Weihnachtsbaumerzeuger trafen sich zum Feldtag in Isernhagen

Detlef Nötel, in der Mitte vorn mit Weste, stellte den Besuchern seinen Maschinenpark vor, hier ein Gerät, das Weihnachtsbäume mit einem Netz versieht. 600 Bäume schafft das Gerät in der Stunde, eine harte Arbeit, die früher per Hand gemacht wurde. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Detlef Nötel stellte seinen Betrieb dem Fachpublikum vor

ISERNHAGEN (hhs). Am Dienstag dieser Woche „warf das Weihnachtsfest seine Schatten voraus“. Beinahe genau zwischen Weihnachten 2011 und 2012 hatte sich hoher Besuch angesagt bei der Firma Nötel Baumschulen in Isernhagen KB, Im Vorfelde 11 bis 13.
Der Verband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Niedersachsen, Hamburg und Bremen hatte sich zu seinem 14. Feldtag angesagt.
Auf dem Programm für die Produzenten Deutschlands festlichster Bäume standen neben der Begrüßung durch den Verbandsvorsitzenden Bernd Oelkers auch ein gemeinsames Frühstück und ein Fachvortrag über Schadensanalysen bei Weihnachtsbäumen und natürlich die Vorstellung des Isernhägener Betriebes durch Inhaber Detlef Nötel.
Dieser Feldtag wird vom Verband einmal jährlich für die Mitglieder angeboten. Etwa 100 Mitglieder und Gäste nahmen diesmal daran teil.
Detlef Nötel hat den Betrieb in Isernhagen Ende 2002 gegründet. Insgesamt bewirtschaftet er inzwischen 140 Hektar Produktionsfläche, die überwiegend mit Nordmannstannen und Blaufichten bestockt sind. Diese Flächen liegen im Umkreis von etwa 60 Kilometern um den Standort Isernhagen herum verteilt. Die Vermarktung seiner Bäume geschehe einerseits über den Großhandel
bis ins benachbarte Ausland, andererseits über den Einzelhandel mit mehreren Verkaufsplätzen und Plantagen im Großraum Hannover.
Darüber hinaus biete sein Betrieb auch Veranstaltungen zum „Tannenbaumschlagen“ an für Firmen und Vereine von 50 bis 1.500 Personen. Die meisten Termine für diese beliebten Veranstaltungen sind bis auf drei Jahre im Voraus ausgebucht, sagte er.
Nötel Baumschulen produziere ausschließlich naturgewachsene Weihnachtsbäume. „Jeder Mensch hat seine ganz eigenen Vorstellungen über einen „schönen Weihnachtsbaum“, und den finden sie bei uns“, sagte er nicht ganz ohne Stolz. Der Weihnachtsbaum habe naturgemäß seine Konjunktur vor dem Fest, aber die Vorbereitung der Saison beginne schon jetzt Ende Juni. Die ersten Bäume werden nun für die spätere Vermarktung qualifiziert und ausgezeichnet, leicht zu sehen an den Etiketten oben in den Pflanzen. Ende Oktober beginne die Ernte der Bäume, die dann mit Wurzelballen in Töpfe gesetzt werden. Erst im November beginne er mit dem Einschlag für den Großhandel und anschließend Anfang Dezember werde der Einzelhandel mit Weihnachtsbäumen von Nötel Baumschulen versorgt.
Die Produktion der Weihnachtsbäume geschehe nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit, für jeden geschlagenen Baum werde mindestens ein junger nachgepflanzt. Alle Kulturen seien mit Zäunen vor Wildverbiss gesichert. Man müsse im Frühjahr insbesondere in den jungen Kulturen gegen Unkraut vorgehen, damit die jungen Weihnachtsbäume nicht in ihrer Entwicklung behindert werden und sich prächtig entwickeln. In jungen Jahren müssen die Kulturen auch mit der Schere gepflegt werden.
Ein Weihnachtsbaum dürfe nicht eine Zwille im Mitteltrieb aufweisen, so seine Erfahrung. Gegen Läusebefall müsse man spritzen. Eine Nordmannstanne benötige etwa acht Jahre bis zum prächtigen Weihnachtsbaum, eine Blaufichte etwas weniger, sechs bis acht Jahre. Daraus könne man ersehen, dass es ohne eine lange Vorplanung nicht funktionieren könne. Dann ging es hinaus zur Besichtigung des Betriebs. In zwei Gruppen aufgeteilt ging es in die Kultur und zur Besichtigung der Maschinen und Gerätschaften, die zur Produktion von Weihnachtsbäumen notwendig sind.