Weihnachtskekse und Baklava im Dorfgemeinschaftshaus

Bei Weihnachtskeksen und Baklava kam man in größeren und kleineren Gruppen schnell ins Gespräch. (Foto: Renate Tiffe)

Ortsbürgermeister und Kirchengemeinde laden Flüchtlinge ein

WETTMAR (ti). Wettmar war eins der ersten Dörfer, wo Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen wurden. Zurzeit leben 31 der 140 Neuankömmlinge der Stadt in Burgwedels zweitgrößtem Ortsteil. Nicht nur die Wettmarer Flüchtlinge und Asylbewerber haben Ortsbürgermeister Michael Kranz und die Kirchengemeinde kurz vor Weihnachten ins Dorfgemeinschaftshaus eingeladen.
Wettmar war und bleibe ein Ort für Flüchtlinge, sagte Kranz. Er erinnerte an den großen Anteil der Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg im Dorf und an die Vietnamesen, die zuerst hier untergekommen waren. Zur Zeit sind es vor allem syrische Palestinenser, die hier leben. Sie waren nach Syrien geflohen und mussten jetzt im Krieg das Land wieder verlassen.
Nicht ganz günstig war der Termin für das Treffen gewählt. Mittags um 13 Uhr konnten einige der Betreuer und die Schulkinder noch nicht gleich da sein. „Ich warte noch auf „meine“ drei Kinder, meinte die Kommunalpolitikerin Dr. Isa Huelsz, die stolz ist über die Fortschritte in der deutschen Sprache bei den beiden größeren Jungen. „Ich gehe zur Oberschule“, verkündete der 13-jährige Mohamed später.
Der Saal im Dorfgemeinschaftshaus füllte sich zusehends. Wohl um die 60 Personen seien zusammengekommen, freute sich der Landtagsabgeordnete Rainer Fredermann, der frühere Ortsbürgermeister von Wettmar. Lebhafter als sonst ging es zu, vor allem auch durch die Anwesenheit der Kinder. Das Jüngste, bereits in Burgwedel geboren, war im Arm der Mutter dabei.
Bei Weihnachtskeksen und Baklava, dem süßen türkischen Gebäck und heißem Kaffee oder Tee war man in größeren und kleineren Gruppen schnell ins Gespräch gekommen. Irgendwo war immer jemand dabei, der für die Verständigung sorgte. Man kannte sich. Gefragter Gesprächspartner war Otto Krull, der Flüchtlingsbeauftragte der Stadt. Drängendstes Problem ist im Augenblick die Familienzusammenführung. Vielfach haben die Männer die Flucht gewagt und wollen ihre Familien nachholen. Die Rede war u.a. auch von einem 12-jährigen Jungen aus Syrien, dessen Familie nachkommen möchte. Die Familien vor Ort unterzubringen sei schwer zu organisieren, bemerkte Krull.
Hoch erfreut über soviel Besuch und die angeregte Stimmung zeigte sich Reni Kruckemeyer-Zettel. Die Kirchengemeinde hatte sich zuerst der Ankommenden in Wettmar angenommen, besonders das Ehepaar Weigel, das sechs Jahre in Jordanien gelebt hatte und viel für die Verständigung im Dorf getan hat. „So ein Treffen sollten wir im Sommer im Gemeindehaus wiederholen“, schlug die Pastorin vor und traf damit auf viel Zustimmung.