„Werden Sie Lobbyisten der Musikschulen im Land“

Die Schulleiter Andreas Fingberg-Strothmann und Nicola Bodenstein-Polito beklagten die finanzielle Misere der Musikschule Isernhagen & Burgwedel.

Klare Worte zum Neujahrskonzert der Musikschule

ISERNHAGEN (bs). Nicht müde werden die Schulleiter Andreas Fingberg-Strothmann und Nicola Bodenstein-Polito Jahr für Jahr zum Neujahrsempfang der Musikschule Isernhagen & Burgwedel das gleiche Lied zu singen: die finanzielle Misere der Musikschule. Auch wenn die Gemeinde Isernhagen und die Stadt Burgwedel mit ihrer finanziellen Förderung die Einrichtung über Wasser halten, so fehle es an finanzieller Unterstützung aus Land und Bund, monierte Fingberg-Strothmann.
Obwohl die Lehrkräfte schon deutlich spürbare Gehaltseinbußen hingenommen hätten, die statistische Gruppengröße auf 2,25 Kinder heraufgesetzt und die Stundenzahl reduziert worden ist – sei finanziell gesehen nun das Ende der Fahnenstange erreicht. Der Sparzwang mache die Arbeit der Musikschule kaputt. Noch kürzere Unterrichtszeiten, noch größere Gruppen und noch mehr Einbußen bei den Gehältern seien nicht vertretbar, brachten es die beiden Schulleiter auf den Punkt.
„Wir sind mehr als nur Dienstleister – wir sind Wegbegleiter Ihrer Kinder – werden Sie zu Lobbyisten der Musikschulen in unserem Land“, forderte Andreas Fingberg-Strothmann.
Der Dank der Musikschulleitung ging nicht nur an das engagierte Kollegium, sondern auch an die Eltern. Zum einen für die finanzielle Unterstützung, aber auch dafür, dass sie wegen der Zusammelegung vieler Kurse, weite Wege auf sich nehmen, um ihre Kinder zum Musikschulunterricht zu bringen.
Eine bessere Verzahnung von Ganztagsschulen und Musikschule sei nötig, denn der auf den Nachmittag ausgeweitete Unterricht allgemeinbildender Schulen stelle die Musikschule vor große organistorische Probleme.
Was die Lehrkräfte trotz schwieriger Rahmenbedingungen ihren Schülerinnen und Schülern an musischer Ausbildung vermitteln konnten, stellten eindrucksvoll das Saxophon-Ensemble, das Folk-Ensemble und die beiden Pianistinnen in studienvorbereitender Ausbildung Annalena Plenefisch und Henrike Wöhler unter Beweis.