Weihnachtsessen mit Rückblick

Marco Brunotte (r.) und Andreas Strauch (l., 1. Vorsitzender) ehrten Roswitha Fertig und Eckhard Stoermer für ihre langjährige Mitgliedschaft. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Ein Teddybär für Emilia: Anke Bsteh (2. Vorsitzende) überreicht das Geschenk für die kürzlich geborene Tochter an den stolzen Papa Marco Brunotte. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

SPD Burgwedel ehrte Roswitha Fertig und Eckhard Stoermer

ENGENSEN (bgp). Der SPD Ortsverein Burgwedel ehrte zwei Personen für ihre langjährige Parteimitgliedschaft im Rahmen eines Weihnachtsessens im Alten Posthof in Engensen. Mit von der Partie war der SPD-Landtagsabgeordnete Marco Brunotte, der die Ehrung von Roswitha Fertig (25 Jahre Mitgliedschaft) und Eckhard Stoermer (40 Jahre Mitgliedschaft) persönlich vornahm.
In einem Resümee ließen der Vorsitzende Andreas Strauch und Marco Brunotte die politische Landschaft der Eintrittsjahre 1977 und 1992 in der Bundesrepublik Deutschland noch einmal Revue passieren. Dann kamen die Jubilare mit ihren Geschichten zu Wort.
Roswitha Fertig aus Großburgwedel ist in einem klassischen Arbeiterbezirk in Mannheim aufgewachsen und empfand den Eintritt in die SPD vor 25 Jahren als logische Konsequenz dessen. „Ich habe nach meinem Umzug hierher festgestellt, dass die interessanteren Leute bei der SPD waren“, sagte die Geehrte.
Sie sei zunächst in der Frauenarbeit tätig gewesen, ohne in der Partei zu sein. „Bald habe ich gemerkt, dass man einfach eintreten muss, wenn man etwas erreichen will und dann ging es so richtig ab“, berichtete Fertig und erzählte von den Jahren der SPD-Arbeit mit Bildungs-AG und Frauenfrühstück sowie Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF). Eine spektakuläre Aktion in der Von-Alten-Straße habe sogar dazu geführt, dass der NDR mit einem Filmteam vorbeigekommen sei. Damals seien auch sehr viele Frauen in den Rat gekommen, da habe man viel bewegt. Außerdem habe man sich auf Dauer eine feste Bleibe gewünscht, nachdem die Frauen zuhause oder in wechselnden Lokalitäten getagt hätten, so Fertig. 1996 sei dann das SPD-Haus ins Spiel gekommen, in dem bis heute viele Aktivitäten der Partei stattfinden.
Die Frage „Wie bist du eigentlich zur SPD gekommen?“ hätten auch seine Kinder gestellt, begann Eckhard Stoermer die Geschichte über seinen Weg in die Partei. Er habe zunächst weniger die Parteiarbeit als einfach die guten Feten im Sinn gehabt, als er sich entschloss, in die SPD einzutreten.
Damals habe man noch ohne Smartphones gelebt: „Wenn man sich verabreden und etwas unternehmen wollte, musste man sich auf´s Fahrrad oder Mofa setzen und irgendwohin fahren.“ Zu der Zeit habe es in Wettmar eine Juso-Aktivistin gegeben, „bei der war immer Party“, merkte Stoermer schmunzelnd an. Was habe da näher gelegen, als einfach Mitglied zu werden. „So bin ich mal zur SPD gekommen“, antwortete er lachend und führte politische Aktivitäten wie den Marsch gegen die Startbahn West an, welche später aus der Parteiarbeit erwuchsen.
Im Laufe der Jahre stieg Stoermer beruflich auf, wurde Regionalleiter der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt und musste die Gratwanderung zwischen Gewerkschafts- und Parteiarbeit bewältigen. Heute vermisse er das Reden, beschrieb er die rasante technische Entwicklung: „Früher wurde mehr miteinander gesprochen, statt mit dem Daumen getickert.“ „Wenn man mehr miteinander reden würde, könnte man mehr bewegen“, resümierte Stoermer.