„Westernreiten heißt anders reiten!“

Rein und wieder raus – Jessica Donner und Joy erledigen das „Einparken“ im Handumdrehen! (Foto: Svenja Steinseifer)

„Go Easy“ präsentiert sich am Tag der offenen Tür

OLDHORST (svs). Ein Kalb jagt das Shetlandpony zwar nicht, aber eine Reiterin des Westernreitvereins „Go Easy“ aus Oldhorst, die mit dem Broteimer in der Hand türmt. Jegliche Fluchtversuche bleiben erfolglos – das schwarz-weiß-gescheckte Pony stellt das davon rennende Futter mit elegant geschlagenen Haken, die auch für die Reiterin ab und an überraschend kommen.
Mit witzigen, gekonnten und überraschenden Vorstellungen auf zwei- oder vier Beinen oder auch vier Pfoten präsentierte sich der Westernreitverein „Go Easy“ am vergangenen Sonntag seinen Besuchern am Tag der offenen Tür. „Westernreiten heißt anders reiten“, sagt Susanne Donner, Jugendwartin des Vereins. Und was das heißt, präsentierten große und kleine Zwei- und Vierbeiner mit einem bunten Showprogramm.
In der Disziplin des „Barrel Race“ kommt es zum Beispiel auf Geschwindigkeit und Geschicklichkeit an. In Teams treten die Reiter gegeneinander an und der Wettbewerb gleicht einem Staffellauf. Zur Tonne reiten, Becher nehmen, zurück und weitergeben an den Teamkameraden. Klingt einfach, ist es vom Pferderücken aus aber nicht. Im „Trail“, übersetzt im Parcours, gilt es geschickt gemeinsam Hindernisse zu überwinden.
Tore öffnen und wieder schließen, über wackelige Brücken gehen und mit „Volldampf in eine Parklücke“, das funktioniert nur, wenn Mensch und Tier sich gegenseitig vertrauen. „Westernreiten heißt, pferdefreundlich zu reiten“, betont Susanne Donner, „Pferde sind Sportkameraden und keine Sportgeräte“, darum geht es der Jugendwartin. Dass pferdefreundlich nicht zwingend langsam heißen muss, zeigt Stute „Joy“. Sie erreicht auf einer Viertelmeile bis zu 50 Kilometer pro Stunde – Geschwindigkeit als Namensgeber für ihre Rasse, „Quarter Horse“. „Einparken – ausparken“, für Joy eine schnelle Übung.
Erst lässt die fuchsfarbene Stute es aber gemütlich angehen – und folgt Reiterin Jessica Donner auf Schritt und Tritt über den Reitplatz. Ohne Zügel, ohne Sattel, ohne Halfter. Genauso aufmerksam verfolgt eine kleine schwarze Hundedame Ross und Reiterin. Beim „Dog and Horse Trail“, ebenfalls einer Westernreit-Disziplin, geht es mit Hund und Pferd durch den Hindernisparcours. Von Springen hält die kleine Hündin jedoch nicht allzu viel – und geht kurzerhand um die Stangen herum.
Eine ganz neue Variante von Sulky-Rennen konnten alle Besucher hinter dem Reitplatz ausprobieren. Es geht auch ganz ohne Pferd – Einer oder Eine zieht, der Rest der Familie feuert aus dem Sulky kräftig an. „Wir sind zu 95 % ein Freizeitreitverein“, sagt Donner, „weder Reiter noch Pferde sollen die Lust verlieren und spielerisch lernen.“ Reiten mit Halsring, ohne Trense und Sattel, Reiten mit wenig Druck und mit immer neuen und witzigen Varianten.
Ab fünf Jahren sind Pferdebegeisterte im Westernreitverein willkommen. Die Nachfrage steigt stetig und mittlerweile gibt es in Oldhorst Wartelisten. „Aber kommen darf jeder“, sagt Susanne Donner und ist mit dem Tag der offenen Tür zufrieden.