Weihnachtskrippen, Engel-Orchester und Nussknacker

Beinahe ein himmlisches Orchester war zu bestaunen, mit allen Instrumenten versehen, die ein Sinfonieorchester aufzuweisen hat. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Eine handgetöpferte Krippe auf dem Webstuhl. Von ihr geht wegen ihrer dezenten Farben ein ganz besonderer Reiz aus. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Mehr als 300 Gäste bewunderten die Ausstellung in der Heimatstube

GROSSBURGWEDEL (hhs). Es ist Tradition seit einigen Jahren geworden, dass die Heimatstube auf dem Deicken-Wöhler Hof in Großburgwedel zum ersten Adventswochenende zu ihrer „Krippenausstellung“ einlädt. Wobei der Begriff „Krippenausstellung“ eine beinahe unzulässige Untertreibung ist, denn es gibt dort eine ganze Menge mehr Weihnachtliches zu sehen, als Krippen allein.
Und ein weiterer Grund, die Heimatstube an diesem Tag aufzusuchen, ist das Angebot an Kaffee, Tee und leckeren Kuchen, für den viele fleißige Bäckerinnen aus Großburgwedel sorgen. Auch in diesem Jahr war der Zuspruch sehr groß: Mehr als 300 interessierte Gäste konnte Jürgen Veth, der Leiter der Heimatstube, an den beiden Ausstellungstagen begrüßen.
Jürgen Veth hatte vor Jahren die Idee zu dieser weihnachtlichen Ausstellung entwickelt. Im Bestand der Heimatstube befand sich eine schöne alte Krippe, und er bat die Burgwedeler, ihre eigenen Krippen im Rahmen dieser Ausstellung zu präsentieren. Die Resonanz auf dieses Angebot ist alle Jahre wieder riesig, und im Lauf der Zeit sind weitere typische Weihnachtsaccessoires hinzugekommen: Nussknacker, Räuchermännchen, Weihnachtspyramiden, Baumständer mit Mechanik, die den Baum im Kreis drehen, und vieles mehr.
In diesem Jahr widmete sich die Ausstellung auch den Weihnachtsengeln. Insbesondere die älteren Besucher erinnerten das Engel-Orchester, bestehend aus 50 dieser niedlichen kleinen Gottesboten mit allen Instrumenten, über die ein Sinfonieorchester verfügen muss. Diese Miniaturen sind aus den Weihnachtsbräuchen des Erzgebirges entstanden und waren zunächst reine Handarbeit. Vor gut einhundert Jahren entstand im Erzgebirge schließlich eine Industrie, die sich dieser Weihnachtsdekorationen annahm. Im Lauf der Jahre konnte man sich sein eigenes Engel-Orchester zusammen sammeln. Allein dieses Sammeln wurde zum Brauch, selbst während der Teilung Deutschlands gelangten über die Tschechoslowakei diese Figuren in die Bundesrepublik und waren auf den hiesigen Weihnachtsmärkten ebenso beliebt wie Glaskugeln, Räuchermännchen, Weihnachtspyramiden und schließlich die zumeist grimmig aus ihren Uniformen schauenden „Nussknacker mit Biss“.
Besonders erwähnenswert war in diesem Zusammenhang die Präsentation seiner Sammlung von Holzfiguren aus dem Erzgebirge von Dr. Frank-Peter Conrad. Er hat Holzfiguren der Firma Wendt & Kühn gesammelt. Diese Firma produziert seit 96 Jahren im Erzgebirge, nicht nur Weihnachtliches aus Holz, sondern auch andere Figuren. Es ist klar, dass der Betrieb zu DDR-Zeiten sein Augenmerk nicht allein auf die „Jahresendzeitfiguren“ richten durfte. Die Sammlung gab einen interessanten Überblick über die Entwicklungen und auch die Kontinuitäten dieser hübschen Weihnachtsdekorationen.
Jürgen Veth war beinahe überwältigt von dem Interesse, das die Besucher der Ausstellung zollten. „Es war schon außergewöhnlich, wie viele lange Gespräche wir hier mit unseren Besuchern führen konnten“, erklärte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Es werde deswegen auch im kommenden Jahr wieder eine Krippenausstellung in der Heimatstube geben, wieder am ersten Adventswochenende. Veths Dank geht an alle Besucherinnen und Besucher, die fleißigen Großburgwedeler Bäckerinnen und die vier Damen, die an beiden Tagen die Gäste versorgt haben.