das Thema Verkehrsberuhigung stand im Mittelpunkt bei der Ortsbesichtigung des Wettmarer Ortsrates. (Foto: Renate Tiffe)

Vordringliches Thema: die Verkehrsberuhigung

Wettmar (ti). Die erste Ortsratssitzung hat Wettmars „Grünen“-Ortsbürgermeister auf dem Fahrradsattel vollzogen. Helmbewehrt stieg Erwin Fette in die Pedale, neben den Ortsratsmitgliedern begleitet vom Umweltbeauftragten der Stadt, Malte Schubert, von Alexej Wyshimok, der für die Straßenbaumaßnahmen in den Ortsteilen zuständig ist, und von Malte Zurek.. Etwa zehn Einwohnerinnen und Einwohner hatten sich der Tour angeschlossen, um ihre Anliegen vorzubringen.
Teilweise überschnitten sich die Einwendungen der Bürger, mit dem, was der Ortsbürgermeister bereits auf dem Zettel hatte. Fette versprach, dass die Veränderungen schnell durchgezogen werden, bzw. in der kommenden Ortsratssitzung am 24. April beschlossen werden sollen. Als erste Maßnahme werden Fahrradbügel vor der Bücherei installiert, und an der Mühle auf der Horst wird die Bank aufgestellt, die vom Erlös des Weihnachtsmarktes gestiftet wurde.
Es waren vor allem Verkehrsprobleme, die auf dem Plan standen. Am Ortseingang vom Lahberg aus beklagen sich die Anwohner am Celler Weg, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h nicht eingehalten wird. Tatsächlich
ist die 30-Markierung auf der Straße schon ziemlich ausgewaschen und das Hinweisschild ist nicht mehr deutlich erkennbar. Bis zur Ortsgrenze gilt Tempo 50. Abhilfe wurde zugesagt. Es geht aber vor allem um die Disziplin der Autofahrer. Wyshmok wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km insgesamt nicht unproblematisch ist. „Überlegen sie sich gut, was Sie tun“, wandte er sich an den Ortsrat. In der Regel blieben von der 100-Prozent-Forderung der Anlieger nur 50 Prozent übrig und wenn die Verkehrsberuhigung da sei, seien 90 Prozent der Straßenbenutzer dagegen. Das Ergebnis sei, dass weiter zu schnell gefahren werde.
Ähnlich liegen die Verhältnisse auf der Straße „An der Kirche“. Seit die Geschwindigkeitsbegrenzung für die gesamte Schulstraße gilt,die etwa parallel verläuft, hat an der Kirche der Durchgangsverkehr zur Thönser Straße zugenommen. Ein Anwohner hatte sich bereits Ende vorigen Jahres bei der Stadt beschwert. Er konnte mit genauen Zahlen aufwarten, weil im November mit einem Smiley Messungen durchgeführt worden waren. Danach haben innerhalb einer Woche 2217 Fahrzeuge die Straße passiert, mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 32 km/h, die ersten 85 Prozent seien allerdings mit 40 km/h durchgefahren. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 61 km/h gelegen haben.
Das Thema Verkehrsberuhigung wird mit Sicherheit auf der Tagesordnung der nächsten Ortsratssitzung stehen. Die Frage ist nur, was die Stadt tun kann, wenn sich die Autofahrer partout nicht an die Regeln halten wollen. Ein eklatantes Beispiel zeigte sich der Fahrradgruppe an der Ecke zum Bornberg, wo ein größeres Fahrzeug so geparkt hatte, dass nicht nur der 5-Meter-Abstand von der Kreuzung, sondern auch der Fußweg missachtet wurde.